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Kinderärztin schlägt Alarm

Wolgast Kinderärztin schlägt Alarm

Fehlende Notfallversorgung stellt viele Wolgaster Familien vor große Probleme.

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Seit Jahresbeginn sind die Gynäkologie, die Geburtshilfe und die Kinderstation im Wolgaster Kreiskrankenhaus geschlossen. Einheimische und Urlauber leiden gleichermaßen unter dieser Entscheidung.

Quelle: Kreiskrankenhaus

Wolgast. Die zu Jahresbeginn erfolgte Schließung der Kinderstation im Krankenhaus Wolgast und die fehlende Notaufnahme mit pädiatrischer Versorgung führt zu erhöhtem Arbeitsaufwand für niedergelassene Kinderärzte.

Die Wolgaster Fachärztin für Kinderheilkunde und Kinderchirurgie, Dr. Sabine Sussmann, schildert die aktuelle Situation folgendermaßen: „Seit der Schließung der Gyn.-Geburtshilflichen Abteilung und der stationären Kinderheilkunde am Kreiskrankenhaus Wolgast finden sich in meiner Praxis etwa zehn Prozent mehr Patienten ein.“

Es handele sich dabei hauptsächlich um Patienten bzw. Familien, denen es, da sie kein eigenes Fahrzeug haben, nicht möglich ist, weit entfernte Notaufnahmen etwa in Greifswald oder Anklam aufzusuchen. Um von Wolgast bzw. von der Insel Usedom zur Kinderstation in Anklam oder Greifswald zu gelangen, müssten 34 bzw. 50 Kilometer pro Tour zurückgelegt werden. Für einen Termin in einer kinderärztlichen Notfallversorgung seien somit inklusive Hin- und Rückfahrt, Wartezeit, Diagnosestellung und Therapieempfehlung fünf bis sechs Stunden einzuplanen.

Aus diesem Grunde „kommen etliche Familien morgens ohne stattgehabte Notfallbetreuung in die Praxis“, schildert Dr. Sussmann. „Diese Patienten sind deutlich kränker und brauchen in der Betreuung deshalb mehr Zeit und Aufwand, als es zu Zeiten der gesicherten Notfallversorgung und der Möglichkeit einer raschen stationären Betreuung in Wolgast möglich gewesen wäre.

Zudem gibt es viele Familien, die trotz der Empfehlung stationärer Aufnahmen von den Kollegen aus den jeweiligen Notaufnahmen ihre Kinder lieber ambulant betreuen lassen, weil durch die weiten Anfahrtswege keine häufigen Besuche und keine direkte Kommunikation mit den Behandelnden möglich sind. Das Prinzip der wohnortnahen Versorgung ist nicht mehr gegeben.“

Schröter, Tom

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