Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Koserows Seebrücke wird nach dem Sommer neu gebaut
Vorpommern Usedom Koserows Seebrücke wird nach dem Sommer neu gebaut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
René König ist Bürgermeister von Koserow. Hier zeigt er auf den Seebrückenvorplatz, dessen Zuwegung verbessert werden soll. Quelle: Steffen Adler
Koserow

Am Freitag hat der Schornsteinfegermeister und Bürgermeister René König 45. Geburtstag. Bis heute steigt er fast täglich einigen der annähernd 3000 Familien zwischen dem Gnitz, Zinnowitz und Koserow aufs Dach, auf dass der Schornstein immer rauche und die Heizung gut funktioniere. Dabei erfährt er auch, welche Sorgen die Menschen umtreiben. Im Bernsteinbad ist er seit knapp fünf Jahren ehrenamtlicher Bürgermeister. Zuvor war er bereits ein Jahrzehnt Gemeindevertreter mit Mandat des Handwerker- und Gewerbevereins.

Herr König, in etwas mehr als zwei Monaten sind Kommunalwahlen. Sie kandidieren erneut. Ist Ihnen die Entscheidung dafür schwer gefallen?

Rene König: Eigentlich nicht. Seit vorigem Sommer habe ich mich mit dieser Frage intensiv beschäftigt und mich schließlich entschieden, wieder anzutreten. Vor allem, weil mir die Tätigkeit trotz viel Arbeit Spaß macht und wir noch etliche Dinge, die begonnen wurden, zu Ende bringen möchten.

Wenn Sie auf Ihre ersten Amtszeit als Ortsoberhaupt zurückschauen, wie fällt dann Ihre persönliche Bilanz und wie jene für Koserow aus?

Insgesamt überwiegend positiv. Wir haben vieles umgesetzt, was in unserem Strategie- und Entwicklungspapier „Koserow 2020“ steht; darunter die Errichtung des Jugendklubs, die Sanierung des Charlottenhofes und den Bau verschiedener Straßen. Die Volkssolidarität hat eine Heimstatt bekommen und Vereine und Einrichtungen wie Kita, Schule und Feuerwehr fördern wir nach Kräften. Das hat zu einem engeren Miteinander im Seebad geführt.

Wie steht die Kommune finanziell und wirtschaftlich da?

Gut, wir hatten zuletzt stets einen ausgeglichenen Haushalt. Dessen Einnahmeseite hat sich dank gestiegener Steuerzahlungen etlicher Unternehmen verbessert. Das wiederum ist ein Zeichen, dass es vielen Firmen gut geht.

Seebrücke? „Wir sind auf der Zielgraden.“

Dauerbrenner in den Gesprächen vieler Einheimischer wie Urlauber ist der ersehnte Neubau der Seebrücke. Sie ist seit Jahren zum größeren Teil gesperrt und einen sichtbaren Fortschritt gibt es bislang nicht. Nun hat es in der Vorwoche wieder einen Vor-Ort-Termin gegeben. Gibt es Neuigkeiten?

Wir sind auf der Zielgeraden. In den nächsten vier bis sechs Wochen rechnen wir endlich mit dem alles entscheidenden Fördermittelbescheid aus der Landeshauptstadt.

Wenn die Förderung denn wirklich perfekt sein wird, wie geht es dann weiter?

Dann beginnt das zuständige Planungsbüro aus Hamburg umgehend mit der europaweiten Ausschreibung. Denn die Bau- und die Abrissgenehmigung liegen ja bereits seit Monaten vor. Tatsächlich sollen der Rück- und nachfolgend der Neubau erst nach der Badesaison starten. Die dafür nötige Schwimmtechnik wird schrittweise für alle nötigen Etappen genutzt, um Kosten zu sparen. Aber wir wissen, dass es bei solchen sensiblen Vorhaben (die Kosten werden zudem mit etwa sieben Millionen Euro angegeben; d. Red.) viele Wenns und Abers geben kann, von der Umweltproblematik bis hin zu womöglich fehlenden Kapazitäten bei den in Frage kommenden Fachfirmen. Wir tun also gut daran, die Dinge nüchtern zu betrachten und realistisch zu bleiben.

Das zweite große und aktuelle Problem ergibt sich aus der Notwendigkeit, die Amtsgrundschule zu vergrößern. Bislang hat die Kirchengemeinde es abgelehnt, dafür die sogenannte Schafswiese langfristig an die Kommune zu verpachten. Darüber hört man im Ort viel Unmut. Nun gab es noch einen Vorstoß von Eltern, einen Kompromiss hinzubekommen. Zeichnet sich ein solcher ab?

Leider nein. Der neue Vorstoß wurde wieder abgelehnt. Das bedauern wir als Gemeinde sehr, weil wir dadurch keine optimale Lösung hinbekommen und die Kosten steigen. Außerdem werden uns nun wohl Sportplatz, Skateranlage und ein Stück Schulhof verloren gehen. Aber angesichts der steigenden Schülerzahlen, der Anforderungen an Schule – Stichwort Inklusion – und fehlender räumlicher Kapazitäten sind wir gezwungen, bald zu handeln. Es wird also in Kürze einen Beschluss der Gemeindevertretung dazu geben, damit Baurecht geschaffen und die Finanzierung geklärt werden kann. Meine Haltung und die der Gemeindevertreter ist jedoch klar: Wir respektieren die Entscheidung des Kirchenrates, aber sind darüber sehr enttäuscht. Ob dessen „Nein“ dem moralischen Anspruch an Kirche heute entspricht, muss jeder selbst entscheiden.

