Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Gewitter

Navigation:
Der erste Auftritt vor Publikum

Wolgast Der erste Auftritt vor Publikum

Vor einem Jahr hat Benno Krüger die Bläserschule in Wolgast gegründet / Erwachsene ohne Vorkenntnisse lernen das Musizieren / Neue Mitglieder gesucht

Voriger Artikel
Fotografien im Kunstpavillion und Eier im Bahnhof
Nächster Artikel
Platz für neue Bäume

Die Bläserschule des 1. Pommerschen Blasorchesters Wolgast ist zufrieden mit dem ersten Auftritt: Solveig Hübner (v.l.), Ute Graf, Milia Bentzien, Jenny Korbjuhn, Benno Krüger, Anett Maaß, Gesine Mächling und Hildburg Kühne.

Quelle: Fotos: Katharina Ahlers

Wolgast. Mit dem Musizieren kann man in jedem Alter anfangen – davon ist Benno Krüger überzeugt. Vor mehr als einem Jahr, im Januar 2016, hat der 74-Jährige die Bläserschule des „1. Pommerschen Blasorchesters“ gegründet. Seitdem bringt der ehemalige Musikschulleiter Erwachsenen Saxofon und Klarinette bei. „Das geht ganz simpel – es braucht nur etwas Zeit“, sagt er.

OZ-Bild

Vor einem Jahr hat Benno Krüger die Bläserschule in Wolgast gegründet / Erwachsene ohne Vorkenntnisse lernen das Musizieren / Neue Mitglieder gesucht

Zur Bildergalerie

Um zu zeigen, wie weit seine Schüler nach der kurzen Probe-Zeit bereits sind, hat der Ziemitzer in dieser Woche zum Konzert ins Wolgaster Sportforum geladen – zum ersten Auftritt seiner Schüler.

Einige von ihnen sind sogar erst seit wenigen Monaten dabei.

„Das ist aufregend“, meint Saxofonistin Milia Bentzien. „Ich fühle mich relativ sicher und bin gespannt auf das Feedback vom Publikum.“ Im Mai ist die Libanesin, die im Alter von elf Jahren nach Deutschland kam, zum Nachwuchs-Blasorchester hinzugestoßen. „Ich hatte als kleines Kind immer den Traum, Saxofon zu spielen – das ist ein wundervolles Instrument“, erzählt sie. „Aber im Libanon ging das nicht. Also habe ich sechs Jahre lang Klavier gespielt. Ich bin froh, dass Benno mir meinen Kindheitstraum erfüllt hat.“

Zu Beginn des Konzerts betont Krüger die Bedeutung der Bläserschule. „Ich möchte das kulturelle Leben hier aufrecht erhalten“, sagt er. „In Bayern findet man in fast jedem 800-Seelen-Dorf zwei Blasorchester. Hier ist es hingegen schwer, Nachwuchs für das Pommersche Blasorchester zu finden. Gerade junge Leute ziehen nach der Schulzeit weg.“

Über das Engagement Krügers freut sich auch Klaus Held, Leiter des 1. Pommerschen Blasorchesters. „Man merkt, dass sich alle Beteiligten da reinknien und etwas erreichen wollen“, sagt er. „Ich habe selbst noch nichts von ihnen gehört und bin gespannt, was die Musiker zu bieten haben.“

Elf Mitglieder, hauptsächlich Frauen, lernen derzeit bei dem Profi, der einmal Klarinette studiert hat. „Zunächst lernen wir gemeinsam das Notenlesen. Außerdem ist die richtige Haltung wichtig“, sagt er. „Alles in lockerer Atmosphäre ohne Notendruck.“ Das weiß auch Hildburg Kühne, das älteste Mitglied der Gruppe, zu schätzen. „Mir gefällt es sehr gut hier“, sagt sie. „Ein Bekannter hat mir davon erzählt und ich habe mir die Bläserschule im April 2016 mal angesehen.“ Die 75-Jährige singt im Chor und ist daher bereits an Auftritte vor Publikum gewöhnt. „Dennoch bin ich nervös – im Chor sind wir viele. Hier steht man viel mehr im Fokus“, erklärt sie.

