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Komparsin träumt von der großen Rolle

Trassenheide Komparsin träumt von der großen Rolle

Ab Freitag wird auf der Insel wieder für den Usedom-Krimi gedreht / Unter 200 Kleindarstellerinnen ist auch Catharina Schwarze aus Trassenheide / Die 56-Jährige hofft auf einen späten Durchbruch als Schauspielerin

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Drei tolle Schauspielerinnen, sagt Catharina Schwarze über die Hauptdarstellerinnen des Usedom-Krimis: Katrin Sass, Emma Bading (l.) und Lisa Maria Potthoff (r.).

Quelle: Henrik Nitzsche

Trassenheide. Pierce Brosnan hielt ihrem Blick kaum stand, Konstantin Wecker nahm sie in den Arm. Moritz Bleibtreu war „total nett“, Matthias Brand dagegen leider „ziemlich zugeknöpft“: Catharina Schwarze hat zuletzt viele prominente Schauspieler erlebt. Denn die 56-Jährige aus dem Ostseebad Trassenheide ist Komparsin – und das fast schon hauptberuflich. Seit Beginn des vergangenen Jahres spielte sie kleine Rollen in 13 Produktionen, war insgesamt nun schon in 20 Filmen dabei.

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Ab Freitag wird auf der Insel wieder für den Usedom-Krimi gedreht / Unter 200 Kleindarstellerinnen ist auch Catharina Schwarze aus Trassenheide / Die 56-Jährige hofft auf einen späten Durchbruch als Schauspielerin

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Kommende Woche hat sie ihren nächsten Einsatz: Am Freitag beginnt an der Ahlbecker Seebrücke der Dreh für den fünften Teil des Usedom-Krimis mit dem Arbeitstitel „Trugspur“, in dem Catharina Schwarze eine Restaurantbesucherin mimt. Bis 23. September werden die Filmemacher und Darsteller auf der Insel sein und an verschiedenen Orten drehen. Schon am Dienstag beginnen die ersten Arbeiten für den Streifen in Berlin.

Der bereits im Jahr 2015 gedrehte dritte Teil der Reihe mit dem Titel „Engelmacher“ (auch Film vier ist schon im Kasten) wird am 10. November in der ARD gezeigt, ursprünglich sollte er am 1.

September kommen. Die Programmplaner verschoben den Termin aber nochmal. „Vor dieser Ausstrahlung bin ich besonders aufgeregt“, gesteht Catharina Schwarze. Denn es ist ihre erste kleine Sprechrolle.

Tiefer Blick in die Augen brachte

Pierce Brosnan aus dem Konzept

Ohne Worte durfte die Insulanerin schon einiges vor der Kamera anstellen. Als kritische Journalistin stand sie vor Pierce Brosnan in „Ghostwriter“, der 2009 zu großen Teilen im Usedomer Norden gedreht wurde: „Ich habe ihm tief in Augen geblickt und da hat er kurz den Text vergessen“, erinnert sich Catharina Schwarze lachend: „Das haben alle am Set gesehen!“ In „Le Confessioni“, der mit Moritz Bleibtreu in Heiligendamm gedreht und noch nicht gezeigt wurde, gab sie eine adrette Hoteldame. Als Polizistin war sie unterwegs in „Sanft schläft der Tod“ mit Matthias Brand. Sie spielte im Rostocker Polizeiruf, bei „Soko Wismar“, Krauses Kur und Pfarrer Braun – eigentlich immer, wenn Drehteams zuletzt in den Nordosten kamen. „Besonders gern bin ich dabei, wenn auf meiner Heimatinsel gedreht wird, aber ich reise für die kleinen Rollen inzwischen auch viel im Land herum“, sagt die junggebliebene Mittfünfzigerin, die von Hause aus Gastronomin ist. Inzwischen arbeitet sie aber nicht mehr in ihrem ursprünglichen Beruf. So könne sie die Zeit für ihre Leidenschaft investieren, sagt die Kleindarstellerin, die mit dem auf Usedom bestens bekannten früheren Sparkassendirektor und ehemaligen Trassenheider Bürgermeister, Dirk Schwarze (74), verheiratet ist. Wenn sie auf ihre aktuell 20 Filmauftritte zurückblickt, dann steht für die Insulanerin klar fest. „Am aufregendsten war bislang der Ghostwriter-Dreh mit Pierce Brosnan, Ewan McGregor und Regisseur Roman Polanski – das war eben Hollywood und da habe ich Blut geleckt für die Schauspielerei“, sagt Catharina Schwarze.

