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Usedom Kaiserbäder drehen den Geldhahn zu
Vorpommern Usedom Kaiserbäder drehen den Geldhahn zu
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00:00 02.12.2017
Heringsdorf

Diese Entscheidung hätte Strahlungskraft über die gesamte Insel Usedom gehabt – und einer Art Vorbildfunktion für andere. Hätte, wäre und wenn ist aber jetzt zu spät. Am Donnerstagabend ging es in der Gemeindevertretung – wieder einmal – um die Umstrukturierung der Usedom Tourismus GmbH. Wie schon oft in der OZ berichtet, muss die bisherige Gesellschaft rechtskonform nach EU-Normen aufgestellt werden – in eine kommunale und privatwirtschaftliche Gesellschaft.

Die Verwaltung des Ahlbecker Rathauses bereitete ein mehrseitiges Papier vor, welches von den Gemeindevertretern abgenickt werden sollte. Es ging darum, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, wie es weitergehen soll. Das Ende vom Lied: Die ausgearbeitete Fassung soll nun nochmal in die Gemeindeausschüsse und dort beraten werden. Für einige Vertreter war die Vorlage nur „mit heißer Nadel“

gestrickt. Dieser Auffassung war zum Beispiel Helmut Friedrich. Er brauche noch mehr Bedenkzeit, um darüber zu entscheiden. „Ich bin nicht gegen die kommunale UTG, aber es ist auch ein Risiko dabei, wenn wir es heute beschließen“, erklärt er.

Marcus Strömich, stellvertretender Bürgermeister und Verfasser der Vorlage, erklärte, dass die Diskussion um die Zukunft der Usedom Tourismus GmbH bereits seit mehr als fünf Jahren läuft und nun endlich eine Entscheidung herbeigeführt werden müsste. Er appellierte an die Gemeindevertreter, endlich die richtige Entscheidung zu treffen, damit eine Umstrukturierung Fahrt aufnimmt. Heringsdorf hätte die zweite Gemeinde auf der Insel sein können, die einen Beschluss zu dem Thema fasst. Ückeritz hat es vorgemacht.

Hans-Jürgen Merkle hoffte auf eine schnelle Entscheidung. „Es muss endlich etwas passieren, denn die ganze Insel Usedom schaut auf uns. Wir haben da auch einer Art Vorbildfunktion für andere. Das erarbeitete Schriftstück zeigt uns den Weg aus dem Dilemma“, betont er. Am Ende des Tagesordnungspunktes stimmten zehn Abgeordnete dafür, dass die Vorlage nochmal in den untergeordneten Gemeindeausschüssen beraten werden sollte.

Diese Entscheidung sorgte auf der Verwaltungsbank um Kurdirektor Thomas Heilmann und Marcus Strömich für Falten auf der Stirn und Augenrollen. Heilmann betonte, dass es von den Kaiserbädern ab Januar 2018 kein Geld mehr gibt, wenn es keine rechtskonforme Gesellschaft gibt. Er erklärte die Dringlichkeit, eine Entscheidung herbeizuführen. „Die ersten Schritte sind schon getan. Die Usedomer Bäderbahn verkaufte ihre Anteile an die Stadt Wolgast“, sagt er. Er erklärte den Anwesenden, dass es keine Mischgesellschaften mehr laut EU-Recht geben darf.

Nun wird die Entscheidung wohl erst in der kommenden Gemeindevertretersitzung gefasst.

Hannes Ewert

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