Vor etwa 45 Gästen präsentieren die Frauen ein breites Repertoire von Volksliedern wie „Die Vogelhochzeit“ über Mozart bis hin zu „Yesterday“ von den Beatles. Unterstützt werden die Neu-Musiker von der 14-jährigen Sängerin Mare Bandt, die Mitglied im Jugendchor ist und zwei Solo-Stücke singt, sowie Peter Jezek, der die Blasmusiker ebenfalls gesanglich begleitet. „Musik ist etwas Wunderbares.

Man muss sich konzentrieren und daher gut vom Alltag abschalten“, sagt der Krumminer. Vor fünf Jahren hat der 71-Jährige seiner Lebensgefährtin Gesine Mächling ein Saxofon geschenkt. „Damals wusste ich nicht, dass sie von Musik wenig Ahnung hat“, sagt der begeisterte Keyboarder. „Ich habe ihr dann Notenlesen beigebracht. In der Theorie konnte ich ihr helfen – in der Praxis bin ich dann aber auch an meine Grenzen gestoßen.“ Inzwischen musiziert das Paar viel gemeinsam. „Ich bin erstaunt, was sie in der kurzen Zeit geschafft hat“, lobt Jezek.

Gesine Mächling gibt sich hingegen bescheiden. „Ich mag meine eigene Leistung nicht einschätzen“, sagt sie. „Aber ich denke, wenn man etwas wirklich will, dann schafft man das auch. Und ich wollte unbedingt Saxofon lernen. Es gibt so viele schöne Lieder für dieses Instrument. Ich mag am liebsten die seichten Stücke.“

Beim Konzert spielt die 54-Jährige das Solo „Wenn ich einmal reich wär“, eines von 16 Nummern des Abends. Am Ende gibt die Bläserschule zudem eine Zugabe für das applaudierende Publikum. „Es ist beeindruckend, wie gut die Musiker nach einem Jahr Probe bereits sind. Mir gefällt, mit welchem Elan sie bei der Sache sind“, lobt Hans-Jürgen Müller, der mit seiner Frau Heidel aus Schwerin angereist ist. „Wir wollten unserer Freundin Hildburg zuhören.“ Auch der Ziemitzerin Erika Bandt gefällt das Konzert. „Ich höre sehr gern Musik und bin selbst musikalisch. Es ist wirklich erstaunlich, was Benno Krüger da auf die Beine gestellt hat“, sagt die 78-Jährige.

Die Bläserschule ist weiterhin auf der Suche nach neuen Mitstreitern.

Die Bläserschule

Die Bläserschule gehört zum 1. Pommerschen Blasorchester Wolgast und bietet Anfängern aller Altersklassen die Gelegenheit, ein Blasinstrument zu erlernen. Die Musiker treffen sich jeden Donnerstag um 18 Uhr im Sportforum (Am Stadion 1) in Wolgast.

Vorkenntnisse brauchen die Schüler nicht. Auch Instrumente werden gestellt.

Der monatliche Mitgliedsbeitrag beträgt 25 Euro. Darin enthalten sind neben den Unterrichtsstunden auch die Leihgebühr für ein Instrument.

Katharina Ahlers

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Greifswald/Stralsund

Planungen für Teilabschnitte zwischen Stralsund und Greifswald laufen / Fertigstellung unklar

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Kultur
Verlagshaus Zinnowitz

Neue Strandstraße 31
17454 Ostseebad Zinnowitz

Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. von 10:00 bis 17:00

Leiter Lokalredaktion: Dr. Steffen Adler
Telefon: 03 83 77 / 36 10 14
E-Mail: zinnowitz@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.