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Usedom Kleine Brunnenbauer und Wassersparer
Vorpommern Usedom Kleine Brunnenbauer und Wassersparer
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01:40 09.02.2018
Initiatorinnen der Kinderkirchentage der St. Petri Gemeinde in Wolgast: Hanna Stackelberg (r.) und Nicole Ahrens.

Wie selbstverständlich dreht Richard Köhncke am Tag viele Male einen Wasserhahn auf. Gedanken darüber hat sich der Siebtklässler aus Wolgast aber bislang wenig gemacht. „Das Wasser ist halt da“, sagt er. Millionen Menschen weltweit haben aber keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

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Schmecken, Basteln, Singen: Wolgaster Kinderkirchentage widmen sich dem kostbaren Gut

„Ich werde nun bewusster mit Wasser umgehen“, meint der Schüler des Runge-Gymnasiums nach den drei Tagen. Und bringt mit der Aussage Hanna Stackelberg zum Lächeln. Die Mitarbeiterin im Kirchenkreis Vorpommern hat sich wie die 40 Kinder aus Wolgast und der Ückeritzer Ostseeschule, Gemeindepädagogin Nicole Ahrens und jungen Helfern aus der Kirchengemeinde St. Petri in dieser Woche mit dem Thema Wasser beschäftigt.

Die Kinderkirchentage, die in Wolgast in den Winterferien Tradition haben, standen unter dem Motto „Treffpunkt Brunnen“. „Wir haben uns mit dem Element Wasser beschäftigt. Wie kostbar ist es? Woher kommt die Wasserknappheit? Wie sieht es mit Wasser in anderen Regionen der Welt aus?“, erzählt Hanna Stackelberg. All das wurde spielerisch und musikalisch vermittelt. „Klar, Spaß soll es ja vor allem machen“, betont Nicole Ahrens.

Über allem stand das diesjährige Credo des Hilfswerks „Brot für die Welt“, das lautet „Wasser für alle!“ Hanna Stackelberg ist dort Referentin. „Für uns ist entscheidend, dass die Kinder das Wasser wertschätzen. Dank des Hilfswerks entstehen weltweit neue Brunnen und große Tanks für Regenwasser.“

In der St. Jürgen Kapelle wurden kleine Brunnen gebaut. Emilia (8) stapelte Bauklötze zu einem großen Rund, andere bastelten die Wasserbehälter aus kleinen Teppichrollen. Ausgefüllt mit Frischhaltefolie blieb das Wasser auch drin.

Die Kinder trafen in einer Mitmachgeschichte die biblische Person Elia, die mit wenig Wasser in der Wüste auskommen muss. „Bis Gott dann den großen Regen schickt“, so Hanna Stackelberg, die von der Resonanz in diesem Jahr überwältigt war. „So viele Kinder hatten wir lange nicht mehr bei den Kirchentagen. Sie haben sich alle auf das Thema eingelassen, das Wasser als kostbares Gut zu begreifen.“

So wie Anna-Sophia Heller aus Wolgast, die erstaunt war, dass Menschen in anderen Ländern stundenlang laufen müssen, um Wasser zu bekommen. „Das ist schlimm“, sagt die Zehnjährige, die mit viel Kreativität die Trinkflasche vom Hilfswerk, die alle Teilnehmer bekommen haben, bemalt hat.

Wem es in den drei Tagen in den Gruppen „Die wilden Wellen“, „Team Sprudelwasser“ oder „Wasserflöhe“ mal doch zu laut wurde, der konnte sich in den Ruheraum zurückziehen und beim Wellenrauschen abschalten.

122 Liter am Tag

Laut Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft verbraucht jeder Deutsche pro Tag 122 Liter Wasser. Am meisten Wasser fließt beim Baden und Duschen, bei der Toilettenspülung und beim Wäschewaschen.

1975 verbrauchte jeder Deutsche im Jahr durchschnittlich 133 Liter. In den darauf folgenden Jahren stieg der Wasserverbrauch konstant an und erreichte im Jahr 1991 mit 147 Liter seinen vorläufigen Höhepunkt. Seit 2000 sank der Verbrauch wieder.

Henrik Nitzsche

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