Geht es nach ihr, soll aber noch viel mehr folgen. „Am liebsten eine richtige, große Rolle – gern als Agentin.“

Statisten verdienen bis

zu 100 Euro pro Drehtag

„Viele Kleindarsteller träumen von so einem Durchbruch – dass ein Regisseur am Set ihr Talent sieht“, weiß Anja Clausen, Chefin der Agentur MV-Casting aus Wismar, die 2000 Komparsen betreut.

Insgesamt gebe es etwa 4000 Statisten im Land. Sie verdienen bei einem Dreh 65 bis 100 Euro am Tag plus Verpflegung. Und da immer mehr Produktionsfirmen nach MV kämen, habe man hierzulande auch gute Chancen, dabei zu sein. „Etliche machen es nur aus Spaß, einige sind aber tatsächlich schon entdeckt worden“, sagt Anja Clausen.

Catharina Schwarze, die auch in ihrer Kartei steht, traut sie eine Menge zu: „Denn sie ist sehr ehrgeizig, hat eine positive Ausstrahlung.“ Die Gelobte selbst zeigt genau diese Zuversicht: „Judi Dench und Helen Mirren beispielsweise hatten selbst erst sehr spät ihren Durchbruch als Schauspielerin. Warum sollte mir das nicht auch gelingen“, fragt sie und lacht. Ehemann Dirk ist ein großer Förderer: „Er hat bei uns als Paar lange im Mittelpunkt gestanden. Nun hofft er, dass es für mich gut läuft, und dreht mit dem Handy sogar kleine Film-Bewerbungsvideos von mir“, freut sich Catharina Schwarze.

Ab kommender Woche heißt es nun wieder, vor der Kamera eine gute Figur zu machen. Und im dritten Usedom-Krimi, der ihr mit der Ausstrahlung im November die erste Sprechrolle bringt, wird die Komparsin als Kundin in einer Apotheke stehen und sagen: „Das ist ja die reine Abzocke.“ Ihre ganze Familie wird dann vor dem Fernseher sitzen und hoffen, dass ihr diese ersten Film-Worte helfen auf dem Weg zu einer großen Rolle.

Usedom-Krimi: Dreharbeiten für Teil 5 vom 2. bis 23. September auf der Insel; Ausstrahlung, Teil 3 „Engelmacher“, Donnerstag, 10. Nov., 20.15 Uhr, ARD

Starke Quoten zum Start

6,3 Millionen Zuschauer sahen in der ARD im Oktober 2014 den ersten Teil des Usedom-Krimis „Mörderhus“, den zweiten Film „Schandfleck“ ein Jahr später 5,7 Millionen. Damit war das Erste jeweils Quotensieger.

Inzwischen sind bereits zwei weitere Usedom-Krimis abgedreht. Teil 3

(„Engelmacher“) soll am 10. November in der ARD gezeigt werden, Teil 4 („Nebelwand“) hat noch keinen festen Sendetermin. Das erste Quartal 2017 werde angepeilt, so eine Sprecherin.

In Ahlbeck beginnen an diesem

Freitag die Dreharbeiten für den

fünften Usedom-Krimi „Trugspur“.

Sie sollen bis 23. September gehen.

Alexander Loew

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