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Freester Heimatmuseum hat viele Freunde und Unterstützer

Freest Freester Heimatmuseum hat viele Freunde und Unterstützer

Leiterin Andrea Generalczyk sagt ihren emsigen Mitstreitern Dankeschön

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Einige der Helfer, die mit Andrea Generalczyk (obere Reihe 2.v. r.) das Freester Heimatmuseum am Laufen halten: Brigitte Rabe, Barbara Senkbeil, Rudi Lindemann, Helga Grabow und Regina Meier (oben, v.l.), Johannes Meier, Margot Marziniak und Elisa Themig.

Quelle: Foto: Dietrich Butenschön

Freest. Margot Marziniak suchte nach der Wende eine Möglichkeit, die einst von ihrem Kollegen, dem Freester Lehrer Erich Mundstock, begründete Sammlung der Heimatstube an einem geeigneten Ort unterzubringen. Da meldete sich der damalige Krösiner Bürgermeister Rainer Bernau bei ihr mit einer äußerst willkommenen Nachricht: Es gebe die Möglichkeit, dafür das gerade von der NVA geräumte Gebäude der ehemaligen Funkstation zu nutzen. „Innerhalb von knapp drei Wochen hatten wir drei Räume eingeräumt und eingerichtet, darunter mit einigen aus einem benachbarten Möbelladen geliehenen Vitrinen, die heute noch hier stehen“, erinnert sich die 80-Jährige an den Anfang ihrer „Bekanntschaft“ mit dem Haus, das heute das Freester Heimatmuseum beherbergt.

Rudi Lindemann ist schon seit frühester Jugend mit den Traditionen seiner Heimat an der Peenemündung verbunden, wozu für ihn das Plattdeutsche gehört. So ist es nicht verwunderlich, dass er als Student seine Diplomarbeit darüber schrieb. Logisch auch, dass er später als Lehrer, als Verfasser mehrerer Bücher und als Initiator von Vorträgen immer wieder vor allem der jüngeren Generation die Liebe zur Heimat, das Interesse an der Lebens- und Arbeitsweise der Fischer zu vermitteln suchte. Als 1992 die 1962 von Erich Mundstock in der Freester Schule begründete und nach seinem Tod 1987 geschlossene Heimatstube neu eröffnet wurde, sah Lindemann hier einen Ort, an dem er sein Anliegen in guten Händen wusste.

Als sich vor etwa 13 Jahren aus einer Klönrunde eine Gruppe Sangesfreudiger, der heutige Freester Singkreis, zu formieren begann, da fand man bald im Haus der Heimatstube ein Domizil, in dem die ersten gemeinsam gesungenen Lieder erklangen. Der Singkreis, inzwischen im Lotsenhaus am Freester Hafen zu Hause, ist dennoch immer noch eng mit dem Heimatmuseum verbunden; die regelmäßig dort stattfindenden Veranstaltungen sind ohne das Mitwirken der Sängerinnen und Sänger um Barbara Senkbeil undenkbar. Allerdings muss Museumsleiterin Andrea Generalczyk ihnen immer mal wieder klarmachen, dass es sich tatsächlich so verhält – und das Publikum keineswegs etwas anderes möchte.

Auch für Brigitte Rabe sind die Freester Traditionen etwas Selbstverständliches, zu ihrem Leben Gehörendes. Während ihrer Arbeit in der Kreisverwaltung, die vorwiegend der Wirtschaftsförderung galt, verstand sie es, einige der Zeugnisse regionaler Identität für die Werbung für Ostvorpommern zu nutzen. So schmückten Freester Fischerteppiche zum Beispiel eine Ausstellung in Bonn. Als sich Brigitte Rabe vom Arbeitsleben verabschiedete, musste sie nicht lange nach einer weiteren sinnvollen Beschäftigung suchen – sie lief bei Andrea Generalczyk offene Türen mit ihrer Frage ein, ob sie bei der weiteren Gestaltung des Heimatmuseums helfen könne.

Im Mittelpunkt von dessen ständiger Ausstellung stehen selbstverständlich die Fischerteppiche; seit den 1920-er Jahren untrennbar mit Freest verbunden, hat ihre Herstellung hier doch ihren Anfang gehabt. Seit Helga Grabow 1986 in der damaligen Produktionsgenossenschaft „Volkskunst an der Ostsee“ zu arbeiten begann, hat sie so viele dieser geknüpften Kleinode angefertigt, dass sie irgendwann das Zählen aufgegeben hat. Ihr, einigen Knüpferkolleginnen, dem damaligen Bürgermeister Rainer Bernau und der ersten Leiterin der Heimatstube Margot Marziniak ist es zu verdanken, dass diese wertvollen Zeugnisse einer aus der Not der damaligen Zeit geborenen Suche nach einem Zusatzeinkommen für die Fischer Freest erhalten geblieben sind. Helga Grabow hatte zunächst als ABM-Kraft in der Heimatstube weiter geknüpft und sich dann selbstständig gemacht. Doch immer noch findet sie die Zeit zum Schauknüpfen im Heimatmuseum.

Und da sind Regina und Johannes Meier. Ihre Verbindung zum Museum hat ganz profan begonnen: Beide haben hier nach der Wende als ABM-Kräfte bzw. Ein- Euro-Jobber eine Beschäftigung gefunden – und gehören heute zu denen, ohne die kaum eine Veranstaltung im Haus oder im Freigelände laufen könnte. Sie haben als Helfer an ihrer ehemaligen Arbeitsstelle ganz selbstverständlich weitergemacht, stehen Andrea Generalczyk mit ihren handwerklichen und organisatorischen Fähigkeiten zur Seite – ebenso wie andere auch, für die die hier Genannten stellvertretend stehen sollen.

Andrea Generalczyk sagt, dass sie ohne die Helfer, zu denen auch ihre Tochter Elisa Themig gehört, wohl auf verlorenem Posten stehen würde. Schließlich muss sie sich auf ihrer Teilzeitstelle nicht nur um das Heimatmuseum kümmern, sondern auch um die Betreuung von Kindern und Jugendlichen oder Senioren der Gemeinde Kröslin. „Dieses Miteinander ist letztlich aber auch ein Ausdruck dafür, wie in unserem Heimatort Freest auch heute noch Gemeinsamkeit von Familie zu Familie hochgehalten wird.“ Sie weiß, dass sie weiter auf dieses Netzwerk zählen kann. Auch im Namen von Kröslins Bürgermeister Holger Dinse hat sich Andrea Generalczyk deshalb dieser Tage bei ihren Mitstreitern mit einer Kaffeetafel im Museum bedankt.

Dietrich Butenschön

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