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Usedom Krankenhaus: Wirtschaftslage bleibt weiterhin angespannt
Vorpommern Usedom Krankenhaus: Wirtschaftslage bleibt weiterhin angespannt
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00:00 28.09.2017
Wolgast

Die wirtschaftliche Lage des Kreiskrankenhauses Wolgast ist nach wie vor angespannt. Dies teilte die Geschäftsführung des Hauses gestern im Anschluss an eine Mitarbeiterversammlung mit, in der es um den aktuellen Stand der Neustrukturierung der Klinik und weitere Maßnahmen gegangen sei. „Unser Konzept setzt auf medizinische Qualität für die regionale Versorgung in den Schwerpunkten Chirurgie, Innere Medizin und Altersmedizin, die wir auch gezielt ausbauen werden“, betonte Geschäftsführerin Marie le Claire in einer Presseerklärung.

Im hiesigen Kreiskrankenhaus wurden demnach im vergangenen Jahr 6976 Patienten stationär und 11095 Menschen ambulant sowie 17278 Notfallpatienten behandelt. Laut le Claire seien somit im vorigen Jahr 14,5 Prozent weniger Patienten als 2015 versorgt worden. „Im ersten Halbjahr 2017“, so fügt sie jedoch hinzu, „konnten die Fallzahlen wieder stabilisiert und insgesamt erstmals sogar wieder leicht erhöht werden.“

Von 2013 bis 2016 seien die Erlöse aus Krankenhausleistungen um 16,3 Prozent gesunken, der Aufwand für Personal, Material und Sachkosten im gleichen Zeitraum jedoch nur um 8,8 Prozent. Dies bedeute, „dass wir den Konsolidierungsprozess mit großem Engagement weiterführen müssen, um das Krankenhaus wirtschaftlich wieder solide aufzustellen. Dabei setzen wir, ähnlich wie im Sanierungsprozess an der Greifswalder Universitätsmedizin, auf die Erfahrung der Mitarbeiter. Zusätzlich werden wir eine externe Beratungsgesellschaft involvieren, die die Maßnahmen aktiv begleiten soll“, so die Geschäftsführerin.

Die einzelnen Projekte sollen in einem Lenkungsausschuss koordiniert werden. Diesem gehören die beiden Geschäftsführer Marie le Claire und Sebastian Müller, der Leitende Chefarzt Dr. Uwe Kesselring, Pflegedienstleiter Holger Miltzow sowie die langjährige Controllerin des Kreiskrankenhauses, Monika Arendt an, die nunmehr zur Verwaltungsleiterin bestellt wurde. Insbesondere die zu hohen Kosten im Verwaltungs- und Servicebereich sollen durch Synergien und Kooperationen mit der Unimedizin Greifswald abgebaut werden. Das betreffe die Bereiche Materialwirtschaft, IT-Systeme und Medizintechnik, Sterilisation, Catering und Reinigung. Ein neuer Kooperationsvertrag zur Ausbildung mit der Universitätsmedizin Greifswald, so wurde weiter mitgeteilt, sichere dem Kreiskrankenhaus Wolgast auch zukünftig Auszubildende im Pflegebereich.

Geschäftsführer Sebastian Müller nennt zwei zusätzliche große Problemfelder am Wolgaster Kreiskrankenhaus, die den Konsolidierungsprozess deutlich erschwerten: „Die schwierige Lage bei der Gewinnung von Fachkräften im ärztlichen und pflegerischen Bereich und die hohe Belastung in der Notaufnahme durch die ambulante Urlauberversorgung, welche nicht aufwandsgerecht vergütet wird.“ Stetig wachsende Tourismuszahlen bei Schließung von immer mehr Praxen auf der Insel Usedom führen laut Müller seit Jahren zu steigenden Behandlungszahlen in der Notaufnahme mit enormen Kosten für das Krankenhaus. „Erschwerend kommt hinzu, dass wir trotz starker saisonaler Schwankungen ganzjährig die medizinische Infrastruktur und die Mitarbeiter vorhalten müssen. In der Notfallversorgung sind dringend neue Konzepte notwendig“, verdeutlicht der Geschäftsführer.

Das Kreiskrankenhaus Wolgast hat laut eigenen Angaben gegenwärtig 329 Mitarbeiter und 155 Betten.

Tom Schröter

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