Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Junger polnischer Autor von Ernest Hemingway fasziniert
Vorpommern Usedom Junger polnischer Autor von Ernest Hemingway fasziniert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 03.05.2016
Der Swinemünder Romanautor Bartosz Lapinski in seinem Café an der Bohaterów Wrzesnia Straße. Quelle: Radek Jagielski

Ein kleines Café im Zentrum von Swinemünde — darin viele Bücher, was eher ungewöhnlich in der Swinemünder Gastronomielandschaft ist. Es gibt auch einige Bilder, die Ernest Hemingway gewidmet sind. Er ist einer der Lieblingsschriftsteller für Cafébesitzer Bartosz Lapinski.

Der Inhaber ist selbst Schriftsteller. Und seine Leidenschaft möchte er gern auch seinen Gästen vermitteln. Jeder kann ins Café „El Papa“ kommen und sich ein Buch aussuchen, die in verschiedenen Sprachen, darunter auch in Deutsch, verfasst sind. Man kann schmökern und nebenbei hausgemachten Kuchen genießen.

Bartosz Lapinskis Karriere als Literat hat frühe Wurzeln. „In der Schule konnte ich ohne weitere Probleme Aufsätze schreiben, aber kurze lustige Geschichten über Freunde sind mir am besten gelungen“, erzählt er. „Während des Lyzeums und des Wirtschaftsstudiums habe ich sehr wenig gelesen, aber später ist die Leidenschaft zurückgekehrt. Da habe ich sehr viel verschiedene Literatur verschlungen.“

Die Idee, das erste eigene Buch zu schreiben, entstand im Jahr 2002. „Beczka soli“ (deutsch: Salzfass) ist eine lustige Geschichte über zwei Freunde, die in allerlei Schwierigkeiten geraten. Die Handlung spielt in der Umgebung von Swinemünde. Ein Jahr lang hatte das Sammeln der Ideen für das Buch gedauert, schildert der Autor. „Es folgte einige Monate das eigentliche Schreiben und eines Tages schickte ich das Buch an mehrere Verlage.“

„Beczka soli“ erschien 2005 und veränderte das Leben von Bartosz Lapinski von Grund auf. „Ich bin nach Warschau gezogen und tat das, was ich mag. Es lohnt sich, seine Träume zu erfüllen“, meint er selbstbewusst. In seinem zweiten Buch „Kebab z kota“ (Katzenkebab) beginnt die Handlung in Münster, wo die Romanhelden aus Versehen in einen Bankraub verwickelt werden. „Meine Familie lebt in Deutschland und ich wollte meine Freunde und das Münsterland ehren“, erklärt Lapinski, der selbst die deutsche Sprache besser verstehen als sprechen kann.

Inzwischen ist der junge Autor nach Swinemünde zurückgekehrt, um sein nächstes Roman-Projekt umzusetzen. Der Anfang ist zwar bereits gemacht, allerdings nimmt der Café-Betrieb viel Zeit in Anspruch.

Aktuell ist er mit der künstlerischen Ausgestaltung des Gastraums beschäftigt. Er lädt in das Café Künstler aus ganz Polen ein, organisiert Workshops für Kinder. Im Mai soll bei ihm Jaroslaw Molenda zu Gast sein, ein bekannter Swinemünder Globetrotter. Geplant ist auch eine Ausstellung mit Bildern von Artur Cieslar, einem Schriftsteller, der neben seiner Autorentätigkeit faszinierende Bilder malt, wobei Marabus zu seinen Lieblingsmotiven gehören.

Weilte Hemingway einst in Swinemünde? Bestätigt ist dies nicht. „Aber manchmal, wenn wir morgens das Café öffnen, stellt sich heraus, dass jemand während der Nacht die Bücher umgestellt hat und in der Flasche Havana Club etwas Rum fehlt“, meint der fantasievolle Betreiber.

Von Radek Jagielski

Der Wolgaster Arbeitskreis Historischer Friedhof erweitert das Lapidarium Schritt für Schritt und bewahrt so die Erinnerung an Personen der Stadtgeschichte

03.05.2016

In Swinemünde gilt wieder gebührenpflichtiges Parken. Die Regelung gilt für das Straßen-Viereck: Slowackiego-Chrobrego- Uzdrowiskowej- Zeromskiego-Malachowskiego ...

03.05.2016

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert ein Projekt zwischen Karlshagen und Peenemünde / Tafeln sollen Besucher nicht vom Weg abbringen

03.05.2016
Anzeige