Die Strandtreppe Siemensstraße, eine imposante Konstruktion, ist montiert. Ab wann darf sie genutzt werden? Und wann wird der Treppenlift für Nutzer mit Handicap fertig?

Es geht nur noch um Restarbeiten, das Geländer wird vervollständigt, der Korrosionsschutz bei geeigneten Temperaturen aufgebracht. In wenigen Wochen soll sie freigegeben werden. Danach folgt die Ausschreibung des Treppenliftes, der im Herbst montiert werden dürfte.

Die Karl- und die Meinholdstraße sind saniert, welche Straßen kommen als nächstes dran?

Unsere Pläne sehen den Kölpinseer Weg und die Achterstraße vor. Für deren Planung ist 2019 Geld vorgesehen. Wir gehen aktuell davon aus, dass auch diese Straßen gepflastert werden, vielleicht 2020. Außerdem ist die Lindenstraße ein Problem, vor allem durch die Wurzeln der Bäume. Die Bürgersteige sind eine Zumutung. Was die ziemlich ramponierte Zuwegung zum Seebrückenvorplatz anbelangt, erstellt der Planer gerade ein Angebot für die Reparatur. Mit Abschluss des Seebrückenneubaus wird die gesamte Zuwegung allerdings neu gestaltet. Die rot geklinkerten Angebotsstreifen entlang der Hauptstraße sind übrigens nicht endgültig abgenommen, weil zum Teil noch immer mangelhaft.

Die Gemeinde hat bis dato keinen Haushalt...

Das stimmt, aber ich hoffe, bei der nächsten Gemeindevertretersitzung werden wir ihn beschließen. Die aktuelle Situation schränkt unser Handeln jedoch in keiner Weise ein.

Wie weit ist die inhaltliche Umsetzung des örtlichen Entwicklungskonzeptes?

Wir arbeiten seit mehr als drei Jahren an „Koserow 2020“, mit den Einwohnern und unseren Partnern von der Technischen Universität Cottbus. Einiges ist umgesetzt, anderes wie der Skater-Rundweg noch unser Ziel. Dieses Konzept bleibt der rote Faden, an dem sich die Volksvertreter auch in der nächsten Legislatur orientieren wollen und müssen. Da stecken viele Ideen der Bürger drin.

Noch ein Stückchen tiefer in die Glaskugel geschaut: Wie sehen Sie Koserow im Jahr 2025?

Als ein Seebad des ausgewogenen Miteinanders von Einwohnern und Touristen. Es sollte Flächen für den Eigenheimbau junger Leute geben, die Urlaubsnebensaison attraktive Angebote umfassen und es wird im Wettbewerb mit den Nachbarn und Ferienregionen überall in der Welt gut aufgestellt sein. Die Barrierefreiheit bleibt unser Markenzeichen.

Ein Supermarkt zwischen Karls und Bahn

Mit einem neu gestalteten Kurplatz und einem zweiten Supermarkt wollen Sie ebenfalls punkten. Wie steht es darum?

Für den Kurplatz gibt es gute Ideen, den packen wir aber erst an, wenn die Seebrücke fertig sein wird. Mit dem Fundus Natur wollen wir hier weiter wuchern, es braucht aber auch eine ordentliche gastronomische Versorgung und moderne Sanitäranlagen. Beim Supermarkt verfolgt der potenzielle Investor weiter sein Ziel, ihn auf der Fläche zwischen Karls Erlebnisdorf und Bahn zu errichten. Bei der Bauplanung und den raumordnerischen Hürden ist aber noch einiges zu tun, damit die Vorstellungen wahr werden können.

Wo sehen Sie Koserow gegenüber manchen anderen Usedomer Seebädern im Vorteil?

Uns geht es stets und ausschließlich um Sacharbeit, daran bemisst sich das Zusammenwirken aller Kräfte, der Gemeinde, der Kurverwaltung, des Bauhofes und vieler Firmen sowie Vereine. Für parteipolitische Spielchen habe ich nichts übrig.

Und wie entwickelt sich die Bevölkerungszahl?

Stabil bei um die 1750; die Abwanderung vieler junger Leute in den 90er Jahren konnte gestoppt werden. Und was mich besonders freut: Es werden wieder mehr Kinder geboren. Deshalb bleibt auch die Erwägung, in Zukunft ein Begrüßungsgeld einzuführen, aktuell.

Steffen Adler

Petra Brandhorst ist neue Leiterin der Wolgaster ASB-Kindertagesstätte „Brummkreisel“. Sie löste Ute Wetzel ab, die die Einrichtung am Peenestrom über 20 Jahre lang geleitet hatte.

13.03.2019
Usedom Buch ist Kampfansage gegen Krebs - Gebürtige Wolgasterin schreibt Bestseller

Wo immer sie aus ihrem Buch liest, sind die Menschen zutiefst berührt: Ines Gillmeister, geboren in Wolgast, lässt sich trotz des Krebstodes ihres Mannes nicht unterkriegen. Ihr Buch bricht Rekorde.

13.03.2019
Usedom Morgens um 6 auf Usedom - Morgens um 6 Uhr: Pizza brennt an

Ein 32 Jahre alter Mann wollte sich wohl zum Frühstück eine Pizza machen. Diese brannte ihm im Ofen an und rief die Einsatzkräfte auf den Plan.

13.03.2019