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Kein Geld: Radwegebau bleibt Wunsch

Greifswald/Usedom Kein Geld: Radwegebau bleibt Wunsch

9,1 Kilometer sind es ab der Bundesstraße 110 bei Zecherin auf der Kreisstraße 46 nach Karnin und weiter bis in die Kleinstadt Usedom.

Greifswald/Usedom. 9,1 Kilometer sind es ab der Bundesstraße 110 bei Zecherin auf der Kreisstraße 46 nach Karnin und weiter bis in die Kleinstadt Usedom. Die Kreisverwaltung hat den südlichsten Zipfel der gleichnamigen Insel zum vordringlichsten Abschnitt für den Neubau eines Radwegs erklärt. Nicht minder wichtig erscheint aus ihrer Sicht ein Radweg entlang der Kreisstraße zwischen Dargen und Stolpe (8,8 km), gleichfalls im Süden Usedoms gelegen. Beide Fälle führen die Liste der vorrangigsten kreiseigenen Strecken für den Radwegebau an. Ob und wann sich der Landkreis ihrer annimmt, ist dennoch völlig unklar.

Das Problem: Geld, das für den Bau von Radwegen an Kreisstraßen ausgegeben wird, fehlt, um Kreisstraßen instandzusetzen. „Beides wird aus demselben Topf finanziert“, erklärt Jörg Hagedorn, Leiter des Sachgebiets Hoch- und Tiefbau der Kreisverwaltung. Mehr als 800 Kilometer Straße habe der Landkreis. Nicht wenige davon seien in einem schlechten Zustand. Der Reparaturstau sei enorm, auch weil dem Kreis pro Jahr lediglich Geld für die Sanierung von etwa vier Kilometern Asphalt zur Verfügung stünde. Unter diesen Umständen würde man wohl oder übel für die Straße plädieren, wäre zu entscheiden, ob eine Straße erneuert oder ein Radweg gebaut werden soll.

Nach Einschätzung Jörg Hagedorns wird es künftig noch schwieriger, Geld für den Bau von Radwegen zu erlangen. Die Fördermittel würden weniger, der Bund ziehe sich mehr und mehr zurück. Der Landkreis selbst sei hochverschuldet, ein armer Schlucker, wenn man so will.

Lars Petersen, Bürgermeister der Gemeinde Heringsdorf, möchte sich damit nicht abfinden. Der Kreis möge sich mit den anderen Landkreisen zusammentun, um auf die Landesregierung einzuwirken und so Geld für Straßen- und Wegebau aus anderen Quellen zu erhalten. Damit allein wäre es aus Sicht von Burkhard Preißler, Leiter des Amtes für Kreisentwicklung, nicht getan. Er weist auf den bei jeder Förderung fälligen finanziellen Eigenanteil hin. Bei geschätzten Baukosten von je zwei Millionen Euro im Falle der Strecken Karnin-Usedom und Dargen-Stolpe, sei bestenfalls von je 200000 Euro auszugehen, die der Kreis aufbringen müsste. Fraglich sei, ob er dazu in der Lage wäre.

Von Sven Jeske

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