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Klingt gut! Greifswalder Jazzer gewinnen Konzert in Berlin

Greifswald Klingt gut! Greifswalder Jazzer gewinnen Konzert in Berlin

Das Andrea Ríos & John Nickville Trio reichte drei Songs und eine Bandbeschreibung bei einem Wettbewerb ein, überzeugte und kann nun seinen Horizont erweitern

Greifswald. Die Welt der Musik: Klangexperimente und unendliche Melodien, individualisiert durch Persönlichkeit, erfüllt durch Gefühl. Dort ist die Greifswalder Band Andrea Ríos & John Nickville Trio zuhause. Den vier Musiker, alle zwischen 17 und 18 Jahre alt, kommt dieses Jahr eine besondere Ehre zuteil. Sie gehören zu den elf Gewinnern eines bundesweiten Wettbewerbs für Nachwuchsmusiker der Berliner Festspiele. Der Preis ist die komplett finanzierte Teilnahme am 33. Treffen junge Musikszene in Berlin. Von heute bis Freitag werden sich die Musiker in Workshops weiterbilden, sich in Gesprächen austauschen und bei einem Abschlusskonzert präsentieren.

Die Band Andrea Ríos & John Nickville Trio besteht aus Niklas Bladt am Piano, Thomas Schweikhard am Bass, Valentin Steinle am Schlagzeug sowie der Sängerin Andrea Ríos Schmitz. Sie spielte bereits eigene Konzerte und nahmen einige ihrer Songs im Studio auf. Geprobt wird zweimal die Woche in der Musikfabrik. Dort werden Bands kostenlos Proberäume zur Verfügung gestellt.

Die musikalische Anleitung übernimmt Christian Jaroslawski von der Musikfabrik, der sichtlich stolz auf seine Schüler ist. „Jaro sorgt für den musikalischen Input und auch Output, wenn es Mist ist“, fasst Andrea zusammen. Valentin weiß es poetischer auszudrücken: „Er ist wie unser Schwimmflügel.“

„Jazz ist meine Muttersprache“, verkündet Niklas Bladt und wird dafür prompt von seinen Bandkollegen aufgezogen. Es herrscht eine lockere, freundschaftliche Atmosphäre. Wie Valentin sagt: „Band ist Familie.“ Natürlich gebe es mal die ein oder andere Auseinandersetzung, räumt Niklas ein, aber das trage positiv zur Musik bei.

Er bringt meistens die musikalischen Ideen mit in die Probe, die Lieder sind jedoch eine Gemeinschaftsleistung. Dabei schöpfe man aus einem Ideenpool, wie der Pianist es nennt. Der Schlagzeuger Valentin erklärt: „Jeder hat andere musikalischen Einflüsse, die in der Band zusammentreffen. Beschränkt sind wir nur dadurch, was der Einzelne spielen kann und spielen möchte.“ Dementsprechend länger dauere das Erarbeiten, merkt Thomas Schweikhard an.

Die Texte schreibt die Sängerin. Inspiriert vom Leben und ihrer Umwelt verarbeitet Andrea ganz persönliche Gedanken in den Zeilen. „Es geht weniger um Liebe, Liebe, verlorene Liebe, sondern eher um Welt, Welt, wo soll ich hin.“ Dem aufmerksamen Zuhörer offenbart sie ihre innersten Empfindungen. „Aber die Menschen verstehen mich eh nicht. Ich singe mehr für mich zur persönlichen Verarbeitung.“

Ihre Kompositionen stecken die Jugendlichen nicht gerne in eine Schublade. Musik brauche keinen Stil, findet Niklas Bladt. Einflüsse aus Jazz und Soul sind unbestreitbar, das allein wird ihnen jedoch nicht gerecht. Wenn sie sich auf eine Bezeichnung einigen müssten, wäre es „avantgardistischer Spaceshit“, so die Musiker. Ihnen geht es um den Bandsound.

In Berlin werden die vier an Workshops zu Themen wie Songwriting und Improvisation teilnehmen und in abendlichen Jam-Sessions ihren musikalischen Horizont erweitern. „Wir hoffen, viele schöne Augenblicke mit nach Hause zu nehmen“, so Thomas Schweikhard. Weg vom Alltag einfach mal Zeit für Musik haben, schätzt sein Kollege Valentin. Er möchte, wie Niklas und Andrea das Hobby zum Beruf machen. Das Treffen der jungen Musik-Szene in Berlin stellt eine weitere Etappe auf ihrer gemeinsamen Reise durch den Ideenpool dar.

Veronika Uhl

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