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Usedom Jikeli: Kreis muss sich zum Schülerverkehr positionieren
Vorpommern Usedom Jikeli: Kreis muss sich zum Schülerverkehr positionieren
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00:00 21.12.2016
Die Probleme sind ausgeräumt. Es gibt noch Einzelfälle, die der Kreis regeln muss.Andreas Elfroth, UBB

Heute Abend ist die Schülerbeförderung Thema im Kreisbildungsausschuss. Im ehemaligen Anklamer Landratsamt soll darüber beraten werden, ob es künftig eine Schulwegekommission geben soll, die dabei hilft, die besten Lösungen in der Schülerbeförderung zu erreichen und schwierige Einzelfälle zu lösen. Der Vorschlag der Fraktion SPD/Grüne beinhaltet ferner, die maximale Fahrtzeit für den Schulweg auf 60 Minuten für Realschüler und 40 Minuten für Grundschüler zu begrenzen.

Bahn hat Probleme behoben / Neuer Fahrplan fordert noch mehr Abstimmung

Anlass für diesen Vorstoß waren gravierende Probleme in der Schülerbeförderung zu Beginn des Schuljahres 2016/17 (die OZ berichtete). Bei der Beratung heute Abend wird auch Jörgen Boße, Geschäftsführer der Usedomer Bäderbahn (UBB); anwesend sein. Das Unternehmen ist seit 2016 für den Linienbusverkehr auf der Insel Usedom zuständig. Nachdem anfangs der Fahrplan vom Vorgänger, der Ostseebus GmbH, übernommen wurde, stellte die UBB den Fahrplan für den Schülerverkehr ab Schuljahresbeginn um. In dessen Folge gab es lange Wartezeiten, schwieriges Umsteigen und sehr viel Ärger für Schüler, Eltern, Lehrer und schließlich auch das Verkehrsunternehmen selbst.

Inzwischen hat es viele Beratungen zwischen der UBB, den Schulen und Eltern gegeben. Andreas Elfroth, Leiter Busbetrieb bei der UBB, sagt: „Aus unserer Sicht sind die Probleme ausgeräumt. Geblieben sind Einzelfälle, die der Landkreis regeln muss.“ Dazu würden zum Beispiel solche Fälle gehören, bei denen Schüler prinzipiell nicht in der Lage sind, überhaupt umzusteigen, und Extrabeförderungen in besonderen Härtefällen.

Doch weitere Probleme bahnen sich an: „Zurzeit sind wir mit den Schulen im Gespräch, um den Fahrplan nach den Winterferien 2017 abzusprechen. Dann wird es wegen großer Baumaßnahmen erneut erhebliche Veränderungen im Schülerverkehr geben“, sagt Elfroth und nennt den Ausbau des Schmollenseer Haltepunktes zum Kreuzungsbahnhof sowie die Baumaßnahmen an der Europaschule in Ahlbeck, während der etwa 100 Kinder zwei Jahre lang in Bansin unterrichtet würden. Das alles würde momentan gerade einzeln mit den Schulen abgestimmt und in die Pläne zur Schülerbeförderung eingearbeitet.

Nach übereinstimmenden Schilderungen verschiedener Schulleiter hat sich die Situation der Schülerbeförderung tatsächlich entspannt. Peter Biedenweg, Leiter der Ostseeschule in Ückeritz, an der Inselkinder im Realschulalter aus dem Inselsüden bis Zempin unterrichtet werden, sagt: „Die anfänglichen Probleme sind tatsächlich weitestgehend ausgeräumt. Geblieben sind einzelne Härtefälle, für die der Kreis nun Lösungen anbieten muss und wohl auch schon angeboten hat.“ Biedenweg nennt zum Beispiel die Taxifahrt für ein Brüderpaar aus Mönchow. Was jetzt noch zu lösen sei, wäre das Sicherheitsproblem auf dem Ückeritzer Bahnhof. Für das richtige Verhalten auf den Bahnsteigen planen die Lehrer im Rahmen eines Projekttages ein von der Bundespolizei unterstütztes Sicherheitstraining.

Auch Kerstin Goetz, Leiterin der Grundschule Zinnowitz, in der neben den Kindern aus dem Ostseebad auch noch 30 Fahrschüler aus Lütow, Krummin, Neeberg und Sauzin unterrichtet werden, berichtet von beseitigten Problemen und einem klärenden Gespräch zwischen Schule und UBB, in deren Rahmen ein Kompromissvorschlag für die Zeit nach den Winterferien erarbeitet worden sei. „Wir haben uns bemüht, für sie die besten Lösungen zu finden. Ganz ohne Wartezeiten geht das aber nicht. Dafür gibt es an unserer Schule einen Aufenthaltsraum.“

Unzufrieden sind hingegen die Schüler und Lehrer der evangelischen Schule in Benz. Schulleiterin Kirsten Hertrich: „Wir sind da als Freie Schule etwas außen vor, weil der Landkreis nicht verpflichtet ist, für die Schulwege unserer Kinder zu sorgen. Konkret hat sich bei uns also nicht viel verändert.“

Damit die Kinder den durch Benz fahrenden Schülerbus dennoch nutzen können, hat die Schule den Unterrichtsbeginn eine viertel Stunde vorverlegt. Die problematische Situation der Freien Schule wird am besten am Beispiel der kleinen Anni aus der dritten Klasse deutlich, die nur wenige Kilometer entfernt in Neu Sallenthin zu Hause ist, aber mit dem Schulbus einen Riesenbogen über Ahlbeck fahren müsste. Die Lösung wurde auch in diesem Fall durch die Eltern gefunden, die in den meisten Fällen problematische Schulwege gegen eigene Initiativen eintauschen.

Auch wegen solcher Beispiele sieht Günther Jikeli (Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Usedom) „ungeachtet der Bemühungen aller Beteiligter, die Probleme zu lösen“, die Notwendigkeit, dass sich der Kreis in Sachen Schülerverkehr endlich positioniert. „Ich erwarte heute Abend die Vorlage der Kosten für die Begrenzung der Wartezeiten auf den Schulbus ab der 5. Klasse auf 60 Minuten und der kleineren Schüler auf 40 Minuten. Erst dann kann eine rechtliche Bewertung erfolgen, um die sich der Kreis bislang gedrückt hat.“

Angelika Gutsche

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