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Eine Stadt öffnet ihre Schatztruhe

Wolgast Eine Stadt öffnet ihre Schatztruhe

Rund 1000 Besucher entdeckten Wolgast bei der Langen Nacht der Denkmäler und Museen von einer anderen Seite.

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Für Wolfgang Hofmann war die Lange Nacht der Denkmäler und Museen am Sonnabend ein beruflicher Abschied aus Wolgast.

Wolgast. Der Satz, den Wolfgang Hofmann am Sonnabend wohl am häufigsten zu hören bekam, lautet etwa so: „Sie können ja gar nicht aufhören, denn es gibt doch noch so viel zu tun für Sie, und Sie gehören gewissermaßen zur Stadt.“ Und Hofmann wurde nicht müde zu antworten, dass er keineswegs ans Aufhören denke, nur seine Werkstatt in einem Nebengebäude des Wolgaster Runge-Hauses verlasse.

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Traditionell gehörten die Stadtführungen auch zum diesjährigen Programm. Klaus Plötz (Bildmitte) steht mit einer Gruppe vor dem historischen Rathaus. Fotos (3): Dietrich Butenschön

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Deshalb wurde der allseits bekannte Metallrestaurator Wolfgang Hofmann am Sonnabend während der Langen Nacht der Denkmäler und Museen offiziell verabschiedet. Dabei fehlte es nicht an Worten der Würdigung seines Schaffens vor allem in Wolgast. Bekannteste Beispiele dafür sind wohl die von ihm und seiner Frau in mehrjähriger Arbeit restaurierten Sarkophage von Angehörigen des pommerschen Greifengeschlechts, die ihre Plätze in der Greifenkapelle und in der Fürstengruft der St.-Petri-Kirche haben.

Doch Hofmann hat auch in Peenemünde Spuren hinterlassen. Die Sanierung eines Zuges der ehemaligen Peenemünder Werkbahn zeugt ebenso von seinem hohen Können wie die Arbeiten an der Walter-Schleuder, mit der einst die Nazis die V 1 abschossen, oder die Restaurierung der gesamten Bekohlungsanlage des ehemaligen Kraftwerks. Darüber hinaus wirkte er mit an der Restaurierung des Denkmals des Alten Fritz in Berlin, er machte aber auch mit seinem Einsatz zum Beispiel in der Schweriner Schelfkirche und in verschiedenen anderen Gotteshäusern im Land von sich reden.

Wenn der 65-Jährige immer wieder beteuerte, dass er zwar sein Wirken in Wolgast beende, es aber noch einige Jahre in Peenemünde fortzusetzen gedenke, dann verband er damit stets den Hinweis darauf, dass seine potenzielle Nachfolgerin dort bereits in den Startlöchern stehe. Sie heißt Lisett Loth, kommt aus Zecherin bei Wolgast und hat bei Hofmann in Peenemünde 2011 ein Praktikum absolviert. Nun studiert sie und hofft, in einigen Jahren an den Ort zurückkehren zu können, wo ihre Laufbahn als Metallrestauratorin begonnen hat.

Für den Neuenkirchener Gerhard Dobbratz, seine Frau und eine Bekannte war die Hofmannsche Werkstatt an diesem Tag eine der Stationen, die sie während der Langen Nacht in Wolgast besuchten. „Es ist eine tolle Veranstaltung in einer tollen Stadt, die so viel Schönes und Interessantes zu bieten hat“, ist ihr einhelliges Urteil.

Es war vor allem die gelungene Mischung aus der Möglichkeit, einige der wichtigsten Wolgaster Baudenkmäler zu besuchen, und einer Vielzahl kultureller Darbietungen, die den Reiz dieser Veranstaltung ausmachten. So waren die Besitzer des ehemaligen Postamtes höchst überrascht angesichts des Andrangs, der hier herrschte. Und es lohnte sich, mal reinzuschauen, konnte man doch erst jetzt erkennen, wie reich der Bau auch innen mit Elementen der Gründerzeitarchitektur ausgestattet ist. Nur waren die Pfeiler und Rundbögen Jahrzehnte lang hinter nachträglich eingezogenen Wänden verborgen.

Eine Entdeckung war auch die vom Maler und Musiker Clemens Kolkwitz im Gewölbekeller des Rungeschen Gartenhauses eingerichtete Galerie. Er zeigt dort eigene Zeichnungen ebenso wie Fotografien von Reinhard Hertzsch — alles in allem verspricht diese „Galerie im Gewölbe“, ein weiterer Anziehungspunkt für Wolgaster und Gäste der Stadt zu werden.

Für Gisela Kretschmer, die Vorsitzende des Wolgaster Kulturvereins, und ihre gut 30 Mitstreiterinnen und Mitstreiter auch aus anderen Vereinen haben sich die Mühen der Vorbereitungen und die Anspannung des Tages selbst gelohnt: „Wir wollen mit dieser Langen Nacht der Denkmäler und Museen für unsere Stadt werben, und es ist uns erneut überzeugend gelungen. Das unterstreichen nicht zuletzt die vielen positiven Reaktionen der rund 1000 Besucher, die sich an zwölf Stationen anschauen konnten, was Wolgast alles zu bieten hat.“

Wir wollen mit dieser Nacht für unsere Stadt werben.“Gisela Kretschmer, Wolgaster Kulturverein

 

 

Dietrich Butenschön

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