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Donna Leons Liebe gehört Gondola

Heringsdorf Donna Leons Liebe gehört Gondola

Die berühmte Krimiautorin verehrt Venedig und ganz besonders das in ihren Augen schönste Boot der Welt

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Die weltberühmte amerikanische Autorin Donna Leon während des literarischen Konzertes in Heringsdorf.

Quelle: Geert Maciejewski

Heringsdorf. „Die Usedomer Literaturtage laden ein im Einklang mit der maritimen Landschaft Usedoms die Schönheit des Geistes zu feiern — das finde ich einfach herrlich“, bekannte die Bestseller-Krimiautorin Donna Leon während ihres Aufenthaltes bei den 8. Usedomer Literaturtagen. Sie begeisterte am Freitag ihr Publikum mit einer nachmittäglichen Lesung und einem abendlichen literarischen Konzert.

Die Gondolieri sangen von einfachen Menschen — zum Beispiel der Tochter des Fischhändlers, die jeder heiraten wollte.“Donna Leon, Bestsellerautorin

550 Besucher waren allein zum literarischen Konzert in den Kaiserbädersaal des Maritim Hotels gekommen, um den Ausführungen der weltbekannten amerikanischen Autorin zu „Gondola, dem schönsten Boot der Welt“ zu lauschen. Donna Leon erzählte kurzweilig Wissenswertes, Erstaunliches und Praktisches über das venezianische Boot und seine Einsatzbereiche im täglichen Leben. Die Ruderer der Gondel, die Gondolieri, kamen ebenfalls nicht zu kurz. Das Ensemble Il Pomo D‘oro und der Sänger Vincenzo Capezzuto boten bekannte Gondoliere-Lieder — die Barkarole — aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Donna Leon hat sich viele Monate ausgiebig mit den Gondeln Venedigs und natürlich auch der populären Musik beschäftigt. Voller Herzlichkeit und oft mit einem Augenzwinkern erzählte sie, warum sie die Musik der Venezianer schätzen- und liebengelernt habe: „Es ging um den Alltag der einfachen Menschen. Während es in der Oper, die für die Oberschicht gemacht war und Eintritt kostete, um Helena und Venus ging, sangen die Gondolieri von der Tochter des Fischhändlers, die jeder gerne heiraten wollte.“ Außerdem seien die Gondel-Gesänge immer auch ein wenig subtil gewesen, dank der darin enthaltenen sexuellen Anspielungen — etwa, wenn da von Gärtchen der Liebsten die Rede sei, dass dringend wieder einmal bestellt werden müsse. Das lasse einem heute noch darüber schmunzeln.

„Gartenarbeit ist doch etwas sehr schönes. Ich liebe sie auch“, sagte die Autorin und erntete herzhaftes Lachen des Publikums.

Leon vergaß auch den Blick auf die Gegenwart Venedigs nicht: Angesichts einer riesigen Kreuzfahrtflotte, die tagtäglich die Stadt ansteuert, fürchte sie schon bald den Todesstoß für die Stadt, die Gondolieri und die Liebhaber dieser Kunst. Diese Sichtweise stieß nicht auf bei jedem auf Zuspruch: Sie vergesse, dass Venedig zu einem beachtlichen Teil von den Einnahmen durch die Kreuzfahrer lebe, sagten Greifswalder Gäste nach der Veranstaltung, die zudem bedauerten, dass sie so gar nichts aus ihren Büchern vorgelesen hatte.

Doch auch wenn der Dona-Leon-Auftritt keine herkömmliche Lesung war und ihr berühmter Commissario Brunetti keine Rolle spielte: Petra und Michael Bensemann aus Ahlbeck fanden den Abend mit der 74-Jährigen überaus gelungen. „Ihr Erzählen strahlt so eine Leichtigkeit aus, es wirkt nicht aufgesetzt“, lobten sie. Auch die Insulanerin Bärbel Finn war total begeistert. „Schön, dass ich so einen Weltstar hautnah erleben durfte.“ Heringsdorfs Kurdirektor Thomas Heilmann schwärmte ebenfalls: „Ein unvergesslicher Abend mit einem Weltstar — toll“, sagte er.

Auch die Organisatoren der Usedomer Literaturtage sind sehr zufrieden. Die vom 6. bis 9. April stattgefundenen Veranstaltungen unter dem Motto „(Nächsten)Liebe“ bescherten mit insgesamt 1700 Gästen einen neuen Besucherrekord: Es kamen fast 50 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr.

Von Cornelia Meerkatz

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