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Usedom Trotz Reparatur: Klotzower sind unzufrieden
Vorpommern Usedom Trotz Reparatur: Klotzower sind unzufrieden
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11:00 25.10.2018
Enttäuscht über die reparierte Straße: Monika und Karl-Heinz Erdmann mit Kreistagsmitglied Günther Jikeli (links). Im Hintergrund führt die Strecke nach Pinnow. Quelle: Pauline Rabe
Klotzow/Buggenhagen

Es sollte die Belohnung eines jahrelangen Kampfes werden: Vor knapp drei Wochen wurde die marode Kreisstraße 30 zwischen Klotzow und Pinnow repariert. Doch statt sich zu freuen, sind die Bewohner enttäuscht. Dort wo sich einst Schlaglöcher aneinanderreihten, liegt nun zwar eine Schicht Fräsgut – für die Klotzower ist das aber keine Verbesserung.

Das Ziel der Reparatur war, die Strecke wieder befahrbar zu machen. „Das ist sie aber nicht wirklich“, sagt Dorfbewohner Karl-Heinz Erdmann. Der Grund: Das Fräsgut besteht aus groben Brocken und liegt nur locker auf dem Weg. Um sein Auto nicht zu beschädigen, traut er sich nur mit geringer Geschwindigkeit auf die Straße. Schon jetzt zeichnen sich Fahrrinnen an. „Wie sollen diese aussehen, wenn hier einmal der Winterdienst lang gefahren ist?“

Ehefrau Monika war schockiert, als sie hörte, dass die Reparaturen schon abgeschlossen sind. „Wir fordern ja gar keine neue oder asphaltierte Straße“, sagt die Rentnerin. Die losen Stücke mehr zu befestigen, würde ihr schon reichen. Denn nicht nur für Autofahrer sei der Weg eine Herausforderung. Mit dem Fahrrad nach Pinnow? „Geht nicht. Beim Spazieren muss man genauso aufpassen, dass man nicht auf den losen Stücken wegrutscht.“

Schlaglöcher schimmern durch

Schon zu DDR-Zeiten wurde für einen besseren Zustand der Kreisstraße gekämpft, berichtet Bürgermeister Manfred Studier. Lange folgte auf die Forderungen der Klotzower nichts. „Wir wissen, dass nur wenig Geld für die Sanierung von Straßen bereitliegt, trotzdem sind wir traurig mit dieser kurzfristigen Lösung vertröstet worden zu sein“, sagt Studier. Bei einer Fahrt nach Pinnow zeigt er auf die wieder durchschimmernden Schlaglöcher.

So sah die Kreisstraße vor ihrer Reparatur aus. Die Dorfbewohner mussten Schlangenlinien fahren, um kein Schlagloch mitzunehmen. Quelle: Hannes Ewert

Resi Wendt kann das Prozedere nicht nachvollziehen. „Wir fühlen uns schlichtweg verarscht. Für die Wahlen sind unsere Stimmen interessant, danach aber werden wir sofort wieder vergessen“, sagt die Rentnerin, die seit ihrer Geburt in Klotzow lebt. Ständig werde nur in Urlauber investiert und nichts für die einheimische Bevölkerung getan. Was ihr am meisten Sorgen bereitet, sind die fehlenden Ausweichmöglichkeiten auf der vier Meter breiten Straße. Denn: Das Fräsgut wurde mit einem Gefälle aufgebracht, sodass ein hoher Absatz zum Feld entstanden ist.

Straßenmeisterei verspricht Nachbesserung

„Darum werden wir uns im November kümmern“, verspricht Hardy Rieck von der Straßenmeisterei des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Kurzfristig stieß er zum Bürgertreff an der Kreisstraße 30 hinzu und versuchte die aufgehitzten Gemüter zu beruhigen. „Ich kann sie wirklich verstehen und ich würde ihnen auch gerne helfen.“ Es gäbe aber einfach nicht genügend Geld. Allein das Aufbringen der Schwarzdecke würde 120000 Euro kosten. Aufgrund der wenigen Gelder wurde das Fräsgut auch nicht in eine Mischanlage gebracht und es finden sich vereinzelt größere Asphaltbrocken auf der Strecke.

„Um die Straße möglichst lange zu erhalten, ist es wichtig, dass hier nicht gerast wird“, erinnert Rieck. Das sei nach Ansicht der Bewohner aber überhaupt nicht möglich. Eine zweite Lösung wäre, die Straße auch von Polizei und Verkehrsbehörde als unbefahrbar zu bestimmen. Das würde gleichzeitig aber auch eine Sperrung bedeuten. „Und damit wäre keinem geholfen.“ Dem pflichtet Bürgermeister Studier bei.

„Dann wären wir wieder bei der Situation, wie wir sie in den vergangen Monaten häufig erleben mussten“, sagt Kreistagsmitglied Günther Jikeli (SPD). Was er damit meint? Der Rettungsdienst musste mehrfach einen Umweg über Lassan nehmen, da die durch Schlaglöcher durchzogene Straße keine schnelle Durchfahrt ermöglichte. Dadurch brauchte er statt geforderten zehn knapp 50 Minuten. „Und das geht nicht. Hier muss endlich eine nachhaltige Lösung geschaffen werden.“ Dafür sieht Jikeli den neuen Landrat Michael Sack in der Pflicht.

Älterer Beitrag: Kaputte Straßen: Bürger demonstieren

Schwarzdecke wäre langfristige Lösung

Für die Reparatur der Straße zwischen Klotzow und Pinnow wurde Fräsgut verwendet. Dabei handelt es sich um Asphaltgranulat, welches beim Abfräsen von alten Straßenbelägen gewonnen wird.

120000 Euro würde es kosten auf diese Schicht eine Schwarzdecke aufzubringen. Hinzu kämen Ausgaben, um Gräben auszugleichen und Kanten glatt zu machen.

Für 812 Kilometer Kreisstraßen ist die der Landkreis Vorpommern-Greifswald zuständig. 305 Kilometer dieser sind laut Einschätzung der Verwaltung in einem schlechten bis katastrophalen Zustand. Es würde knapp 200 Millionen Euro kosten, alle Straßen zu sanieren.

Pauline Rabe

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