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Eine Million D-Mark für einen roten Hut

Heringsdorf Eine Million D-Mark für einen roten Hut

Intendant lässt in Heringsdorf 25 Jahre „Chapeau Rouge“ Revue passieren

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Vor dem Eingang zum Theaterzelt (v.l.): Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler, Christian Schröder von der Stadt Anklam, Minister Harry Glawe, Intendant Wolfgang Bordel, Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen mit Lebenspartnerin Peggy Mehling und Martin Schneider, Leiter der Barther BoddenBühne.

Heringsdorf. Vor 25 Jahren, in den letzten Juni-Tagen 1992, öffnete sich erstmals der Vorhang im Theaterzelt „Chapeau Rouge“ an der Heringsdorfer Strandpromenade – ein triftiger Grund, um jetzt zu feiern. Gekommen waren sie dazu am Sonnabend alle: Schauspieler, Regisseure, Techniker, die irgendwann mal im Zelt gearbeitet hatten, Kollegen aus der Verwaltung, die stets im Hintergrund für einen reibungslosen Ablauf des Theaterbetriebes sorgen, Studenten der Theaterakademie, die nur staunen konnten über die einst wilden Theaterjahre, Urlauber und Einheimische.

OZ-Bild

Intendant lässt in Heringsdorf 25 Jahre „Chapeau Rouge“ Revue passieren

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Programm 2017

Die „Komödie im Dunkeln“ steht 2017 am häufigsten auf dem Spielplan. Daneben gibt es die Olsenbande und die Krimikomödie „Die 39 Stufen“; für Kinder Puppenspiele und „Das Dschungelbuch“. Es gastieren: Werner Schneyder, Désirée Nick, Wladimir Kaminer, die Günther Fischer-Band und die Herkuleskeule.

online: chapeau-rouge.de

Wirtschaftsminister Harry Glawe und die Bürgermeister von Wolgast und Heringsdorf sowie Vertreter der Stadt Anklam posierten vergnügt für ein Foto vor dem roten Zelt. Solche Schnappschüsse haben seit 25 Jahren Tradition – aber sonst, stets zur Saisoneröffnung, sind Schauspieler die Akteure. Intendant Wolfgang Bordel erinnerte in seiner launigen Festrede an die Gründung der Vorpommerschen Kulturfabrik, die sozusagen Vater und Mutter des „Chapeau Rouge“ ist und, wenn man so will, auch die Eltern der späteren Kinder, geheißen „Vineta“, „Blechbüchse“, Theaterakademie, Barther BoddenBühne, Usedomer Hafenfestspiele und nun auch der Wolgaster Schlossinsel- Festspiele.

Das Anklamer Theater war damals nach bundesdeutschen Maßstäben nicht überlebensfähig. Schon allein die Notstromanlage – sieben Lkw-Batterien auf dem Dach des Theaters – sprach Bände. Und die Möwen seien, wenn das Ensemble in den Kurmuscheln spielte, auch nicht zu übertönen gewesen, erinnerte Bordel. Was also tun? Der Deutsche Bühnenverein regte an, doch eine „Kulturfabrik“ zu gründen, solche Konstrukte mit verwirrenden Namen waren gerade „in“. Gesagt, getan. Die frischgebackenen Kulturfabrikarbeiter legten ihr Geld, ihre Abfindungen, die sie für die Abwicklung des Theaters bekommen hätten, zusammen und kauften das roten Zelt für 1 Million D-Mark. Der Enthusiasmus den die Theaterleute an den Tag legten, war enorm: Vier Vorstellungen am Tag, technische Einrichtung für ein Stück von 24 Uhr bis 2.45 Uhr. Das waren noch Arbeitszeiten!

Das ganze Theater lebte seinerzeit auf dem Zeltplatz „Chapeau Rouge“. Und die Kollegen erzählten sich viel über diese wilden Anfangsjahre. In der Jubiläumsausstellung „25 Jahre Chapeau Rouge“ ist das etwas seriöser und mit vielen Fotos aufgearbeitet. Es wird daran erinnert, dass sich die Berliner Theaterprominenz hier einfand, um den 70. Geburtstag des großen Rolf Ludwig zu feiern, dass die Außenminister der Europäischen Union hier ein Kulturprogramm mit anschließender Sause genossen...

An zahlreiche Inszenierungen wird in Bild und Text erinnert, wie „Das weiße Röß'l“ mit Alfred Müller oder das Sonderprogramm „Die Kaiserrevue“. Es gab auch Klassiker, wie den „Urfaust“ oder „Maria Stuart“. Der Geschmack des Publikums wandelte sich mit der Zeit. Heute will gelacht werden. Das tat das Publikum dann ausführlich in der „Komödie im Dunkeln“, dem Stück, das zur Feier des Tages gegeben wurde und das am häufigsten 2017 auf dem Spielplan steht.

Claudia Winter

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