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Berlinerin spann den längsten Faden

Usedom Berlinerin spann den längsten Faden

Seltene Schafrassen und Spinn- und Strickwettbewerbe lockten hunderte Gäste zum 14. Usedomer Lämmermarkt

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Manfred Fett aus Krienke hat mit den Rhönschafen eine der ältesten Nutztierrassen Deutschlands auf die Insel gebracht.

Quelle: Fotos: Ingrid Nadler

Usedom. Zum Erfolg des Lämmermarktes in Usedom haben viele beigetragen. Allen voran Petrus, der der Insel prächtiges Wetter beschert hat. „Im vorigen Jahr haben wir uns an Glühwein gewärmt“, erinnerte man sich mit Schaudern. Nicht so bei der 14. Auflage dieses schönen Festes. Den ganzen Tag über war der Marktplatz der Inselstadt Treffpunkt für viele hundert Besucher, die an der Schafzucht interessiert sind, an Wolle oder an allem, was daraus entstehen kann. Oder einfach daran, sich mit Nachbarn und Freunden unter freiem Himmel einen schönen Tag zu machen. Sehr gut eingebunden war das Rathaus, in dessen Obergeschoss eine Strickmoden- und Patchworkausstellung gezeigt wurde. Dazu passend gab es eine Modenschau, die Spöndönz-Inhaberin Annelene Lühmann-Jesweski moderierte.

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Seltene Schafrassen und Spinn- und Strickwettbewerbe lockten hunderte Gäste zum 14. Usedomer Lämmermarkt

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Ständig umlagert waren natürlich auch in diesem Jahr die Gatter mit den Pfennigsuchern. Manfred Fett und seine Frau Jeanette hatten zum ersten Mal Gelegenheit, ihre Kameruner und Rhönschafe auszustellen. Im Laufe des Tages hatten die beiden, die erst vor ein paar Monaten von Hessen nach Krienke gezogen sind, Gelegenheit zu vielen Gesprächen. So sind sie auch in Kontakt mit der Familie Volkmer aus Klein-Jasedow gekommen, die Schafwolle für ihre Jurte haben wollte.

Die jungen Leute planen im Sommer auf der Burg Klempenow ein Mitmachprojekt, bei dem die Wolle durch hunderte Tanzschritte zu einem Teppich gefilzt wird. "Tanz den Filz", ist der Arbeitstitel.

Spannend. Manfred Fett ist zwischendurch extra nochmal nach Hause gefahren, um den Klein-Jasedowern ausreichend Wolle anbieten zu können. Der Hobby-Züchter schwärmt unterdessen viel mehr von dem dunklen, wildbretartigen Fleisch seiner Rhön-Schafe, die ganzjährig im Freien gehalten werden. 15 weibliche Tiere und vier Zuchtböcke nennt der Neu-Insulaner sein Eigen.

Eine schöne Tradition des Lämmermarktes sind immer wieder die Spinn- und Strickwettbewerbe. Diesmal haben sich allerdings mit jeweils sechs Teilnehmern weniger Handarbeiter beteiligt, obwohl es nicht an spendablen Sponsoren gemangelt hat und dadurch erneut Preise verteilt werden konnten. Kurzfristig ist zum Beispiel noch die Sparkasse Vorpommern mit einer größeren Summe eingesprungen.

Beim Spinnen bestand die Aufgabe darin, innerhalb einer Stunde aus 100 Gramm Wolle einen möglichst langen Faden zu spinnen. Mit sage und schreibe 305,6 Metern schaffte es die Berlinerin Angela Schlieper aufs „Siegertreppchen“. Die älteste Teilnehmerin war mit 86 Jahren Edith Kahl aus Malchow; als einziger Mann stellte sich Ralph Traber aus Plau am See der Jury. Beim Stricken galt es, bei einem Anschlag von 20 Maschen in einer halben Stunde möglichst viele Reihen zu schaffen. Hier führte erneut die 75-jährige Gisela Schulz aus Usedom die flinkeste Nadel. Sie schaffte 80 Reihen. Nicht zuletzt die musikalische und tänzerische Unterhaltung durch das Fritz Reuter-Ensemble aus Anklam und den Shanty-Chor Insel Usedom führte dazu, dass die Besucher zum Teil stundenlang ausharrten und Parkplätze rar waren. Auch die Tatsache, dass nicht nur die angereisten Händler, sondern auch die in Usedom angestammten Geschäftsinhaber ihren Schnitt machten, tat der Stimmung gut.

Das nächste größere Fest in der Inselstadt werden die Usedomer Traktoren- und Schlepperfreunde am 18. und 19. Juni ausrichten. Die Enthusiasten haben sich mit ihren Fahrzeugen auch beim Lämmermarkt wieder eindrucksvoll in Erinnerung gebracht.

1. Platz mit 305,6 Metern

100 Gramm Wolle war innerhalb einer Stunde zu verarbeiten und daraus einen möglichst langer Faden zu spinnen. Angela Schlieper aus Berlin brachte es auf eine Fadenlänge von 305,6 Meter und errang Platz 1.

Beim Stricken mussten bei einem Anschlag von 20 Maschen in einer halben Stunde möglichst viele Reihen erzeugt werden. Gisela Schulz aus Usedom strickte 80 Reihen und wurde Beste.

Von Ingrid Nadler

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