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Usedom Schwimmkurs: Rette sich, wer’s kann
Vorpommern Usedom Schwimmkurs: Rette sich, wer’s kann
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15:44 30.11.2018
Kinder der Bansiner DRK-Kita „Waldzwerge“ lernen in der Ostseetherme in Ahlbeck schwimmen. Quelle: FOTOS: René Wandel
Heringsdorf

Michal Stefaniak ist Rettungsschwimmer bei der Wasserwacht des DRK. Wenn er in diesem langen und sehr heißem Sommer eines gelernt hat, dann dass es ganz wichtig ist, wenn Kinder schon frühzeitig schwimmen lernen. Mehrmals wurde er zu teils dramatischen Rettungseinsätzen am Strand gerufen, wenn sich Kinder zu weit ins Wasser gewagt hatten. Er ist deshalb sehr froh, dass es beim DRK-Kreisverband Ostvorpommern-Greifswald das Projekt „Rette sich, wer's kann“ gibt. Seit zwei Jahren lernen dort die älteren Kinder der DRK-Kita „Waldzwerge“ in Bansin schwimmen: „Wir bringen ihnen zusammen mit dem Schwimmen auch das richtige Verhalten an und in offenen Gewässern bei. Die Mädchen und Jungen sind bei diesem wöchentlichen Unterricht mit großer Freude dabei. Sie haben keine Angst vor dem Wasser, lernen aber, dass man immer Baderegeln einhalten muss, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen“, schildert er. In diesem Jahr haben er und seine Rettungsschwimmer-Kollegen angesichts des langen und sehr heißen Sommers gemerkt, wie wichtig, ja überlebenswichtig es ist, dass Kinder frühzeitig schwimmen lernen. „Ich wünschte, diese Einsicht hätten alle Eltern“, sagt er. Denn der von Schulen angebotene Schwimmunterricht wird erst spät, in Klasse 3 oder 4, durchgeführt. Und wie eine aktuelle Studie zeigt, kann ein Viertel der Kinder zwischen neun und zwölf Jahren immer noch nicht schwimmen.

„Die Kinder gewöhnen sich beim Schwimmunterricht sehr schnell ans Wasser, werden insgesamt sicherer beim Baden. Sie üben unter großem Hallo sogar erste Schwimmstile und sind so stolz, wenn sie am Ende die Prüfung für das Seepferdchen-Abzeichen bestehen“, berichtet er. Zugleich werde man sportlich fit. „Das Wichtigste am Schwimmunterricht aber ist: Die Kinder haben keine Angst vor dem Wasser, aber den nötigen Respekt. Und genau das geben sie später einmal ihren eigenen Kindern weiter – eine große Hilfe für uns Rettungsschwimmer“, betont Michal Stefaniak.

„Ich finde deshalb die Idee der diesjährigen OZ-Weihnachtsaktion sehr passend. Denn vom Schwimmen haben die Mädchen und Jungen ihr ganzes Leben einen positiven Effekt. Es ist so wichtig, dass die Kinder beizeiten wissen, wie sie sich im Wasser richtig verhalten“, sagt Thomas Pohlers, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes. Das Projekt „Rette sich, wer’s kann“ soll deshalb nicht allein den DRK-Kindern vorbehalten sein. Er animiert deshalb vor allem kleinere Kindertagesstätten, bei diesem Projekt mitzumachen. In der Ostseetherme in Ahlbeck, wo die Bansiner Knirpse einmal wöchentlich zum Schwimmunterricht gehen, ist man gerne bereit, diese Möglichkeit auch für andere Kitas zu schaffen. „Ich denke, dass die Aktion viel positive Resonanz erfährt, denn jeder von uns hat Familie mit Kindern“, so Pohlers. Und die erfahrenen Rettungsschwimmer, die die Kurse leiten, würden den Kleinen mit viel Einfühlungsvermögen das Schwimmen beibringen. „Sie sind mit solcher Begeisterung dabei und motivieren sich gegenseitig“, hat Thomas Pohlers beobachtet. Zudem könnten über die OZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ auch Schwimmbretter und Schwimmnudeln gekauft werden, die allen zugute kommen bzw. bei Interesse sogar Erzieher zu Schwimmlehrern ausgebildet werden.

René Wandels Tochter hat vor zwei Jahren in der DRK-Kita „Waldzwerge“ das Schwimmen erlernt. „Nach einer ersten Trockenübung in der Einrichtung ging es ab ins kühle Nass. Die erfahrenen Schwimmlehrer haben die Kinder spielerisch ans Wasser herangeführt und etlichen so die Angst genommen“, erinnert er sich. Die Idee, dass künftig noch mehr Kinder frühzeitig das Schwimmen lernen und sich so tragische Badeunfälle vermeiden lassen, findet er gut. „Wir wohnen am Wasser. Das ist sehr sinnvoll, dass Kinder beizeiten schwimmen und die entsprechenden Baderegeln lernen und nicht erst, wenn sie neun oder zehn Jahre alt sind“, so der Familienvater. Seine Tochter sei, nachdem sie am Ende der Kindergartenzeit das Seepferdchen-Abzeichen als Schwimmerin bekam, viel sicherer am Strand gewesen. „Als Eltern kann man das nur gut heißen“, betont René Wandel.

Er hofft deshalb zusammen mit Thomas Pohlers und Michal Stefaniak, dass „Rette sich, wer's kann“ zum Erfolg wird. Sie bitten alle OZ-Leser mit einer Spende mitzuhelfen, dass im nächsten Sommer noch mehr Kinder unbeschwerte Badefreuden in der Ostsee und in den Binnenseen genießen können.

Cornelia Meerkatz

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