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Usedom Kompromiss im Streit um neue Schnellstraße
Vorpommern Usedom Kompromiss im Streit um neue Schnellstraße
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00:02 11.05.2018
Die Einwohner von Warszów sammelten über 450 Unterschriften gegen den Bau des Straßendamms. Quelle: Foto: Zarzad Osielda Warszów

Die Einwohner von Warszów (so heißt der Swinemünder Stadtteil am rechten Flussufer) haben im Streit um die Streckenführung der neuen Schnellstraße S 3 einen Teilsieg erkämpft. Sie fordern seit langem, dass die Straße nicht durch ihr Wohngebiet führt, sondern außen herum. Jetzt deutet sich ein Kompromiss an. Der Kampf ist jedoch noch nicht zu Ende. Die Gespräche sind noch im Gange.

Die Modernisierung der Straße nach Swinemünde hat derzeit Priorität. Auch deshalb, weil der geplante Tunnel eine radikale Veränderung der gesamten Infrastruktur auf den Inseln Usedom und Wollin zur Folge haben wird. Hinzu kommt, dass auch über ein neues Containerterminal nachgedacht wird, das am rechten Ufer der Swine gebaut werden könnte.

Bislang entspricht die einzige Straße, über die Swinemünde mit dem restlichen Land verbunden ist, nicht den Standards einer Schnellstraße. Häufig bilden sich dort Staus. Die Generaldirektion für Nationalstraßen und Autobahnen, die die S 3 durch Swinemünde plant, ist bisher davon ausgegangen, dass die Straße durch den Bezirk Warszów auf einem Damm und nicht auf einer Rampenbrücke verlaufen wird. Auf diese Weise würde das Viertel durch einen Sandberg mit einer Höhe von bis zu acht Metern getrennt werden. Einwohner und Stadtbehörden wollten dem nicht zustimmen. Zumal anfangs keine Rede von einem Damm war.

Die Generaldirektion hat ihre Pläne dann jedoch geändert, um Kosten zu sparen. Die Rede ist von 100 Millionen Zloty, die der Damm im Vergleich zur Brücke günstiger wäre. Nach zahlreichen Petitionen und Diskussionsrunden gibt es jetzt einen Kompromiss-Vorschlag. Der hohe Damm soll vor der Ludzi Morza Straße in der Nähe von Schrebergärten, also noch vor der eigentlichen Wohnbebauung enden. Die Fahrbahn verläuft dann ebenerdig weiter. Außerdem soll auf der Höhe der Ludzi Morza / Wolinska Straße ein Fußgängertunnel oder eine Fußgängerbrücke gebaut werden, um den Zugang zum Beispiel zur Seefahrtschule zu erleichtern.

Der Wohngebietsvorsteher von Warszów, Dariusz Krzywda, steht hinter dem Vorschlag. Dennoch bleiben für ihn offene Fragen. „Wir können uns nicht vorstellen, dass der Lkw-Verkehr während des Baus der neuen Straße durch die Barlickiego-Straße geführt wird. Wir sind der Meinung, dass die derzeitige Wolinska Straße als Zufahrtsstraße während der Bauzeit erhalten bleiben sollte. Man könnte eventuell auch daneben eine neue provisorische Plattenstraße bauen. Wichtig ist: Der starke Verkehr darf auch während der Bauphase nicht durch unsere Siedlung rollen“, sagte Dariusz Krzywda.

Der Vorsitzende des Wirtschafts- und Haushaltsausschusses im Stadtrat, Slawomir Nowicki, bat die Vertreter der Generaldirektion für Nationalstraßen und Autobahnen, allen Bewohnern von Warszów so schnell wie möglich die neue Route der S 3-Straße vorzustellen. „Das Konzept ist unserer Meinung nach eine gute Lösung. Natürlich müssen sich zu diesem Thema auch die Bewohner von Warszów äußern“, betonte Nowicki.

Noch im Mai soll es ein Treffen mit den Bewohnern von Warszów geben, bei dem sie ausführlich über die Änderungen informiert werden.

Radek Jagielski

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