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Kronwiek in Wolgast gibt jetzt viele kleine Schätze preis

Wolgast Kronwiek in Wolgast gibt jetzt viele kleine Schätze preis

Bodendenkmalpfleger bergen am neuen Runge-Platz Münzen, Schnallen und Fayencen.

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Dipl.-Geograf Peter Kaute stieß an der Kronwiekstraße auch auf alte Fundamente (im Bild) aus der Zeit um 1760, als hier die ersten Wohnhäuser gebaut wurden, sowie zwei Brunnen jüngeren Datums.

Quelle: Fotos: Tom Schröter

Wolgast. Spannende Arbeitsstunden erleben derzeit Dipl.-Geograf Peter Kaute und Grabungsarbeiter Karl Rausch an ihrem Einsatzort an der Wolgaster Kronwiekstraße. Mit Spezialtechnik durchsuchen sie den Baugrund, der bei der soeben begonnenen Gestaltung des künfti-

gen Runge-Platzes bewegt wird. „Wir suchen nach alten Artefakten aus Metall, Keramik und Glas, die uns Hinweise geben, wann die einzelnen Bodenschichten hier abgelagert wurden“, erläutert Kaute.

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Münze aus Rostock von 1727.

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Und die Forschungen lohnen sich durchaus. Die beiden Mitarbeiter des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege bargen bereits mehrere Silber- und Kupfermünzen, so z. B. ein Rostocker Dreipfennig-Stück von 1727, eine 1806 geprägte „Drei-Pfenninge“- Münze aus Schwedisch- Pommern und einen Rechenpfennig aus Nürnberg von 1760. „Hier am Hafen befanden sich früher große Lagerflächen, auf denen gehandelt und mit Geld umgegangen wurde“, erklärt Grabungsleiter Kaute. „Wenn Kleingeld runterfiel, suchte man nicht lange danach.“

Als Belege für regen Warenaustausch fanden er und sein Kollege auch ein seltenes Münzgewicht sowie verschiedene Warenplomben aus längst vergangener Zeit. Hinzu kommen u. a. historische Fingerhüte, eine hervorragend erhaltene kupferne Schusterahle, eine Erinnerungsplakette, tönerne Tabakpfeifen mit Herstellermarken, Teile von Fayencen zum Teil regionaler Herkunft und Keramikscherben aus unterschiedlichen Jahrhunderten.

Als die Denkmalpfleger in der vergangenen Woche damit begannen, die Tiefbauarbeiten mit Argusaugen zu begleiten, schwang Erwartung mit. Im November/Dezember 2013 waren hier bereits eine Regenentwässerung verlegt und dabei interessante Silbermünzen zu Tage gefördert worden. Peter Kaute nennt z. B. einen Pommerschen Doppelschilling von 1629 und einen 1/48-tel Taler von 1674 (beide aus Stralsund) sowie einen 1/16-tel Taler von 1763 aus Schwedisch-Pommern. Auch diverse Warenplomben — eine stammte von der Barther Getreidemühle — fanden sich im Erdreich.

„Die Leute haben damals ihre Abfälle einfach auf dem Hinterhof vergraben“, so Kaute — heute sind dies wahre Fundgruben. Auch sei ein An-

teil des Geländes nach 1760 aufgeschüttet und dabei wohl Auffüllmaterial aus anderen Stadtteilen verwendet worden. Der Dipl.-Geograf verweist auf altes Kartenmaterial aus schwedischer Quelle. „Bei der weiteren Untersuchung könnte es durchaus sein, dass wir auf die ursprüngliche Uferlinie stoßen“, schlussfolgert der Fachmann.

Der Geländestreifen entlang der Kronwiekstraße gibt auch Informationen zur Bauhistorie preis. So legten die Mitarbeiter Fundamente frei, die zu den ersten um die Mitte des 18. Jahrhunderts hier errichteten Wohnhäusern gehörten und Steine enthalten, die möglicherweise aus abgebrochenen Teilen der nahen Stadtmauer stammen. Auch zwei Brunnen wurden freigelegt.

Die Denkmalpfleger setzen ihre Arbeit fort. Laut Kaute dringen er und sein Kollege bis zu 90 Zentimeter tief in die Kulturschichten vor. Wie Bauleiter Jens Juhnke sagt, biete der Bauablaufplan den dafür benötigten zeitlichen Puffer. Alle Funde — darunter auch Schnallen, ein Glöckchen und Teile von Messerscheiden — werden laut Kaute dokumentiert, gereinigt und inventarisiert und gelangen in das Archiv des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege. Täglich dürfen die Forscher mit neuen Überraschungen rechnen.

„Es könnte durchaus sein, dass wir auf die ursprüngliche Uferlinie stoßen.“Dipl.-Geograf Peter Kaute,
Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege

 



Tom Schröter

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Wolgast
Dipl.-Geograf Peter Kaute leitet die Grabungen an der Kronwiekstraße in Wolgast.

Baugrund an der Kronwiekstraße im vorpommerschen Wolgast erweist sich als ein ertragreiches Grabungsfeld.

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