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Usedom Kita-Streit: Knappes Ja für Trägerwechsel
Vorpommern Usedom Kita-Streit: Knappes Ja für Trägerwechsel
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09:34 14.03.2018
Leidenschaftlich warb auch Elternratsvorsitzende Jaqueline Viergutz (stehend) bei den Stadtvertretern dafür, dem Arbeitersamariterbund (ASB) den Zuschlag zum Betrieb der neuen Kita zu erteilen. Am Ende hatten die Bemühungen allerdings keinen Erfolg. Quelle: Fotos: Tom Schröter

Rückschlag für den Arbeitersamariterbund (ASB) in Wolgast: Am Montagabend hat die Stadtvertretung in geschlossener Sitzung dem Trägerwerk Soziale Dienste in MV den Zuschlag zum Betrieb der geplanten neuen Kindertagesstätte erteilt. Wie berichtet, soll für die in die Jahre gekommene, in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße befindliche ASB-Kita „Friedrich Fröbel“ ein Ersatzneubau hinter der Regionalen Schule mit Grundschule „Heberlein“ entstehen.

Rückschlag für den Arbeiter-Samariter-Bund in Wolgast: Die Stadtvertretung hat in geschlossener Sitzung dem Trägerwerk Soziale Dienste in MV den Zuschlag zum Betrieb der geplanten neuen Kindertagesstätte erteilt. Die entsprechende Entscheidung fiel knapp aus.

Für den künftigen Betrieb dieser neuen Kita waren zum Schluss noch das Trägerwerk, der ASB und die Volkssolidarität im Rennen. Die Entscheidung am Montag fiel knapp aus. Am Ende stimmten zehn Abgeordnete für das Trägerwerk und acht für den ASB; drei enthielten sich.

Die Stadtvertreter machten sich ihren Entschluss nicht leicht. Eindruck hinterließen offenbar die Fürsprecher des ASB, die zur Ratssitzung im Kornspeicher gekommen waren, um sich für ihren Träger stark zu machen, sich also gegen einen Wechsel aussprachen. Birgit Sylvester hob als Leiterin der „Fröbel“-Kita den integrativen Ansatz der Einrichtung hervor. „Wir sind sehr gut auf die Betreuung auch von Kindern mit Handicaps eingestellt, haben darin viel Erfahrung und würden unsere Arbeit gern weiterführen“, argumentierte sie. Elternratsvorsitzende Jaqueline Viergutz hob den guten Kontakt zwischen den Eltern und dem engagierten Kita-Team hervor. Und ASB-Geschäftsführer Ronald Schweder führte Erfahrungen des Trägers im Umgang mit Finanzierungen seitens der Europäischen Union ins Feld und fragte in die Runde: „Was haben wir in der zurückliegenden Zeit denn falsch gemacht?“.

Eine konkrete Antwort blieb man Schweder an diesem Abend schuldig. Dem Vernehmen nach waren viele Mitglieder des Sozial- und Kulturausschusses der Stadt von der Konzeptvorstellung des ASB in der Vorwoche enttäuscht. Der Träger, so heißt es, habe seinen Heimvorteil nicht voll genutzt, als seine Vertreter ihre Vorstellungen vor dem Gremium präsentierten.

Bürgermeister Stefan Weigler wies am Montag auch auf Risiken hin, die sich für die Stadt Wolgast mit dem Vier-Millionen-Euro- Neubauvorhaben verbinden, das zu 50 Prozent aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) gefördert werde: „Wir als Stadt sind Empfänger der Efre- Mittel. Wir reichen diese an den Träger weiter, müssen dem Fördermittelgeber aber über einen Zeitraum von 25 Jahren garantieren, dass die Gelder zweckbestimmt verwendet werden.“ Sei dies nicht der Fall, müsse die Stadt den Zuschuss in Höhe von etwa zwei Millionen Euro an die EU zurückzahlen.

Beim Trägerwerk Soziale Dienste in MV wurde die Entscheidung aus Wolgast gestern mit Freude aufgenommen. „Wir verfolgen mit unserem Konzept einen lebensbezogenen Ansatz. Die Kinder sollen spielend die Welt erforschen und wir unterstützen sie dabei“, sagte Jens Biederstädt, Regionalleiter Kindertageseinrichtungen und Internate beim Trägerwerk. Sicher habe man auch mit der „Randzeitbetreuung“

gepunktet. Die Kita habe von 5.30 bis 20.30 Uhr geöffnet.

Tom Schröter

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