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Usedom Karniner wollen Rehkitze schützen
Vorpommern Usedom Karniner wollen Rehkitze schützen
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00:00 03.07.2018
Petra Pasch und Ralf Wehner sitzen in einem Weizenfeld bei Karnin. Mithilfe einer Drohne könnten sie Rehkitze aus der Luft aufspüren. Quelle: Foto: Hannes Ewert
Karnin

Petra Pasch und Ralf Wehner aus dem kleinen Ort Karnin bei Usedom haben eine Vorliebe für die Natur auf der Insel Usedom. Vor einigen Jahren zogen der Oberfranke und die Berlinerin auf die Ferieninsel, um sich das Leben zu verschönern. Doch sie wollen nicht nur tatenlos zusehen, sondern selbst mit in die Gesellschaft eingreifen. Vor fast genau einem Jahr gründeten sie deshalb die Stiftung „Perspektive Usedom“.

Zu den Aufgabenfeldern dieser Stiftung zählt zum Beispiel das Sammeln von Müll und Unrat im Usedomer Winkel. Rund ein Dutzend Mithelfer kommen dabei regelmäßig zusammen, um etwas gegen die Vermüllung zu unternehmen. Nun möchten sich die Umweltliebhaber aber für das Leben von jungen Rehen einsetzen. „Wenn die Ernte ansteht, suchten wir bislang mit anderen Helfern die Felder nach versteckten Rehkitzen ab. Das ist personell ziemlich aufwendig und oft spontan. Wenn der Landwirt anruft, dann können nicht immer alle kommen“, erklärt Wehner.

Bei einer akuten Gefahr für die Rehe – wie zum Beispiel einem Mähdrescher oder einer anderen Erntemaschine – laufen die jungen Rehkitze nicht davon, sondern bleiben instinktiv auf dem Boden sitzen und suchen so Schutz. „Das ist anders als bei anderen Tieren, wie zum Beispiel Wildschweinen. Die laufen weg“, erklärt er. „Die Verletzungen der Rehkitze könnten mitunter tödlich sein. Oft liegen sie verletzt im Gras und verenden möglicherweise“, so Wehner. Um den Tod der Rehkitze abzuwenden, möchten sie mithilfe moderner Technik helfen. „Wir brauchen dafür eine Drohne, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist. Damit fliegen wir die Felder ab, bevor die Erntemaschinen kommen. Man kann mithilfe der Bildübertragung erkennen, wo sich ein Rehkitz befindet“, erklärt er.

Wie die OZ vor Kurzen berichtete, gibt es bereits Regionen in Vorpommern, in der diese Hilfe gut funktioniert. „Wir hatten Kontakt mit Betreibern solch einer Drohne im Großraum Rostock. Die waren begeistert“, erzählt sie. Auf der Insel Usedom gibt es so etwas noch nicht. „Umliegende Landwirte signalisierten bereits, dass sie die Hilfe gerne in Anspruch nehmen würden“, erklärt Pasch.

Aber solch ein Gerät gibt es nicht zum Nulltarif. „Wir müssen mit einer Investition von 4200 Euro rechnen“, sagt Ralf Wehner, der vor dem Ruhestand als Betriebswirt in einer Bank arbeitete. Solche Drohnen können unter anderem auch in der Forstwirtschaft oder der Wasserrettung zum Einsatz kommen.

„In der Peeneregion hatten wir schon positive Resonanz von Landwirten und Jägern würden sich freuen, wenn die Drohne kommt. Für diese ist der Service kostenfrei“, sagt Wehner. Das Paar hofft, dass die Drohne noch bis zum Ende des Jahres angeschafft werden kann. Mehrere Förderanträge laufen schon, unter anderem bei Geldinstituten.

Info: Die Stiftung „Perspektive Usedom“ hilft gegen die Vereinsamung älterer Menschen, ist gegen Gewalt, Ausgrenzung und hilft Bedürftigen. Sie möchten der Gesellschaft etwas zurückgeben.

Internet: www.stiftung-perspektive- usedom.de

Hannes Ewert

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