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Usedom Kleine Filmemacher in Lassan
Vorpommern Usedom Kleine Filmemacher in Lassan
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00:00 25.10.2018
Elina Moldenhauer (vorne) und Eirik Pape (beide 9) präsentieren stolz ihre fertig gebastelten Katzen. FOTOS (3): PAULINE RABE
Lassan

Sorgfältig schneidet Elina Moldenhauer eine Figur aus weißem Moosgummi aus. „Geht das so?“, fragt sie Constanze Witt und wedelt aufgeregt mit dem Ausschnitt umher.

Drittklässler fertigen einen Film mit Künstlerpaar Constanze Witt und Claus Larsen

„Super. Doch wo ist das Gesicht?“ entgegnet sie der Neunjährigen. Bereits seit 2010 kommen Witt und ihr Mann Claus Larsen regelmäßig in die Grundschule Lassan und machen aus Dritt- oder Viertklässlern kleine Filmemacher.

Eine Woche lang werden die Kinder dafür nur morgens eine Stunde unterrichtet – danach werden Bastelschere und Klebestift ausgepackt. Das Ziel? Ein Animationsfilm. In den Jahren zuvor wurde dieser unter der Vorgabe eines Stichwortes entwickelt. Themen wie Zukunft, die Stadt Lassan oder Monster wurden schon behandelt. „Dieses Mal machen wir etwas Besonderes. Wir haben ein Buch als Vorlage“, erzählt Witt und hält Thomas Rosenlöchers „Das Ganseblümchen, die Katze und der Zaun“ in die Luft.

Der erste Tag begann mit einer Lesung des Autors. Die Künstler nahmen seine Stimme dabei auf, um diese als Tonspur für den etwa zehnminütigen Film zu nutzen. Dazu basteln die Kinder die Figuren – aus Moosgummi, Federn und anderen Materialien. Bevor es aber mit der eigentlichen Animation losgehen konnte, wurde mit den Kindern über den Inhalt des Buches gesprochen. Denn die Geschichte handelt von einem ersten Thema: dem Tod.

Doch das war nicht die größte Herausforderung. Das Buch ist illustriert. „Daher mussten sich die Kinder erst einmal von den Bildern lösen, die ihnen direkt vorgegeben worden sind.“ Sie sollten eigene entwickeln. Die Idee zur Verfilmung kam von Marion Neumann, die das Projekt „Kunstwelten“ der Akademie der Künste Berlin leitet. Von dort aus reisen Witt und Larsen immer wieder gern nach Lassan.

„Normalerweise sind wir nur zwei oder drei Mal an derselben Schule“, erzählt die Künstlerin. Bei Lassan ist das anders. Es war Liebe auf den ersten Blick. Nicht nur der herzliche Empfang war dafür ausschlaggebend: „Es ist auch die Wertschätzung, die wir hier jedes Mal aufs Neue spüren.“ Sobald der Film fertig ist, wird er in der Aula der Grundschule präsentiert. Zur Vorstellung werden nicht nur die anderen Klassen eingeladen. Eltern, Großeltern, sogar der Bürgermeister schauen vorbei. „Die Filmvorstellung wird hier richtig zelebriert“, freut sich Witt. Dass das nicht der Regelfall sei, weiß sie von Projekten in anderen Schulen. So seien nicht alle Lehrer offen für das, was das Künstlerpaar tut. „Einige können mit unserer nicht autoritären Art nicht umgehen und haben das Gefühl, es gehe laut und chaotisch bei uns zu.“ Doch Witt und Larsen sei es wichtig, den Kindern keine Vorgaben zu machen, um sie nicht in ihrer Kreativität auszubremsen. Die elf Kinder der dritten Klasse hatten auf reichlich Spaß. „Wir freuen uns schon lange auf das Projekt“, erzählt Eirik Pape. Das kann Schulleiterin Kathleen Drühl bestätigen: „Es ist einer der Höhepunkte im gesamten Schuljahr.“

Noch steht der Termin der Filmvorführung nicht fest. Sobald es soweit ist, werden die Lassaner aber informiert. „Der Film wird später auch auf YouTube zu finden sein“, verrät Künstlerin Witt.

Pauline Rabe

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