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Usedom Kirche Zinnowitz: Patient „Ostgiebel“
Vorpommern Usedom Kirche Zinnowitz: Patient „Ostgiebel“
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00:00 26.10.2017
Dieser Teil des Giebelpfeilers wurde bereits erneuert. Pastorin Christa Heinke ist regelmäßig auf der Baustelle. FOTOS (3): HENRIK NITZSCHE
Zinnowitz

Arbeiten auf einer Baustelle – für die Zinnowitzer Pastorin Christa Heinke ist das schon fast zur Gewohnheit geworden. Denn die über 120 Jahre alte Kirche im Ostseebad ist von Feuchtigkeitsschäden gezeichnet. Besonders schlimm hat es den Turm erwischt. Vor gut drei Jahren wurde deshalb mit der Sanierung begonnen. Im Mauerwerk waren zahlreiche Steine kaputt, die Fugen kaum noch zu erkennen. Über 200 000 Euro wurden schon verbaut, bis die Zinnowitzer eine neue Hiobsbotschaft ereilte. „Bei einer Besichtigung stellte unser Architekt fest, dass auch der Ostgiebel der Kirche von zahlreichen Schäden betroffen ist“, sagt die Pastorin. Vom Denkmalpflegeamt Schwerin drohte sogar eine baupolizeiliche Sperrung des Bereiches. Deshalb wurden die Arbeiten am Turm für ein Jahr ausgesetzt.

Bis Jahresende sollen Teile des Mauerwerks erneuert werden / Der Wetterhahn kommt wieder

„Seit Sommer stehen die Gerüste nun am Ostgiebel der Kirche. Für die Sanierung der schadhaften Stellen mit dem Austausch von Steinen und der Erneuerung der Fugen haben wir das Geld zusammen“, so die Pastorin. Die 132 000 Euro stammen aus Eigenmitteln der Kirchgemeinde, des Landes sowie mehrerer Stiftungen. Weil Zinnowitz eine von zwei Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern ist, die im Notsicherungsfonds der Denkmalpflege des Landes sind, gab es von dort 50 000 Euro.

Geld, was gegenwärtig von den Mitarbeitern der Baudenkmalpflege GmbH aus Prenzlau verbaut wird. Der mittlere Giebelpfeiler der Kirche wurde inzwischen stabilisiert, Teile der alten Mauer abgetragen und durch eine neue ersetzt. An mehreren Stellen wurde mit der Wiederherstellung der Verfugung begonnen. Die neue schmiedeeiserne Bekrönung (obere Begrenzung eines Bauteils) wurde inzwischen befestigt. „Die alte Eisenstange, an der der Wetterhahn befestigt war, hat enorme Schäden im Mauerwerk verursacht“, sagt Christa Heinke. Während auf dem Turmdach das Kreuz prangt, ist an der höchsten Stelle des Ostgiebels ein Wetterhahn angebracht. Gegenwärtig zwar nicht, doch die Pastorin verspricht, dass der Wetterhahn nach Abschluss der Arbeiten wieder auf den Ostgiebel kommt – „und zwar vergoldet“.

Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten am Ostgiebel abgeschlossen sein, damit es 2018 am Turm wieder weitergehen kann. Die untere Hälfte des 38 Meter hohen Turmes bedarf ebenfalls einer Sanierung.

Bis das nicht abgeschlossen ist, müssen die Besucher der Kirche auf der Westseite im Eingangsbereich auch weiter durch ein Gerüst mit Netz geschützt werden. „Viele Steine halten nur noch aus Gewohnheit. Der eine oder andere Stein kann mal fallen. Hier geht es um den Schutz der Besucher.“

Henrik Nitzsche

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