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Archäologen entdecken mittelalterliche Pflasterstraße

Greifswald Archäologen entdecken mittelalterliche Pflasterstraße

Der historische Verkehrsweg verlief über das frühere Klinik-Gelände in der Greifswalder Loefflerstraße.

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Der Pflasterweg stammt wohl aus dem 15. Jahrhundert und begann in Höhe der Einfahrt auf das frühere Klinik-Gelände.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Dieser Fund gleicht einer kleinen Sensation: Archäologen des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege haben Reste einer mittelalterliche Pflasterstraße auf dem früheren Klinik-Gelände in der Loefflerstraße 23 entdeckt. Sie begann in Höhe der heutigen Einfahrt auf das Gelände und trug den Namen „Zitterhagen“. Der historische Verkehrsweg trennte das Grundstück der Stadtmühle vom Dominikanerkloster. Auf dessen Gelände steht heute die frühere Medizinische Klinik. In den Besitz der Klostergebäude kam die Universität nach der Reformation.

Im laufenden Jahr begann die Umgestaltung des Areals durch den Betrieb für Bau und Liegenschaften. Geisteswissenschaftler ziehen auf das Klinikgelände. Als Erstes werden eine Mensa, ein Hörsaal und eine Bibliothek gebaut. Archäologen begleiten die Arbeiten.

„Dort, wo die Straße verläuft, wird der Hörsaal errichtet“, erzählt Cathrin Schäfer, die mit Janin Zorn die Grabungen leitet. Die jetzige Pflasterung stamme wohl aus dem 15. Jahrhundert. „Zwischen den Findlingen haben wir viele mittelalterliche Scherben entdeckt“, erläutert Cathrin Schäfer die Datierung.

Über dem Schutt blieben in einer Schicht mit zahlreichen Ziegelresten interessante Zeugnisse der Vergangenheit erhalten: sehr viele Schnallen für Kleidungsstücke und eine Menge Fingerhüte, zählt Janin Zorn auf. Sie stammen aus der Neuzeit, vor allem aus dem 17. Jahrhundert.

„In den oberen Schichten lagen auch einige Tuchplomben“, erzählt Cathrin Schäfer. Eine Tuchplombe ist so etwas wie ein Siegel, mit dem Stoffe als Nachweis einer Qualitätsprüfung versehen wurden. Sie geben auch Auskunft über den Herstellungsort und die Herstellungszeit. Für die Archäologen ist das eine Quelle, die es noch näher zu erschließen gilt.

„Münzen lagen ebenfalls im Schutt“, erzählt Cathrin Schäfer weiter. Der älteste Pfennig wurde um 1600 geprägt. „Er glänzte nach der Reinigung schön golden, war aber doch nur aus Messing“, schildert Janin Zorn. In der Erde lagen zudem sehr viele Kugeln, darunter solche, die für die ersten preußischen Gewehre verwendet wurden. Ob es da einen Zusammenhang zu der hier früher verlaufenden Stadtmauer gibt, ist noch unklar.

 

eob

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