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Usedom Kaiserbäder begeistern Künstler aus fünf Ländern
Vorpommern Usedom Kaiserbäder begeistern Künstler aus fünf Ländern
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00:21 09.05.2018
Dieses Licht, diese Farben: Der Strand wirkt anziehend auf die Kaiserbäder-Pleinairmaler. Quelle: Fotos: Dietmar Pühler
Heringsdorf

Sie sind wieder aktiv: „Sieben Maler am Meer“: Bereits zum 14. Mal findet in Heringsdorf das „Kaiserbäder-Pleinair“ statt. Diesmal mit Künstlerinnen und Künstlern aus fünf Ländern. Madlen Behrendt (Norwegen), Maria Pomiansky (Russland/Schweiz), Marjolein Menke (Niederlande), Tine Schumann (Berlin), Martin Senn (Schweiz), Felix Pedersen (Dänemark) und Sigurd Wendland (Berlin) werden sich bis Samstag von den Motiven der Kaiserbäder und der Landschaft am Meer inspirieren lassen und jeweils mindestens fünf Bilder malen, die ab Sonntag öffentlich ausgestellt werden.

Bis Freitag ist die Insel Usedom ihr Freiluftatelier

Die in Potsdam geborene Malerin Madlen Behrendt ist seit 2003 in Norwegen zu Hause, wo sie „zwischen Bergen und Fjorden mit Kindern und Hühnern“ lebt. „Durch die Kinder hatte ich bisher keine Zeit für sowas, wie jetzt. Ich erwarte eine wilde Zeit mit sonnen, baden und malen“, sagt sie vergnügt und „ich lass mich inspirieren von der Gegend“.

Tine Schumann aus Kirchheim/Teck arbeitet seit zwölf Jahren freiberuflich als Malerin in Berlin. „Ich bin total gespannt. Die Natur und das Licht sind das, was mich anspricht“, versichert die Diplom-Künstlerin.

Vom Zürichsee an die Ostsee sind Maria Pomiansky und Martin Senn gekommen. Der gebürtige Züricher schwärmt: „Für mich ist es eine wahnsinnige Entdeckung. Das Licht finde ich fast mediterran: die Klarheit, die Schärfe, die Formen und das Blau.“ Maria Pomiansky verließ 1991 ihre Heimat Russland, lebte danach in Israel und wohnt seit 2003 in Zürich. Hier auf Usedom interessiert sie die Geschichte, „die ja auch etwas mit der russischen Geschichte zu tun hat“.

„Ich bin sehr glücklich, dass ich hierher eingeladen worden bin“, verrät Marjolein Menke aus den Niederlanden. Die Bildhauerin widmet sich seit rund 20 Jahren der Pleinair-Malerei. Landschaft und Farben der Insel begeistern sie. „Die Häuser, das Licht, alles ist so ansprechend!“

Der Organisator des Kaiserbäder-Pleinairs, Sigurd Wendland, war 1990 erstmals auf Usedom, als „hier noch alles grau“ gewesen sei. Wendland sieht die Entwicklung auf Usedom eher kritisch. „Seit vierzehn Jahren machen wir das Projekt. Es ist immer anders, hier ein Baum weg, da ein Haus weg. Es geht darum, einen Ort zu vermarkten. Wir tragen dazu bei“, sagt er desillusioniert. Auf der anderen Seite dokumentierten die Künstler den jeweiligen Zustand. Sie hielten Momente fest, wie ein Fotograf.

Der siebte Maler im Bunde ist Felix Pedersen aus Dänemark. Der vielseitige Künstler hat sich unter anderem mit Land Art einen Namen gemacht. Hier, in den Kaiserbädern hat er bereits die Promenade abgeradelt und schon einige Motive im Kopf. „Ich male die Natur“, äußert er vielsagend.

Die Maler sind allabendlich in der Villa Irmgard anzutreffen, wo sie gemeinsam kochen. Außer am heutigen Mittwochabend. Da geht es um 19 Uhr zum „Nachtmalen“ an den Heringsdorfer Strand (Abgang in Höhe der Villa Irmgard).

Treff Villa Irmgard

Die sieben Maler sind allabendlich in der Villa Irmgard anzutreffen, wo sie gemeinsam kochen. Heute abend geht es zum „Nachtmalen“ an den Heringsdorfer Strand (Abgang in Höhe der Villa Irmgard).

Zum Abschluss der Pleinair-Woche findet am Sonntag um 17 Uhr in Anwesenheit der Künstler eine öffentliche Präsentation der entstandenen Arbeiten statt. Bis zum 22. Mai sind die Bilder in der Villa Irmgard zu sehen. Danach wandert die Ausstellung „Sieben malen am Meer“ in den Kunstpavillon Heringsdorf weiter.

Dietmar Pühler

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