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Dieter Meyn: Ein Leben für die Musik

Peenemünde Dieter Meyn: Ein Leben für die Musik

Ende des Monats schließt das Café „Am Deich“ in Peenemünde

Peenemünde. Dieter Meyn kann wunderbare Geschichten erzählen, zum Schmunzeln, aber auch zum Heulen. Er ist jetzt 72, Witwer, Berater seines Sohnes, der die von ihm 1990 eröffnete Künstleragentur übernommen hat, und er ist nach wie vor Entertainer. Der Mann kann es, hat‘s von der Pike auf gelernt. Meyn war immer ein Stehaufmännchen, einer dem nichts zu viel wurde und der immer alles gut machen wollte.

 

OZ-Bild

Dieter Meyn (72) spielt gerne auf seiner Gitarre.

Quelle: Stefan Brümmer

Ich war davon überzeugt, dass es funktioniert.“Dieter Meyn, Inhaber

Café „Am Deich“

Ende des Monats schließt sein Café „Am Deich“. Es läuft nicht mehr. Die neuen Pächter haben bereits nach einem halben Jahr gemerkt, dass es nicht „ihr Ding ist“ und das Handtuch geworfen. „Es könnte jetzt nahtlos von Interessierten übernommen werden“, sagt der Wahl-Peenemünder, „die Saison beginnt ja erst.“

Das Café, die Pension und der Friseurladen waren das letzte große Projekt, das Dieter Meyn 1998 mit seiner Frau Beate samt Familie realisiert hat. „Ich war davon überzeugt, dass es funktioniert“, sagt er im Rückblick. 1999 war der Einzug. Bei der Strategie ihres Cafés setzten die Meyns auf Qualität. Kuchen und Torten wurden von Beate Meyn grundsätzlich selbst gebacken, bei den Kaffeespezialitäten gab Sohn Silvio den Takt vor. Er reiste bis nach Kuba in Sachen Kaffee, ließ sich ausbilden und hatte schließlich 130 Kaffeespezialitäten, „die gefertigt“ werden mussten, auf der Karte. Die Nachfrage war groß, der Mitarbeiter gut und der Ruf des Cafés „Am Deich“ konnte besser nicht sein.

Als 2001 Beate Meyn urplötzlich starb — Dieter Meyn hatte sie schon mit 14 Jahren beim Federballspielen kennengelernt — vergrub er sich nicht in Trauer und Gram. Seine Arbeit und Lebenserfahrung sowie die überaus große Mithilfe seines Sohnes und der Schwiegertochter Anja halfen ihm, über diese persönliche Tragödie hinweg zu kommen. Er, das Flüchtlingskind aus Hinterpommern, der gelernte Eisenbahner, der die Musik so liebt, dessen Talent Heinz Quermann fördern wollte, der seit seiner Lehre immer in einer Band spielte, der von Heringsdorf nach Stralsund zog, seiner Tante nach Dresden folgte, dort nach einer „Kranführer-Karriere“ sogar Dresdener Abgeordneter wurde und wegen der Seeluft und des hohen Blutdrucks wieder zurück in den Norden — diesmal nach Buddenhagen — kam, war und ist ein Kämpfertyp. „Als ich beim Rat des Kreises einmal antanzen musste, weil ich nach einem Auftritt versehentlich einen verbotenen West-Titel im Programm hatte, da dachte ich, der Dorfclub-Chef, jetzt ist es aus mit der Musik“, erzählt Meyn. Aber es war nicht aus. Der Eisenbahner vom Bahnhof Karlsburg nahm das Angebot an, im Kreiskabinett für Kultur hauptamtlich zu arbeiten. Dieter Meyn wurde sogar Direktor, Berufs-FDJler, förderte die DDR-Singebewegung („Sag mir, wo Du stehst“) in unserer Region, qualifizierte sich im Fernstudium zum anerkannten Kapellenchef, heute Bandleader, und heuerte schließlich beim FDGB-Feriendienst in Koserow an, wo er sein musikalisches Talent ausleben konnte.

Auch die Wende warf ihn nicht um. Meyn wurde Wachmann bei der Marine in Peenemünde. Parallel dazu meldete er 1990 seine Künstleragentur an, die er in den Nachtschichten organisierte. Auch heute, mit knapp 73, kann er nicht ruhen. „Chorleiter sind gefragt“, weiß Meyn, „ich würde auch weiter Unterhaltungsmusik machen.“ Aber zunächst einmal stehen mit Blick auf das Wohn- und Geschäftshaus einige Dinge an, die ins Lot gebracht werden müssen.

Von Stefan Brümmer

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