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Usedom Katerstimmung in Lubmin: Größtem Hotel droht das Aus
Vorpommern Usedom Katerstimmung in Lubmin: Größtem Hotel droht das Aus
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00:00 01.12.2016

Hiobsbotschaft für das einzige Seebad am Greifswalder Bodden: Dem Urlauberort droht der Verlust seines größten Hotels. Inhaber Jörg Seydel (60) will den Betrieb des 27 Zimmer-Hauses am Kurpark 2018 einstellen, um sich zur Ruhe zu setzen. „Bis dahin möchte ich einen Käufer gefunden haben“, erklärte Seydel gestern. Für sein Hotel gebe es keinen Bestandsschutz.

Es müsse deshalb kein Gasthaus bleiben. Betreutes Wohnen, Ferien- oder Eigentumswohnungen – alles sei denkbar.

„Für Lubmin wäre das sehr schlecht“, meint Marco Hanke, Vorsitzender des örtlichen Tourismus- und Gewerbevereins. „Unser Seebad hat nur zwei Hotels. Es bräuchte mehr statt noch weniger, um sich zu entwickeln. Reine Ferienwohnungen bringen uns nicht weiter.“

„Hotelgäste sind eine ganz andere Klientel“, gibt Gemeindevertreter Frank Tornow (SPD) zu bedenken. Sie hätten gewöhnlich mehr Kaufkraft als Leute, die eine Ferienwohnung buchten und sich dann selbst versorgten. „Hotelurlauber gehen abends öfter aus. Sie besuchen Gaststätten und shoppen mehr.“ Abgesehen davon trügen Hotels dazu bei, das etwas abgelegene Seebad über den Sommer hinaus zu beleben.

Etwa als Veranstaltungsort für Tagungen.

Andrea Moritz, Mitbetreiberin des Hotels „Zur Seebrücke“, befürchtet Nachteile für den 2100-Seelen-Ort, sollte das Hotel am Park eingehen. „Dann gäbe es wieder einen weniger, der für unser Seebad wirbt und Besucher anlockt. Tot und ruhig sind wir genug. Wir brauchen mehr Gäste!“

Etwa 1400 Gästebetten zählt das Seebad derzeit. Nicht einmal 90 davon befänden sich in den lediglich zwei ganzjährig betriebenen Hotels des Ortes, verdeutlicht Andrea Moritz. Lubmin bekomme dieses Missverhältnis nicht. Weil außerhalb des Sommers kaum Urlauber hier seien und der Umsatz schlecht, machten in den vergangenen Jahren mehrere Läden zu. Wer heute die Promenade entlanggehe, sehe kein einziges Geschäft.

Jörg Seydel verstand es dennoch, sein Hotel über die Jahre hinweg zu füllen. Verträge mit Reisebusunternehmen, Stammgäste und die Beherbergung von Arbeitern und Ingenieuren, die in der Gegend – etwa im nahen Industriepark Lubminer Heide – zu tun hatten, ließen sein Haus gut dastehen. „Das Hotel läuft“, beteuert er denn auch. Dass er nun ans Aufhören denke, habe andere Gründe. „Ich bin seit 33 Jahren in der Gastronomie – das zehrt. Es ist schwere Arbeit, die oft bis in die Nacht hinein andauert. Junge Leute wollen das nicht machen. Es ist nicht einfach, Arbeitskräfte zu bekommen.“ Er sei jetzt 60 und nicht mehr ganz gesund. Auch seine Partnerin stecke den Hotelbetrieb nicht mehr so leicht weg. Es heißt, beide wollten ihren Lebensabend auf Mallorca verbringen. Sven Jeske

OZ

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