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„Ich komme wieder als malender Tourist“

Heringsdorf „Ich komme wieder als malender Tourist“

„7 malen am Meer“: Alex Zwalen (58) kam aus der Schweiz an die Küste / Er hat Usedom ins Herz geschlossen

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Sein kleines Reich am Strand neben der Heringsdorfer Seebrücke: Alex Zwalen malt vor seinem gemieteten Strandkorb.

Heringsdorf. 310 E – für heute ist das sein kleiner Arbeitsplatz. Der Strandkorb spendet aber nur Schatten. Alex Zwalen sitzt davor – auf einem Mini-Dreieck-Hocker. Er malt und das gut 20 Meter vom Meer. „Ich fühle mich pudelwohl“, sagt der 58-Jährige. Er ist Teilnehmer des Kaiserbäder-Pleinairs „7 malen am Meer“. Der Züricher hat das Motto wörtlich genommen und erzählt weiter. „Hier zu sitzen zwischen einem riesengroßen Stück Natur und dem quirligen Leben auf der Promenade, ist ein Traum“, sprudeln die Komplimente nur so aus dem Schweizer heraus.

OZ-Bild

„7 malen am Meer“: Alex Zwalen (58) kam aus der Schweiz an die Küste / Er hat Usedom ins Herz geschlossen

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Im Malen von Wellen bin ich sehr ungeübt. Das ist für mich aber die Heraus- forderung.“Alex Zwalen, Künstler

Usedom ist für ihn eine Premiere. Wie auch das Malen von Wellen. Klar, in seinem Land gibt es eher Seen. Die liegen zumeist spiegelglatt vor dem Maler. „Darin bin ich sehr ungeübt. Das ist aber die besondere Herausforderung und für mich ein Lerneffekt“, sagt Zwalen, der seit zwei Stunden schon an seinem neuen Bild arbeitet. Sand, Meer und Buhnen bilden den Hintergrund – im Mittelpunkt sitzt eine Frau mit ihrem Kind im Arm, sie schaut aufs Meer. Zwalen hat sie gefragt, ob er sie malen darf. Erst auf Acryl, „manchmal male ich mit Öl drüber“, sagt der Schweizer, der viel mit dem Strandpublikum kommuniziert. Sein kleines Reich um den Korb mit der Nummer 310 E lockt den einen oder anderen Schaulustigen auch an. Neben der Staffelei und der Farbpalette liegen im Sand noch zwei große Kisten mit Pinseln und Farben. „Allein an Material habe ich rund 25 Kilogramm mitgenommen.“ Im Zug wohlgemerkt, denn Zwalen war gut zwölf Stunden mit der Bahn unterwegs. Zürich, Basel, Berlin, Züssow, Heringsdorf – das waren seine Stationen.

Wo er auf Usedom nächtigt, wusste er vorher nicht. Dass er auf der Heringsdorfer Seebrücke wohnen darf, überraschte ihn schon. „Das war zehn Mal mehr, als ich erwartet hatte.“ Wenn er morgens das Fenster öffnet und das Meer sieht, sei das schon Inspiration. Zwalen, der mit seinem karierten Sommerhut und dem Silberring am rechten Ohr schon in die Kategorie „kunstverrückt“ eingestuft werden darf, hat sein Kunststudium abgebrochen. „Vor vielen Jahren, seitdem bin ich als Autodidakt unterwegs.“ Landschaften malt er gerne, noch viel lieber Portraits. Rund 30 habe er Anfang des Jahres gemalt. Drei Wochen war er in einem Flüchtlingslager im griechischen Lesbos. Anfangs habe er zurückhaltend in seinem Skizzenblock gemalt. „Eines Tages kam ein Afghane zu mir und klopfte sich mit der Hand auf die Brust. Ich deutete es so, dass er gemalt werden wollte. In den nächsten Tagen ging es weiter.“

Portraits sind auf Usedom nicht Zwalens Sache. „Die Landschaft ist viel zu schön.“ Und seinen Freunden in der Schweiz habe er versprochen, auch Strandkörbe zu malen. Vier bis fünf Bilder sollen es in dieser Woche werden.

Kommt er wieder? „Sicherlich als malender Tourist“, sagt Zwalen. Und wie ist es mit einem Mitbringsel von Usedom? Hat er schon. Sein Strandbild stellte er nur kurz neben dem Korb. Plötzlich windete es. „Nun habe ich hier echten Usedom-Sand auf dem Bild. Ich liebe authentische Sachen.“

Ausstellung zeigt ab Sonntag eine Auswahl der Bilder

12 Jahre lang gibt es inzwischen das Kaiserbäderpleinair „7 malen am Meer“.Entstanden ist die Kunst-Aktion aus einer Idee des Berliner Malers Sigurd Wendland in Zusammenarbeit mit der stellvertretenden Heringsdorfer Kurdirektorin Karin Lehmann.

100etwa so viele Gemälde entstanden in all den Jahren in dieser einen künstlerisch aktiven Woche am Meer.Am Sonntag wird um 17 Uhr in der Heringsdorfer Villa Irmgard eine Ausstellung eröffnet, die eine Auswahl der Bilder zeigt, die in der Woche auf Usedom entstanden sind. Neben Zwalen gehören zu den Malern Sigurd Wendland, Sibylle Bross, Clemens Kindermann, Carlos Farinha, Pat Noser und Jörg Menge. Musikalisch wird die Eröffnung von Thomas Putensen begleitet.

Henrik Nitzsche

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