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Kinder aus einer anderen Welt

Heringsdorf Kinder aus einer anderen Welt

Mandy Knuth fotografierte junge Menschen in der Armut von Uganda. Jetzt zeigt sie die Bilder in einer Ausstellung.

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Fotografin Mandy Knuth zeigt den jungen Besuchern ihrer Auststellung Bilder, die sie von Kindern in Uganda gemacht hat.

Quelle: Dietmar Pühler

Heringsdorf. Große Mandelaugen aus kaffeebraunen Kindergesichtern blicken von der Wand herab in die Augen staunender hellhäutiger Kinder. Dass zwischen den kindlichen Betrachtern im Bansiner Haus des Gastes und den auf Fototafeln festgehaltenen Kindern im St. Moses Children´s Care Center in Uganda Welten liegen, wird nicht allein durch die Hautfarbe deutlich.

Die Heringsdorfer Fotografin Mandy Knuth war vor vier Jahren für vier Wochen im St. Moses-Waisenhaus, wo sie die dort lebenden Kinder kennenlernte, viel über deren Schicksale erfuhr. Außerdem besuchte sie mit einem Sozialarbeiter als Dolmetscher die Familien der Kinder im Umland des „Kinder-Fürsorge-Zentrums“.

Dabei entstanden gut 2000 Bilder, von denen nun 38 Fotos im Format 60 x 80 Zentimeter in „Mandy Knuth — Uganda — Die Ausstellung“ in Bansin zu sehen sind. Die 44-jährige Profifotografin eröffnete jetzt gleich zweimal ihre beeindruckende Fotoschau, zunächst bei einer Vernissage für Kinder, anschließend für die Erwachsenen.

Gerade die Jungen und Mädchen, überwiegend im Grundschulalter, verfolgten die Führung von Mandy Knuth mit großen Augen. Sie erfuhren, wie ihre Alterskameraden in Uganda leben, dass 2,7 Millionen von ihnen keine Eltern mehr haben, da diese an Malaria, Aids oder im Krieg gestorben sind.

Aber auch die Kinder selbst bleiben vor den tödlichen Krankheiten nicht verschont. So ist ein zehnjähriges Mädchen, sichtbar durch seine Krankheiten gezeichnet, auf einem Foto zu sehen. Von Mandy Knuth hören die Usedomer Kinder, dass das kranke Mädchen zwei Tage nach der Aufnahme des Bildes verstorben ist.

Doch auch viele fröhliche Kinder sind bei der Hausarbeit, in der Schule oder beim Spielen zu sehen, so wie das Foto von Robert, Meddy und Ivan zeigt. Sie leben behütet im St. Moses Waisenhaus, gehen dort zur Schule und haben später womöglich durch Spenden die Möglichkeit, zu studieren. Dass selbst im Children´s Care Center das Leben schwieriger ist als in unserer mitteleuropäischen Welt, zeigt das Schicksal von Ivan. Der 2009 so glücklich dreinschauende Junge verstarb im vergangenen Jahr an Sichelzellenanämie.

Doch die Bilder sollen nicht nur nachdenklich stimmen, sondern auch den Stolz der Kinder und Erwachsenen im ugandischen Distrikt Jinja, der nördlich des Victoriasees liegt, zeigen. Außerdem möchte Mandy Knuth mit ihrer Ausstellung erreichen, dass viele Betrachter durch Spenden mithelfen, den Fortbestand und Ausbau des St. Moses Children´s Care Centers abzusichern. Sie hat sich versichert, dass Spenden zu hundert Prozent im Waisenhaus ankommen. Dafür übernimmt ein Sponsor die Überweisungskosten, so dass jeder Spenden-Euro für die Betreuung der Kinder eingesetzt werden kann. Derzeit leben 64 Kinder im Heim, 21 weitere Jungen und Mädchen im angeschlossenen Internat.

Sichtlich beeindruckt kommentierte der blonde Tim die Ausstellung: „Uns geht es viel besser. Wir haben alle eine Mami“. Was ihn noch von den Kindern in Uganda unterscheidet, ist, dass er nicht den ganzen Tag „Poscho“ (Maisbrei) essen muss oder zwei Stunden mit dem Kanister zum Wasserholen laufen muss.

Die Fotoausstellung ist bis zum 17. November im Haus des Gastes in Bansin zu sehen. Der Eintritt ist frei. Die Fotografin würde sich aber freuen, wenn die dort stehende Spendenbox reichgefüllt an das Waisenhaus weitergegeben werden könnte. Weitere Infos zum Waisenhaus unter www.stmosesccc.org.

Mit der Ausstellung möchte ich Spenden für das Waisenhaus in Uganda sammeln. Das Geld kommt zu hundert Prozent bei den Kindern an.Mandy Knuth, Fotografin

 

 

Dietmar Pühler

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