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Usedom Die Erde ist krank — sie hat Mensch
Vorpommern Usedom Die Erde ist krank — sie hat Mensch
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00:00 26.03.2014
Beim „Weltuntergang“ darf auch eine Szene mit Adolf Hitler nicht fehlen. Autor Jura Soyfer schrieb das Stück während der Zeit der Nationalsozialisten kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Quelle: Stefan Sauer (2), Alexander Müller
Anklam

Wie passend: Die Krim-Krise könnte die Menschheit in den nächsten großen Krieg treiben und im Theater Anklam lassen sie zeitgleich auf der Bühne die Welt untergehen. Fast könnte man meinen, Regisseur Wolfgang Bordel hätte diese Konstellation geplant, um seinem Publikum die Relevanz und Aktualität seines neuesten Stückes vor Augen zu führen. Aber eine globale Krise anzuzetteln, das ist wohl selbst für Bordel eine Nummer zu groß. Er holt die Katastrophe lieber auf die Bühne: „Weltuntergang“ von dem Autor Jura Soyfer heißt die Inszenierung, die am kommenden Sonnabend in Anklam Premiere feiern wird.

In dem Stück steht die Erde vor der Apokalypse. Die anderen Planeten im Sonnensystem haben beschlossen, einen Kometen zu schicken, der auf die Erde einschlagen soll — weil sie eine seltene Krankheit, Menschen, bekommen hat. Mond: „Die Erde hat Mensch.“ Saturn: „Iiieheehh, was ist das denn für ein Ungeziefer?“ Und die Menschen, wie gehen die mit ihrem nahenden Ende um? Sie machen einfach weiter wie bisher: Sie kaufen, konsumieren und bekriegen sich. Das Unheil wird schon irgendjemand anderen treffen.

Regisseur Wolfgang Bordel ist erprobt in Untergangsszenarien. Jeden Sommer lässt er bei den Vineta-Festspielen die Stadt aus Gold im Meer versinken. Nun also gleich den ganzen Planeten. „Wir wollen den Leuten immer wieder vor Augen führen, dass etwas gewaltig schief läuft bei uns“, sagt Bordel. Welche Konsequenzen sie für sich daraus ziehen, sollen sie jedoch selbst herausfinden. „Wir wollen nicht belehren“, sagt Bordel. Politisches Kabarett nennt er sein Stück, die Zuschauer sollen nicht nur an der Menschheit verzweifeln, sondern sich auch köstlich über sie amüsieren.

„Weltuntergang“ ist bereits die dritte Inszenierung eines Stücks von Jura Soyfer am Anklamer Theater. Es wurde 1936 am Vorabend des Zweiten Weltkriegs das erste Mal aufgeführt. Der Schriftsteller wurde in Charkow im Russischen Kaiserreich als Sohn jüdischer Eltern geboren. In den 1930er Jahren publizierte er in Österreich in mehreren Zeitschriften und schrieb fünf Stücke. Er starb 1939 im Konzentrationslager Buchenwald im nationalsozialistischen Deutschland.

Trotz oder gerade wegen dieser Geschichte sind seine Werke voller Humor und Satire. „Ich bin ein großer Fan von Jura Soyfer. Er beschreibt nicht nur kühl, sondern ist ein Mystiker und Märchenerzähler“, sagt Bordel. Sogar ein Vineta-Stück habe Soyfer geschrieben — das fehlt jedoch noch in der Sammlung von Bordels Inszenierungen.

Nächste Vorstellungen
Premiere für „Weltuntergang“ ist am Sonnabend um 19.30 Uhr im Theater Anklam. Die nächste Vorstellung ist am 1. April um 19.30 Uhr in der Zinnowitzer Blechbüchse.
Karten können telefonisch bestellt werden unter ☎ 0 39 71 / 20 89 25



Alexander Müller

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