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Kreis betreut 110 Jugendliche aus dem Ausland

Greifswald Kreis betreut 110 Jugendliche aus dem Ausland

Im Landkreis sind derzeit 110 ausländische Teenager im Alter von 14 bis 17 Jahren untergebracht, die ohne ihre sorgeberechtigten Eltern oder Angehörigen nach Deutschland gekommen sind.

Greifswald. Im Landkreis sind derzeit 110 ausländische Teenager im Alter von 14 bis 17 Jahren untergebracht, die ohne ihre sorgeberechtigten Eltern oder Angehörigen nach Deutschland gekommen sind. Nach Angaben des Kreis-Jugendamtes lebt das Gros – etwa 70 – in fünf für sie eingerichteten Wohnunterkünften in Mölschow, Usedom, Greifswald, Anklam, Ueckermünde und Pasewalk; betreut von Sozialarbeitern. Etwa 40 Jugendliche seien bei Verwandten untergekommen, würden aber wie die anderen sozialpädagogisch begleitet.

Die Inobhutnahme der betreffenden Minderjährigen sei gesetzlich geregelt, stellt Jugendamtsleiterin Karina Kaiser klar. Durch den Bund sei dem Kreis eine Art Quote für die Aufnahme auferlegt.

Danach sei Vorpommern-Greifswald verpflichtet, bis zu 148 Teenager in Obhut zu nehmen, bis ein gesetzlicher Vormund für sie bestimmt wurde. Für gewöhnlich werde der Kreis per Bescheid über die Zuweisung eines elternlosen Minderjährigen informiert. „In der Folge müssen wir den Empfang und die Unterbringung organisieren“, schildert Kaiser. Innerhalb von drei Tagen habe der Kreis beim Familiengericht die Bestellung eines Vormunds für den Teenager zu beantragen. Bis das Gericht entschieden habe, könnten bis zu drei Monate vergehen.

Vier der fünf Wohnunterkünfte für die elternlosen Jugendlichen werden von freien Trägern der Jugendhilfe betrieben. In Mölschow führt der Landkreis Regie. Hier leben derzeit neun Jungen aus Afghanistan, Somalia und Ägypten. Betreut werden sie von fünf Sozialarbeitern in drei Schichten, schildert Ulrike Patorra, Leiterin der Einrichtung. Für jeden in Obhut genommenen Flüchtling stelle der Staat etwa 2500 Euro im Monat bereit. Das sei kaum mehr als im Falle deutscher Heranwachsender, die in Jugendhilfeeinrichtungen lebten. Per Gesetz werde für jeden minderjährigen Flüchtling ein fester Geldbetrag für Essen und Hygiene sowie ein weiterer für die Integration in Vereinen gewährt. Die Betroffenen bekämen zudem ein Taschengeld ausgezahlt. Das größte alltägliche Problem in „ihrer“ Einrichtung sei die sprachliche Verständigung, erzählt Ulrike Patorra. Es fehlten Sprachmittler. Andererseits besuchten die minderjährigen Teenager Deutschkurse in Schulen und lernten relativ schnell.

Nicht jeden zugewiesenen Teenager hält es übrigens im Landkreis. Einige verlassen die Region auf eigene Faust. Auch das gehöre zum Alltag.

jes

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