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Usedom Knöllchenalarm: Langzeitparker am Discounter müssen blechen
Vorpommern Usedom Knöllchenalarm: Langzeitparker am Discounter müssen blechen
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00:00 22.09.2016
Seit dieser Saison Privatparkplatz: Die Bansiner Lidl-Parkfläche wird von einer Berliner Firma bewirtschaftet. Fotos (2): Henrik Nitzsche

Fast täglich geht Walter Dowerg im Bansiner Lidl-Markt einkaufen. Er hat ein Geschäft in Heringsdorf. Weil er einmal seine Parkscheibe vergessen hatte, gab es nach dem Einkauf eine böse Überraschung – eine Verwarnung. Zahlen musste er nicht. Andere schon. Bei ihnen steckte ein Knöllchen hinter dem Scheibenwischer ihres Pkw auf dem Parkplatz. Die Parkscheibe fehlte oder die Parkzeit war überschritten – 15 Euro wurden für den Verstoß verlangt.

Wer keine Parkscheibe nutzt, kann nach dem Einkauf eine böse Überraschung erleben / Bansiner Lidl-Markt setzt bei Parkplatzbewirtschaftung auf Firma aus Berlin

Seit Mai 2016 überwacht die Firma PRS Parkraum Service GmbH aus Berlin den Lidl-Parkplatz an der Bansiner Kreuzung. „Für die Kunden sollen hier kostenlose Parkplätze angeboten werden. Zwei Stunden können sie hier stehen. Dafür müssen sie aber die Parkscheibe ins Auto legen. Probleme gab es, weil dort viele länger standen“, sagt Laura Gretenhort von der Firma PRS, die deutschlandweit Parkräume bewirtschaftet. Auf Usedom ist es bislang nur der Bansiner Lidl-Markt.

Und da kann der Einkauf schon teuer werden. Wer ohne gültigen Ausweis auf einem Behindertenparkplatz steht, zahlt 25 Euro, wer außerhalb markierter Stellplätze parkt sogar 30 Euro.

Aber warum überhaupt? „Uns ist es wichtig, unseren Kunden während der gesamten Öffnungszeiten einen schnellen und bequemen Einkauf sowie ausreichend Parkmöglichkeiten zu garantieren. Zu diesem Zweck halten wir entsprechend gekennzeichnete Parkplätze frei und weisen mit gut sichtbar angebrachten Schildern darauf hin, dass das Parken für Kunden zwei Stunden lang kostenlos ist, sofern sie dies durch eine Parkscheibe nachvollziehbar machen. Mit dieser Vorgehensweise zwischen Lidl-Kunden und Falschparkern zu differenzieren, haben wir gute Erfahrungen gemacht“, sagt Lidl-Sprecherin Isabel Lehmann. Die Meinungen zum neuen „Privatparkplatz“ gehen auseinander: „Ich finde das nicht gut. Ich will hier nur einkaufen. Manchmal denkt man ja nicht an die Parkscheibe und dann wird man zur Kasse gebeten“, sagt Walter Dowerg. „Wer hier parkt, um an den Strand zu gehen, muss bestraft werden. Einheimische, die nur einkaufen, sicher nicht. Da muss man differenzieren“, sagt Jürgen Werner aus Koserow. Gut findet die Lösung hingegen Tino Lentz. „Als Einheimischer bekommt man im Sommer hier kaum einen Parkplatz beim Einkaufen“, so der Bansiner Hotelier.

Andere Discounter setzen noch nicht auf eine private Überwachung des Parkplatzes. „Weil es immer wieder Diskussionen mit den Kunden gab. In der einen Hand hatten sie den Kassenzettel, in der anderen den Strafzettel“, sagt Norbert Pfitzmann, Betreiber des Edeka-Marktes in Heringsdorf. 2015 hatte er das Parkplatz-Management an eine Firma gegeben. „Viele Kunden waren damals sauer. Das Problem bleibt aber. Beispielsweise wenn ich sehe, dass Gäste ihren Wagen bei uns abstellen, ihre Fahrräder vom Auto abmontieren und losfahren. Um Kontrollen werden wir in Zukunft nicht herumkommen“, so Pfitzmann.

Sein Kollege vom Zinnowitzer Edeka-Markt setzt auf Parkplatzüberwachung – von der Kommune. „Unseren Platz bestreifen die Politessen. Seitdem läuft es besser, außerdem bleiben die Einnahmen in der Gemeinde“, sagt Marktleiter Brian Schmidt. 70 Plätze gibt es hinter dem Edeka-Markt in der Neuen Strandstraße. Eine Stunde dürfen dort seine Kunden stehen – gratis.

Henrik Nitzsche

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