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Usedom Kläranlage Zinnowitz wird für 9 Millionen Euro erweitert
Vorpommern Usedom Kläranlage Zinnowitz wird für 9 Millionen Euro erweitert
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00:05 08.06.2017
Die Kläranlage im Neuendorfer Weg in Zinnowitz soll in den Jahren 2018 und 2019 erweitert werden. Quelle: Foto: Zweckverband
Ückeritz

Der Wasserzweckverband der Insel Usedom bereitet eine der größten Investitionen in der Verbandsgeschichte vor. Die Zinnowitzer Kläranlage im Neuendorfer Weg nahe des Friedhofes soll von gegenwärtig 20000 Einwohner-Werten auf 35000 erweitert werden. „Die geplanten Kosten belaufen sich auf rund neun Millionen Euro“, sagt Verbandsgeschäftsführer Mirko Saathoff.

„Nach der Erweiterung werden wir die Verbrauchs- gebühr voraus- sichtlich um 30 Cent anheben.Mirko Saathoff, Geschäftsführer des Wasserzweckver- bandes der Insel

Hier will der Insel-Verband auch investieren

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Der Verband hofft für den Ausbau auf Fördermittel von der EU – rund 4,4 Millionen Euro. Die restliche Summe soll aus dem Eigenkapital des Verbandes kommen und über die Verbrauchsgebühr refinanziert werden. Die liegt gegenwärtig bei 3,30 Euro je Kubikmeter. „Nach der Erweiterung der Kläranlage werden wir wohl bei 3,60 Euro liegen“, kündigt Saathoff an.

Die enorme Steigerung der Baukosten gegenüber ersten Schätzungen im Abwasserbeseitigungskonzept der Insel Usedom begründet Saathoff so: „Da war aber noch die Rede von einer Erweiterung der Kläranlage auf 32 000 Einwohnerwerten. Da liegen wir schon jetzt in der Spitze im Sommer. In der jetzigen Investitionssumme sind außerdem die Planungskosten sowie der Umbau der Bestandsanlagen enthalten. Wir planen nun auch einen großen Trocknungslagerplatz für Schlamm. Neben der jetzigen Kläranlage entstehen zwei neue Becken inklusive mehrerer neuer technischer Anlagen. Außerdem müssen wir im Zuge der Erweiterung das komplette Reinigungsverfahren umstellen.“ Gebaut werden soll von Mitte 2018 bis 2019 bei laufendem Betrieb.

Die Planungsleistungen für die Erweiterung der Kläranlage mussten europaweit ausgeschrieben werden. Den Zuschlag erhielt das Berliner Büro p2m. „Sie haben eine Messkampagne durchgeführt. Die Daten aus dem Abwasserbeseitigungskonzept wurden geprüft und mit den Bebauungsplänen in den Verbandsgemeinden abgeglichen. Im Ergebnis wurde entschieden, die Anlage künftig so auszubauen, dass hier Abwasser von 35 000 Einwohnern gereinigt werden kann“, sagt Jana Hardt, Abteilung Investition beim Wasser-Zweckverband, zur angespannten Situation bei der Abwasserentsorgung.

Nicht besser sieht es im Inselnorden mit der Trinkwasserversorgung aus. Deshalb kooperiert der Inselverband mit dem Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung Festland-Wolgast. Dank eines neuen Strangs von Wolgast nach Krummin, der im Sommer fertig sein soll, können von dort aus, außer Krummin, auch die Haushalte in Neeberg, Sauzin, Ziemitz, Bannemin und Mölschow mit Trinkwasser versorgt werden.

Auch bei der Abwasserbeseitigung arbeiten die Verbände schon zusammen. Abwässer aus Karlshagen und Peenemünde fließen nach Wolgast. Eine weitere Leitung aus dem Inselnorden ist in Planung.

Im Zusammenhang mit der Erweiterung der Zinnowitzer Kläranlage gab es auch eine wirtschaftliche Prüfung, ob eine Überleitung nach Wolgast Sinn macht. „Das wurde aus wirtschaftlichen Gründen verworfen“, betont Mirko Saathoff. „Wir hätten Pumpwerke ertüchtigen müssen. In der Peene müsste ein Düker (Druckleitung d.R.) gebaut werden. Das Gefälle der Abwasserleitungen in den Straßen ist in Richtung Zinnowitz ausgelegt. Das kann man nicht einfach umdrehen. Wir brauchen stärkere Pumpen, langfristig sind das enorme Stromkosten“, sagt Saathoff.

In die Prüfung war der Verband Festland-Wolgast involviert. „Die Entscheidung trifft der Inselverband“, sagt Christian Zschiesche, technischer Verbandsgeschäftsführer. In der Wolgaster Kläranlage, die für 40 000 Einwohnerwerte ausgelegt ist, gibt es noch freie Kapazitäten. „Mit der weiteren Leitung aus dem Inselnorden, die wohl 2018 gebaut wird, sind wir dann aber auch bald an der Grenze.“

Henrik Nitzsche

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