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Donna Leon und Prinz Asserate im Gespräch über Identität

Insel Usedom Donna Leon und Prinz Asserate im Gespräch über Identität

Literaturfestival auf der Insel thematisiert ab heute aktuelles Zeitgeschehen

Insel Usedom. International renommierte Schriftsteller geben sich in dieser Woche auf der Sonneninsel ein Stelldichein. Der Anlass: Die 9. Usedomer Literaturtage, die sich ab heute vier Tage lang dem Thema „Identität – dringend gesucht“ widmen. Das zweite Jahr in Folge ist die Bestsellerautorin Donna Leon (74) mit dabei, die ihren neuen Kriminalroman vorstellen wird und aus ihrem Leben plaudert. An ihrer Seite – Annett Renneberg. Die Schauspielerin verkörpert die Signorina Elettra in den deutschsprachigen Verfilmungen der Leon-Romane „Commissario Brunetti“.

„Im vorigen Jahr sorgten die Starautoren Donna Leon, Martin Walser und Dörte Hansen sowie der Philosoph Peter Sloterdijk für einen neuen Besucherrekord bei den Usedomer Literaturtagen“, erinnert Pressesprecher Alexander Datz. Über 1700 Gäste nahmen an den Veranstaltungen teil, die sich um das Thema „Nächstenliebe“ rankten. Das waren fast 50 Prozent mehr Bücherfreunde als 2015. „Unser Konzept ist voll und ganz aufgegangen“, resümiert Thomas Hummel, Intendant der Literaturtage. Ob es in diesem Jahr ähnlich gut laufe, werde sich zeigen. Zwar sagte der Jahrhundertschriftsteller Martin Walser (92) die Teilnahme an der heutigen Auftaktveranstaltung kurzfristig wegen einer Erkrankung ab (die OZ berichtete). Doch der Ersatz Asfa-Wossen Asserate ist alles andere als eine zweite Wahl, versichert Alexander Datz.

Seit sein Buch „Manieren“ zum Bestseller avancierte, gilt der äthiopische Prinz mit deutschem Pass als Experte für gutes Benehmen. Doch er ist weit mehr als ein „moderner Knigge“. Asserate ist vor allem ein exzellenter Kenner des afrikanischen Kontinents. In seinem jüngsten Buch „Die neue Völkerwanderung“ appelliert der 68-jährige Autor und politische Analyst an die europäischen Staaten, ihre Afrikapolitik grundlegend zu ändern. Es geht um die massenhafte Migration der Afrikaner nach Europa, das reagieren müsse, um eine Katastrophe für beide Kontinente zu verhindern. „Wer Europa bewahren will, muss Afrika retten“, lautet Asserates These. Nur wenn die Ursachen von Armut und Bürgerkriegen in Afrika bekämpft würden, sei die Massenflucht über das Mittelmeer zu stoppen. Ein brandaktuelles Thema.

„Mindestens ebenso spannend dürfte der morgige Abend mit Alfred Grosser werden“, sagt Alexander Datz und freut sich auf den Gast. 1925 in Frankfurt/Main geboren, emigrierte Grosser 1933 mit seinen Eltern nach Frankreich. Der Publizist, Politikwissenschaftler, Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels und Träger des großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik ist sowohl mit der deutschen als auch mit der französischen Identität sehr vertraut. In seinem Buch „Le Mensch“ geht er diesem Thema auf den Grund. „Das Schöne daran: Die Lesung wird von Manfred Osten moderiert“, macht Datz auf die beiden Akteure neugierig. Osten ist Mentor der Usedomer Literaturtage seit der ersten Stunde (siehe Interview).

Zum Höhepunkt des Literaturfestivals gestalte sich am Sonnabend die Verleihung des Usedomer Literaturpreises an die polnische Autorin Joanna Bator. „Sie erhält die Auszeichnung für ihr Lebenswerk, was für eine 49-Jährige schon erstaunlich ist“, so Datz. Die Autorin sei eine „glänzende Beobachterin sozialer Beziehungen“, heißt es zur Begründung. In ihrem Roman „Dunkel, fast Nacht“ zeige Bator „die größer werdende Sprachlosigkeit zwischen Verlierern und Gewinnern, zwischen Provinz und Großstadt“. Der Literaturpreis ist mit 5000 Euro dotiert und mit einem einmonatigen Arbeitsaufenthalt auf Usedom verbunden.

Petra Hase

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