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Usedom Ein Recht auf Urlaub: Verein setzt sich für Kinder ein
Vorpommern Usedom Ein Recht auf Urlaub: Verein setzt sich für Kinder ein
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15:13 29.11.2018
Die Kinder hatten sichtlich Spaß in ihrem Urlaub im vergangenen Oktober, wie hier beim Kamelreiten auf Zypern . Quelle: FOTO: Michael Seuchter
Anklam

Für die meisten von uns ist es ganz normal, Ende des Jahres den nächsten Urlaub zu planen und allmählich die Reisebüros nach sonnigen Angeboten abzuklappern. Wir brauchen diese Erholung, diesen Ausbruch aus dem Alltag, diese Tage voller neuer Eindrücke und Geschichten, die unser Leben bereichern. Einige Menschen sehen jedoch selten oder sogar nie mehr als den Ort in dem sie leben. Finanzielle Nöte verhindern das Kennenlernen neuer Kulturen, das Bereisen fremder Länder und das unbeschwerte Lächeln eines Kindes.

Genau das versucht die Deutsche Kinderhilfsstiftung (DKHS) denen zurückzugeben, die es am dringendsten benötigen: Kranken Kindern, deren Eltern oder Sorgeberechtigte nicht über die Mittel verfügen, ihnen einen Urlaub mit Hotel, Sonne, Strand oder Abenteuer zu ermöglichen. Das sei es jedoch, was auch Kinder hin und wieder brauchen, meint Michael Seuchter vom DKHS in Anklam. Als Vorsitzender der Stiftung, die seit 2007 existiert, kümmert er sich ehrenamtlich um die Schwächsten der Gesellschaft. Gemeinsam mit seinen Kollegen organisiert er Ausflüge, wie den nach Zypern im vergangenen Oktober

Kooperation mit Peter Maffay

„Mit dem dortigen Camp kooperieren wir seit den Anfängen. Mittlerweile konnten wir unser Angebot noch mehr an die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Kinder anpassen und die Reiseziele erweitern“, sagt Seuchter mit Blick auf die weiteren Destinationen. Dazu zählen Teneriffa, Finnland und zwei Camps von Schlagerstar Peter Maffay bei Berlin und München. „Die beiden Camps in Deutschland wollten wir unbedingt mit ins Angebot aufnehmen, weil es Kinder gibt, die aufgrund einer Krankheit oder Behinderung nicht in der Lage sind zu fliegen“, erklärt er.

Welche Kinder überhaupt in Frage kommen, mit dem DKHS in den Urlaub aufzubrechen, darüber gibt eine Broschüre des Vereins Aufschluss. Demnach seien soziale Faktoren auf der einen und medizinische Faktoren auf der anderen Seite entscheidend. Die betreffende Zielgruppe besteht in der Regel aus Kindern von sechs bis 17 Jahren, die nicht in finanziell gesicherten Verhältnissen leben und von einer schweren, unheilbaren oder sogar tödlichen Krankheit befallen sind. Dazu zählen unter anderem Diabetes, Epilepsie, Asthma und Krebs, aber auch seelische Erkrankungen wie Verhaltensstörungen und solche Lähmungen oder Behinderungen, die die Kinder von Geburt an an einem normalen Leben hindern.

Politik ignoriert die Probleme

Wenn es nach Seuchter ginge, würde er jedem Kind, das in diese Kategorie fällt, ermöglichen, an den Urlaubsfahrten teilzunehmen. Davon gibt es etwa eine Million in ganz Deutschland und 25 000 in Mecklenburg-Vorpommern. „Die größte Herausforderung besteht darin, an die Zielgruppe heranzukommen“, erzählt er. „Die Ärzte, Eltern und Sozialbetreuer müssten viel mehr auf uns zukommen, damit wir noch mehr Kinder unterstützen können.“

Dass die Plätze für die Fahrten sehr teuer sind, verschweigt er nicht. Bei jeder Reise würde ein gewisser Komfort gewährleistet. Zudem müssen jedes Mal Betreuer, Ärzte, Pädagogen und Pfleger anwesend sein. Um das zu bezahlen, bedürfe es jedes Jahr aufs Neue großzügiger Spenden. Verschiedene Vereine, Stiftungen, aber auch Privatpersonen leisten ihren Beitrag zu den Projekten der DKHS. So kamen im Jahr 2018 etwa 80 000 Euro zusammen. Mit einem ähnlichen Betrag rechne man auch im kommenden Jahr.

Seuchter ist das jedoch noch zu wenig, denn mit mehr Geld könne man mehr bewirken. Vor allem die Politiker in Schwerin sind in seinen Augen gefragt. So habe der Landtag im Sommer 2016 signalisiert, künftig über eine Erhöhung der Fördermittel von teilhabebeschränkten Kindern aus prekären Sozialverhältnissen nachdenken zu wollen. Seitdem sei jedoch nichts passiert. „Die Politik in MV regiert an den Schwächsten vorbei“, meint Seuchter. „Schwerin sollte endlich handeln, um auch diesen Kindern ihr Recht auf Urlaub zu ermöglichen.“

Flemming Goldbecher

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