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Deutsch-polnisches Kulturforum gegründet

Stolpe Deutsch-polnisches Kulturforum gegründet

Neue Kontakte zwischen Usedom und Wollin — erste Jugendprojekte angeschoben.

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Andrzej Kotula

Stolpe. Mit ihren Unterschriften unter der Vereinssatzung haben rund 30 Gründungsmitglieder am Dienstagabend fast zwei Jahre dauernde Bemühungen zu einem Abschluss gebracht:

Gegründet wurde in der „Remise“ in Stolpe das „Deutsch-Polnische Kulturforum Odermündung“, das seinen Sitz in Usedom hat. Im Vereinsnamen wird der Zweck des Forums deutlich: Es geht um die Festigung der bereits bestehenden politischen und kulturellen Verbindungen und die Schaffung neuer Kontakte zwischen Deutschen und Polen auf den beiden Schwesterinseln Usedom und Wollin, aber auch darüber hinaus in der gesamten Odermündungsregion. Grundidee ist, Menschen aller Altersgruppen für die gemeinsame Gestaltung von Gegenwart und Zukunft zu gewinnen, sich der weiteren Aussöhnung von Polen und Deutschen im europäischen Sinne zu widmen.

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Andrzej Kotula

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Wenn die Rede davon war, dass seit etwa zwei Jahren auf die Gründung des Vereins hingearbeitet worden ist, dann heißt das nicht, dass sich diese Vorbereitungen in theoretischen Debatten erschöpften.

Sie beinhalteten auch ein konkretes Vorhaben, mit dem sich das Kulturforum demnächst an die Öffentlichkeit wenden wird: Wenn sich am 13. Oktober 2013 zum 70. Mal der Tag jährt, an dem etwa 600 KZ-Häftlinge aus Peenemünde in das Schreckenslager Mittelbau-Dora bei Nordhausen und damit in die fast sichere Vernichtung abtransportiert wurden, dann haben sich rund 50 Jugendliche von den Inseln Usedom und Wolin intensiv auf diesen Gedenktag vorbereitet.

Wie während der Gründungsveranstaltung mitgeteilt wurde, haben die jungen Leute Peenemünde und das ehemalige Konzentrationslager Ravensbrück besucht, und bereiten sich jetzt auf eine Fahrt nach Nordhausen vor. Am 13. Oktober schließlich werden sie zu den Teilnehmern einer Gedenkkundgebung in Peenemünde gehören und dort den Ort besuchen, an dem einst das Häftlingslager stand. Die Stadt Wollin und die Gemeinde Koserow haben die Trägerschaft dieses Jugendprojekts übernommen. Angekündigt wurde für den 13. Oktober auch die Neufassung des „Peenemünder Manifests“, an dessen ursprünglicher Erarbeitung mehrere Gründungsmitglieder neuen Vereins mitgewirkt haben.

Der Tatsache Rechnung tragend, dass es sich bei dem Kulturforum um einen grenzüberschreitenden Verein handelt, entschied sich die Gründungsversammlung für eine paritätische Doppelspitze: Sie wird gebildet von dem Stettiner Journalisten Andrzej Kotula und dem Usedomer Kommunalpolitiker Dr. Günter Jikeli, ihnen zur Seite stehen der Woliner Museumsdirektor Ryszard Panaskiewicz, der Vorsitzende der Heringsdorfer Historischen Gesellschaft Fritz Spalink, der Student Peter Porwitzki vom Aktionsbündnis Vorpommern und der Kommunalpolitiker Falko Beitz.

 

Dietrich Butenschön

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