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Elegante Hüte, Kaiserflair und eine verrückte Fotomaschine

Heringsdorf Elegante Hüte, Kaiserflair und eine verrückte Fotomaschine

Heringsdorfer Kaisertage lockten Tausende auf die Promenade und den Platz des Friedens / Höhepunkt war am Sonnabend der Festumzug

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Am skurrilen Fotoapparat: Marcel Wache und Franziska Mehnert.

Heringsdorf. Ein Foto mit dem Kaiserpaar! „Ich bitte darum“, antwortet seine Majestät. Und ruft die Dame zu sich – „ich kann doch gar keinen Hofknicks“, erwidert sie etwas schüchtern und lacht. Reinhard Reim stellt sich nun offiziell mit ernster Mine vor: „Gestatten, Kaiser Wilhelm II.!“ Wie oft er das an diesem Wochenende getan hat, weiß der 68-Jährige nicht.

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Heringsdorfer Kaisertage lockten Tausende auf die Promenade und den Platz des Friedens / Höhepunkt war am Sonnabend der Festumzug

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Der Festumzug

132 Mitwirkende gestalteten am Sonnabend den historischen Festumzug durch Heringsdorf. Dazu kamen noch vier Kutschen und drei Oldtimer.

19 Mal fanden bisher die Heringsdorfer Kaisertage statt. Begleitet wurde das Fest von einer riesigen Marktmeile auf der Promenade.

Schauspieler Reim verkörpert bei den Heringsdorfer Kaisertagen im Zeichen des frühen 20. Jahrhunderts den letzten deutschen Monarchen (1859-1941), der häufig auf der Insel verweilte. Und das stilecht in weißer Paradeuniform, Schnäuzer und Pickelhaube. Ins Bild passen da die Frauen in ihren pompösen Kleidern und schicken Hüten mit Männern an ihrer Seite, die sich für Frack und Zylinder entschieden.

Nur gucken ist bei Familie Michael aus Falkensee bei Berlin nicht angesagt. Sie sind morgens mit der Bahn angereist und direkt zum Kostümverleih gegangen. „Ich liebe es, mich zu verkleiden“, sagt Manuela Michael (55), die in diesem Jahr neben ihrem Mann auch die Tochter und deren Freund mit auf die Promeniermeile genommen hat. In ihrem weißen und schwarzen Kleid sind sie begehrte Fotomotive.

„Wir kommen jedes Jahr zu den Kaisertagen. Das Flair ist etwas Besonderes“, sagt Manuela Michael, die als „gutbürgerliche Dame“ den Tag genießen will.

Zur Mätresse des Kaisers hat sie es noch nicht gebracht – Diana Cosovic und Sandra Schmiedel, beide aus Leipzig, hingegen schon, wie sie erzählen. Ihre Kleider entstanden in Eigenproduktion.

Eingeladen wurden sie von Conny Schatz, gebürtige Hallenserin, die seit 14 Jahren auf Usedom lebt. Und ihre Kochkluft für einen Tag ablegte und in ein schickes Kleid schlüpfte. „Wir sind begeistert, wie sich die Frauen früher so elegant herausgeputzt haben“, sagt Sandra Schmiedel, die nun keine Zeit mehr hat. Hinter ihr stehen schon wieder Urlauber, die ein Foto vom Trio machen wollen.

Apropos Foto: Verrückt, skurril, phantastisch – so könnte man die Idee von Franziska Mehnert und Marcel Wache bezeichnen. Die beiden Radebeuler haben einen Salon mitgebracht, der mit alten Möbeln und schicken Accessoires aus der Jahrhundertwende eingerichtet ist. Sie nennen sich Graf und Gräfin von Tesla. Ihr Herzstück ist ein Teslamat – „drei Monate habe ich an dem Ding gebaut“, erzählt der 35-Jährige. Das Konzept ist einfach: Gäste werden in Röcke, Kleider, Fracks, Uniform oder Pelze gesteckt und nehmen Platz im Salon. Dann blitzt, dampft und blinkt der retrofuturistische Apparat, der Graf drückt ab, fertig ist das Erinnerungsfoto. „Wir sind das erste Mal hier, ein schönes Fest“, findet Franziska Mehnert, die in Dresden seit 14 Jahren barocke Führungen durch die Innenstadt anbietet und natürlich auch den Kaiser und seine Gattin, gespielt von der Greifswalder Sängerin Anett Kölpin, in ihrem Salon begrüßen durfte. Ein Foto mit dem Kaiserpaar! Was sonst!

Henrik Nitzsche

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