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Usedom Krätze auf dem Vormarsch: Schon 20 Fälle im Kreis
Vorpommern Usedom Krätze auf dem Vormarsch: Schon 20 Fälle im Kreis
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07:44 08.12.2017
Milben lösen Krätze aus. Quelle: Archiv

In Vorpommern-Greifswald werden derzeit vermehrt Krätze-Erkrankungen gemeldet – insbesondere in den Regionen Anklam, Wolgast und auf der Insel Usedom. In dieser Woche wurde ein Fall in einer Kindertagesstätte in Zinnowitz bekannt. Das betroffene Kind befindet sich in Behandlung und wurde beim Arzt vorgestellt. Insgesamt gab es im Landkreis 20 Fälle. Von den gemeldeten Erkrankungen entfallen zwei auf Pflegeheime, fünf auf Familien, eine auf eine Kindereinrichtung und zwei Fälle auf eine Wohngruppe. „In Greifswald und Umgebung wurden in diesem Jahr drei Häufungen (zwei in einer Wohngruppe und eine familiäre Häufung) sowie im Bereich Pasewalk acht Fälle gemeldet“, sagt Anke Radlof aus der Pressestelle des Landkreises.

Es gibt im Landkreis vermehrt Krätze-Fälle. Besonders in und um Anklam, Wolgast und auf Usedom. Anke Radlof, Pressestelle Landkreis

„Es gab sogar zwei Fälle bei uns“, bestätigt Madeleine Eick, Leiterin der Kindertagesstätte „Regenbogen“ in Zinnowitz. Vor wenigen Wochen war ein Kleinkind aus der Krippe betroffen, nun ein größeres aus dem Kindergarten. Die Eltern der Kinder und auch die anderen Eltern der Kita-Kinder seien informiert worden. „Es geht darum, dass sich die Hauterkrankung nicht weiter ausbreitet. Die gesamte Kleidung der Kinder muss intensiv gewaschen werden. Hier wird außerdem alles desinfiziert – vom Türgriff bis zum Fußboden“, erklärt Madeleine Eick. Krätze hat die Kita-Leiterin in ihren 35 Dienstjahren noch nicht erlebt.

Die Erkrankung verbreitet sich unter anderem durch Hautkontakt. „Die Kinder spielen ein Großteil des Tages miteinander. Dabei berühren sie sich verständlicherweise auch. Die Schals und Mützen hängen dicht beieinander an der Garderobe. Deswegen ist es ratsam, alle Kleidungsstücke zu waschen“, sagt die Kita-Leiterin.

Madeleine Eick hat sogar eine Vermutung, worin die Ursache liegen könnte. „Viele Menschen kamen in den vergangenen Jahren ohne medizinische Voruntersuchung in unser Land. Das könnte ein Grund sein“, sagt sie. „Auf diese Weise wurde die Krankheit praktisch in unser Land hinein getragen“, mutmaßt sie. Die Fälle in Zinnowitz wurden dem Gesundheitsamt des Landkreises gemeldet. „Es gibt meldepflichtige Krankheiten, die Krätze gehört zum Beispiel dazu. Wir richten uns weiterhin nach den Hygienegrundsätzen des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Es gibt praktisch einen Maßnahmenkatalog für solche Fälle“, so die Kita-Chefin.

Kreissprecherin Anke Radlof erklärt, dass es generell keine Meldepflicht für einzelne Erkrankungen gebe, außer, wenn diese einzelnen Fälle in Gemeinschaftseinrichtungen bekannt werden. „Die Tatsache, dass die verursachenden Krätzemilben durch engeren Körperkontakt übertragen werden, bestätigt sich darin, dass die Krätze insbesondere im familiären Umfeld sowie in Wohngruppen zu Häufungen führte, wohingegen in Kitas und Schulen größtenteils nur Einzelfälle auftraten“, erklärt sie.

Es ist in allen Bereichen eine erhöhte Wachsamkeit notwendig. Bei unklarem Juckreiz, der besonders in der Nacht in der Bettwärme auftritt, sollte schnellstmöglich eine Abklärung erfolgen. Die Infektionsgefahr, die von einem Erkrankten ausgeht, lässt sich dann durch eine möglichst schnell eingeleitete Therapie innerhalb kürzester Zeit beseitigen. Auch wenn es seit diesem Jahr die Möglichkeit der Tablettenbehandlung gibt, ist insbesondere im Kindes- und Jugendalter eine konsequent durchgeführte Salbenanwendung immer noch die Therapie der Wahl.

Anzahl der Fälle sind steigend

2017 wurden in Mecklenburg- Vorpommern bis zum 17. November 108 Infektionen gemeldet. Das sind mehr als doppelt so viele wie im gesamten vergangenen Jahr – da waren es 47 Fälle der ansteckenden Hautkrankheit.

Besonders häufig betroffen von Krätzemilben sind Einrichtungen, in denen sich viele Menschen aufhalten – etwa Kindertagesstätten, Schulen sowie Alten- und Pflegeheime.

Hannes Ewert

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