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Klinikum Karlsburg baut einzigartiges Diabetes-Zentrum

Greifswald Klinikum Karlsburg baut einzigartiges Diabetes-Zentrum

Das Land fördert das Projekt mit 8 Millionen Euro. Durch die verstärkte Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen soll die Zuckerkrankheit besser therapiert werden.

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Verbandsschwester Ines Pussehl (r.) behandelt Diabetes-Patient Uwe Ehrke, dem der Unterschenkel amputiert worden ist.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Im Kampf gegen die Volkskrankheit Diabetes setzt das Klinikum Karlsburg mit einem neuen Innovationszentrum (DIK) international Maßstäbe. „Wir werden die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen verstärken, um innovative Technik zu erproben und zu evaluieren“, sagte Prof. Wolfgang Motz, Ärztlicher Direktor des Klinikums, gestern bei der Vorstellung des Projektes. Vor allem Patienten mit chronischen Wunden sollen von den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren. Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin nicht ausreichend produziert.

Noch in diesem Jahr beginnt der Bau des Gebäudekomplexes. Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert das Vorhaben mit acht Millionen Euro. „Das Klinikum soll die Bekanntheit unserer Gesundheitswirtschaft weiter ausbauen“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), der gestern bei einem Empfang im Klinikum die Förderzusage überreichte. Durch die Erweiterung des Klinikums erhoffe sich Glawe „eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft“. Insgesamt kostet der Neubau neun Millionen Euro.

Der Standort Karlsburg habe sich bereits einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Unter anderem deshalb, weil dort sowohl Diabetes als auch Herzkrankheiten behandelt werden. Beide hängen oft zusammen, wie Klinikumsdirektor Motz erklärte. So sterben Zuckerkranke besonders häufig an Herzinfarkt. Sie besitzen auch ein zwei- bis dreifach höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.

Die Karlsburger wagen sich mit dem DIK auf ein weltweit neues Forschungsgebiet vor: Die Plasmamedizin soll bei der Wundheilung beteiligt werden. Zudem fließen die aktuellsten Erkenntnisse aus antibakteriellen Studien ein, um Krankenhauskeime noch besser bekämpfen zu können. Das ist vor allem für die zuckerkranken Patienten wichtig, die mitunter extrem keimbelastet sind. Um die Versorgung zu unterstützen, ist ein innovatives Raumkonzept geplant. Dazu gehören Einbettzimmer mit Schleusen und moderne Operationssäle in dem dreigeschossigem Gebäude.

Auch der Bundestagsabgeordnete Matthias Lietz (CDU) hob gestern in Karlsburg die Bedeutung des Neubaus hervor: „Wir müssen Vorreiter sein im Bereich des Gesundheitswesens.“ So könnten junge Arbeitnehmer in der Region gehalten werden. „Das Klinikum trägt auch dazu bei, das kommunale Leben auf Vordermann zu bringen“, betonte Lietz.

Landtagspolitiker Bernd Schubert (CDU) sprach von einem „Glückstag für uns, für die Region und für Mecklenburg-Vorpommern.“ Der Kreistag würde sonst stets um Millionen Euro feilschen, die gespart werden müssten, diesmal kämen acht Millionen rein. „Das ist ein großes Zeichen für Vorpommern. Karlsburg wird dadurch zu einem Vorreiter“, betonte Schubert. Er hoffe auf ein Vorzeigeobjekt, das sich als Modell auch ins Ausland verkaufen ließe.

Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit mit der Herrscherfamilie des Emirats Fujairah, einem der sieben Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate, intensiviert werden. Eine arabische Delegation besuchte im Juli Karlsburg (die OZ berichtete). Im Frühjahr soll es laut Minister Glawe weitere Treffen geben. Das Ziel: schwererkrankte Scheichs zur Behandlung ins Klinikum zu locken. „Wir wollen den Anteil an ausländischen Patienten erhöhen“, sagte Motz. Mit dem DIK würden die Karlsburger noch wettbewerbsfähiger sein. Sie schielen bereits nach Russland . . .

10 000 Patienten pro Jahr
Im Herz- und Diabeteszentrum Karlsburg werden jährlich rund 10 000 Patienten stationär behandelt. Die Mediziner nehmen 2500 Herz- und Gefäßoperationen und 5000 kardiologische Eingriffe vor. Rund 2500 Patienten des Typ1- und Typ 2-Diabetes, darunter Kinder und Jugendliche, erhalten eine stationäre Behandlung. Im Klinikum Karlsburg sind rund 450 Mitarbeiter

beschäftigt.


Das neue Innovationszentrum am

Klinikum Karlsberg kostet insgesamt neun Millionen Euro. Acht Millionen Euro schießt das Land dazu. Der Bau soll noch in diesem Jahr beginnen und bis spätestens 2015 fertig sein.

 

André Wornowski

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