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Kein Meerblick hinterm Windschutz

Swinemünde Kein Meerblick hinterm Windschutz

Polnische Ostseebäder erwägen Aufstellungsverbote / Auch Swinemünder Gäste besetzen Strandabschnitte

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Auch am Swinemünder Strand: Windschutz an Windschutz und kein Durchkommen.

Quelle: Radek Jagielski

Swinemünde. Werden bald an polnischen Stränden Windschütze verboten sein? Der Bürgermeister des polnischen Seebades Rügenwalde kam auf die Idee, den Strand in zwei Zonen aufzuteilen. Eine für alle, die einen Windschutz nutzen möchten, und einen zweiten Teil, wo Windschütze verboten sind.

Die Regeln besagen, dass drei Meter zur Wasserkante freibleiben müssen.“ Robert Karelus, Stadtsprecher

Im Internet sorgte die Ankündigung für Aufruhr. Einige fanden eine solche Lösung für richtig, andere sagten, dass das eine Verletzung der Privatsphäre sei. Tatsache ist, dass die hohe Zahl der Windschütze am Strand auch einigen Touristen in Swinemünde lästig geworden ist.

„Ich kam zum Strand nach dem Frühstück. Es war nicht windig und es gab auch keine Sonne. Das Wetter war eher schlecht. Und was sehe ich? Jede Menge Windschütze. Um ans Meer zu kommen, musste ich einen langen Weg hinter mich bringen. Über das Thema sollte etwas gesagt werden, da es wirklich schlimm ist“, beschwert sich bei der Redaktion per Email Przemyslaw Chudzik aus Chorzów.

Der Bürgermeister von Darlowo betont, dass er persönlich erlebt habe, wie viele Windschütze einen Aufenthalt während des Urlaubs erschweren können. „Ich kam am Strand an und wusste nicht, wo ich mich hinlegen soll! Bis ans Ufer war alles ,eingezäunt’. Erst kurz vor den Dünen fand ich einen Platz. Ich setzte mich hin – und vor mir waren nur diese Dinger. Die Ostsee war nicht mehr zu sehen. Ein Albtraum!“, beschreibt Arkadiusz Klimowicz, der Bürgermeister von Rügenwalde, seinen Strandbesuch.

Was noch schlimmer ist: Nach Meinung des Bürgermeisters haben Rettungskräfte durch die zahlreichen Windschütze einen begrenzten Zugang zum Wasser. Kleinen Kindern ist die Sicht versperrt, sie können den Weg nicht zurückfinden. Arkadiusz Klimowicz will außerdem Zonen für Raucher ausgrenzen. „Die Verbote möchte ich gemeinsam mit dem Stadtrat im nächsten Jahr einführen“, fügte der Bürgermeister von Rügenwalde hinzu.

Krzysztof Witków, ein Rettungsschwimmer mit langjähriger Erfahrung, unterstützt das. Seiner Meinung nach ist die große Anzahl von Windschützen direkt am Wasser hinderlich bei Rettungsaktionen und bei der Suche nach vermissten Personen, vor allem Kindern.

Wie sehen die Behörden von Swinemünde das Problem? Aus ihrer Sicht ist das Thema hauptsächlich in Ortschaften mit schmalen Stränden schwierig. In Swinemünde sind eher Sonnenanbeter, die ihre Windschütze direkt am Ufer aufstellen, ein Problem. Sie verhindern eine freie Zufahrt von Krankenwagen und technischen Fahrzeugen.

„Die Regeln des Ostseebades besagen, dass man einen Uferabstand von drei Metern zur Wasserkante freihalten muss. Das wird auch durch den Funk durchgegeben und von den Rettungsschwimmern bewacht. Wir haben eher keine Probleme mit der Durchsetzung dieser Vorschriften“, behauptet Robert Karelus, Sprecher des Präsidenten von Swinemünde.

Allerdings reicht es, an einem sonnigen Tag einen Spaziergang am Swinemünder Strand zu unternehmen, um zu sehen, dass auch hier viele Windschütze stören. Touristen halten sich nicht an die Vorschriften und besetzten jedes freie Stück Land. In der Regel werden keine großen Flächen eingenommen. Es gibt aber auch Leute, die mehrere Windschütze verbinden und sich so einen „Privatstrand“

absperren.

In der Zukunft könnte sich das Problem zuspitzen. Der Strand ist begrenzt und in der Kurstadt entstehen immer mehr Hotels. In den nächsten zwei Jahren wird im Strandviertel der Bau von zwei Hotelkomplexen abgeschlossen. Damit kommen ein paar hundert Gästebetten und somit Sonnenanbeter dazu.

Unterdessen weisen Anwälte darauf hin, dass man sich am Strand keinen Platz reservieren kann. Der Strand ist ein öffentlicher Ort, an dem Abgrenzung für persönliche Zwecke nach Lust und Laune untersagt ist.

Radek Jagielski

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