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Ahlbeck Kettentaucher und Wasserläufer

Nachwuchs-Rettungsschwimmer beweisen sich am Ahlbecker Strand / Ausbildung der DRK Wasserwacht

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Üben das Laufen im Wasser: Alicia Jung (16), Ulrike Friedrich (14), Toni Herr (14) und Alyasin Abdulsalam (v.l.). Fotos (3): Henrik Nitzsche

Ahlbeck. Friederike Radloff isst am Strand Erdnüsse. Dann passiert es – Atemnot, Herzrasen, Verkrampfung, ihr Körper reagiert allergisch. Zum Glück sind Fiete Iden (14) und Josephin Herrmann (15) in der Nähe. Sie sprechen die Frau an und wollen sie in eine Schocklagerung bringen. Jetzt greift Markus Schinköth ein. Der 23-Jährige ist Rettungssanitäter. Er beobachtet die Szene, denn was hier am Sonnabendnachmittag am Ahlbecker Strand passiert, ist nur eine Übung. Friederike (21) geht es gut. Sie gehört zum 35-köpfigen Team der DRK Wasserwacht Ostvorpommern/Greifswald, das auf Usedom am Wochenende einen Rettungsschwimmerlehrgang absolviert.

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Nachwuchs-Rettungsschwimmer beweisen sich am Ahlbecker Strand / Ausbildung der DRK Wasserwacht

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Vier Ortsgruppen

200 Mitglieder zählt die DRK Wasserwacht Ostvorpommern/Greifswald gegenwärtig. Sie besteht aus den Ortsgruppen Anklam, Greifswald, Uecker-Randow und Insel Usedom. Geboten werden die Ausbildung zum Rettungsschwimmer, regelmäßige Weiterbildungen sowie die Mitarbeit im Wasserrettungsdienst. Die jüngsten Mitglieder sind drei Jahre (Schwimmunterricht), die ältesten im Verband bereits über 80 Jahre.

• www.drk-ovp-hgw.de

Schlafen am Strand in Zelten, Paddeln mit den Kajaks, Schwimmen mit Flossen, Tauchen – all das gehört zum Programm. „Hier geht es um Ausbildung und Teamgeist“, fasst Anke Radloff von der Ortsgruppe Anklam das Wochenende zusammen. Neben jungen Aktiven und Ausbildern aus den DRK-Ortsgruppen Usedom, Anklam und Greifswald sind auch Rettungsschwimmer und Nachwuchsleute aus Berlin dabei. Ihr Revier ist eigentlich der Wannsee oder die Schwimmhalle. „Unter diesen Bedingungen an der Ostsee haben wir noch nicht gearbeitet. Vieles spielt sich ja hier am Strand ab“, sagt Theo Elgeti von der Berliner Ortsgruppe Steglitz. Er leitet das Camp.

Deshalb widmet sich eine Station der Ersten Hilfe sowie der Herz-Lungen-Wiederbelebung. „30 Mal drücken, zweimal beatmen“, sagt Fiete Iden und widmet sich der Übungspuppe. Von Markus Schinköth gibt es ein Lob. „Die Jungs und Mädchen haben ein sehr gutes Allgemeinwissen. Sie müssen ab und an aber ihre Schüchternheit ablegen“, rät der Greifswalder dem Nachwuchs. Denn Schüchternheit ist im Ernstfall kein guter Begleiter. „Wir trainieren hier unter realen Bedingungen im Freiwasser“, sagt Anke Radloff, die mit ihren Kollegen das Lager – sie nennt es „Retticamp“ – zum zweiten Mal organisiert hat. Mit dabei sind auch wieder die Berliner, „die wir beim Elbe-Hochwasser 2013 nahe Magdeburg kennengelernt haben. Seitdem haben wir Kontakt und organisieren viele gemeinsame Veranstaltungen.“

Nach den Stationen am Strand geht es nun wieder aufs Wasser. „Die Aufgabe lautet, drei versenkte Bojen zu finden“, sagt Elgeti. Was nun folgt, ist so spektakulär, dass sich viele Schaulustige einfinden. Die Retter bilden nämlich zwei Zehner-Ketten im Wasser, um gleichzeitig abzutauchen. „Innerhalb einer kurzen Zeit kann so ein großer Bereich wie hier nahe der Ahlbecker Seebrücke abgesucht werden“, sagt Anke Radloff, die in voller Neopren-Anzug-Montur mit ihren Kollegen den tauchenden Nachwuchs absichert und begleitet. Nach knapp einer halben Stunde sind alle Bojen gefunden – von Elgeti und Co. gibt es Beifall für die jungen Rettungsschwimmer. Das Kettentauchen hat funktioniert. Übrigens, das Aufbauen der großen Zelte auch. „Das war die erste Herausforderung am Freitagabend für den Nachwuchs“, so Anke Radloff, die sich bei der Gemeinde Heringsdorf für die große Unterstützung bedankt.

Henrik Nitzsche

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