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Jetzt kooperieren die Jugendwehren

Zinnowitz/Hoisdorf Jetzt kooperieren die Jugendwehren

Die Brandschützer aus Zinnowitz und Hoisdorf (Schleswig-Holstein) sind seit 25 Jahren feste Partner

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Mitglieder der Zinnowitzer Jugendfeuerwehr lernten in Hoisdorf das Bergen von Verletzten aus einem verunglückten Pkw.

Quelle: Fotos: Peggy Manthey

Zinnowitz/Hoisdorf. Mit der Wende wurde mit der DDR ein ganzes Land umgekrempelt, und um die Freiwilligen Feuerwehren im Osten Deutschlands machte dieser Prozess keinen Bogen. Er verlief hier eher noch rasanter als in manchen anderen Bereichen, denn die Brandschützer selbst machten Druck, galt es doch, sich so schnell wie möglich auf die neuen Vorschriften, auf neue Technik und Methoden einzustellen. Und wo konnte das besser geschehen als im Westen, bei den Feuerwehren, die damit schon länger konfrontiert waren. Doch manchmal wurde das Pferd auch vom Schwanz her aufgezäumt, wie es zum Beispiel auch die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Zinnowitz erleben mussten. Ihr damaliger Wehrführer Bernhard Stübe kann darüber eine Menge erzählen.

 

OZ-Bild

Zinnowitz’ Wehrführer Daniel Stübe (r.) überreicht dem Hoisdorfer Olaf Stolt das Ehrenzeichen in Silber des Feuerwehrverbandes MV.

Quelle:

Reservisten und Löschzwerge

35 aktive Kameraden zählt die Zinnowitzer Feuerwehr gegenwärtig.

9 Ehrenmitglieder und fünf Feuerwehrleute als Reserve stehen den Zinnowitzern ebenfalls zur Verfügung.

20 Jungen und Mädchen gehören derzeit der Jugendfeuerwehr an. Dazu kommen die kleinen „Löschzwerge“, die zwölf Mitstreiter haben.

„Wir waren total unzufrieden damit, dass man uns bei einer ersten Einweisung bei der Berufsfeuerwehr Lübeck jeweils binnen zehn Minuten die wichtigsten Informationen vermitteln wollte“, erinnert sich der heutige Zinnowitzer Ehrenwehrführer. Kurzerhand hätte er den Chef der Landes-Feuerwehrschule von Schleswig-Holstein angesprochen und ihn gebeten, Kontakte zu einer vergleichbaren Feuerwehr zu vermitteln. „Der hat einen Artikel in der dortigen Fachpresse veröffentlicht, und bald meldete sich bei uns die Freiwillige Feuerwehr Hoisdorf“, erzählt Stübe, der dabei keinen Hehl aus der damaligen leichten Enttäuschung macht. „Wir waren für den Brandschutz in einem nicht gerade kleinen Badeort zuständig, die potenziellen Partner stammten aus einem vorwiegend landwirtschaftlich und industriell geprägten Ort. Eigentlich passte das nicht so recht zusammen, meinten wir damals.“

Doch schon beim ersten Besuch der Hoisdorfer in Zinnowitz stellte sich heraus, dass es doch passte. Im Reisegepäck hatten die Gäste einen großen Karton voller in Zinnowitz dringend benötigter Ausbildungsvorschriften und anderer wichtiger Unterlagen – vor allem aber brachten sie ihre Bereitschaft mit, unkompliziert zu helfen, wo sie konnten.

Schon bald, 1991, machte sich eine Gruppe älterer Zinnowitzer auf den Weg in den Kreis Stormarn, um den Besuch der Hoisdorfer zu erwidern. Und das war der Beginn einer Partnerschaft, die zwar nie in einem offiziellen Dokument festgeschrieben wurde, umso stärker aber bei den Kameradinnen und Kameraden auf beiden Seiten verwurzelt war und ist. Persönlich kam man sich denn auch immer näher, und wenn es auf der Grundlage von Hobbys war. Die Hoisdorfer vermittelten 1992 für eine Gruppe von Zinnowitzer Aktiven den Besuch von Lehrgängen an der Stormarner Feuerwehrschule, der Musikzug der Hoisdorfer Wehr gestaltete im selben Jahr die bewegende Fahnenweihe am Zinnowitzer Gefallenenmal mit, um nur zwei Beispiele fürs Miteinander zu nennen.

„Es hat natürlich auch in unserer Beziehung Höhen und Tiefen gegeben“, denkt Stübe sen. zurück. „Es gab zwischendurch eine Generation unserer Kameraden, der andere Dinge wichtiger waren als die Partnerschaft mit Hoisdorf. Zum Glück aber fanden sich auf beiden Seiten immer wieder Frauen und Männer, die die Freundschaft, die es inzwischen längst geworden ist, nicht aufs Spiel setzen wollten.

Als wir erfuhren, dass die im vorigen Jahr in Hoisdorf ins Leben gerufene Jugendfeuerwehr unsere Jugendwehr um Unterstützung beim Prozess der Festigung der jungen Truppe gebeten hat, da habe ich gedacht: Jetzt ist es endgültig geschafft. Jetzt sind es die ganz Jungen, die das fortsetzen, was wir vor 25 Jahren angefangen haben. Schade nur, dass einige Kameraden auf beiden Seiten, wie zum Beispiel der im Februar dieses Jahres verstorbene langjährige Hoisdorfer Wehrführer Walter Stolt, diese jüngste Entwicklung nicht mehr miterleben können“, bedauert Bernhard Stübe.

Dietrich Butenschön

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1911 wurde in der Gemeindevertretung Züsow die Dringlichkeit erkannt, den Besitzstand der Bauern, Büdner und anderen Bewohner des Dorfes zu schützen.

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