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„Kunst für alle“ und Plakate eines kritischen Geistes

Heringsdorf „Kunst für alle“ und Plakate eines kritischen Geistes

Klaus Staeck und Kirsten Klöckner stellen bis zum 11. September ihre Arbeiten im Heringsdorfer Kunstpavillon an

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Kirsten Klöckner und Klaus Staeck teilen sich die Ausstellung.

Quelle: dp

Heringsdorf. „Was macht man mit einem Hammer aus Bleikristall?“ Diese Frage stellte die Berliner Künstlerin Kirsten Klöckner bei der Ausstellungseröffnung „Kunst für alle“ im Heringsdorfer Kunstpavillon. Die Antwort gab sie selbst: „Ich habe ein Buch darüber geschrieben“. Nicht immer erschließt sich der Zweck von Kunst und nicht immer kann ein Künstler dem Betrachter auch sagen, was er mit seinem Werk meint.

Die studierte Bildhauerin zeigt mit dem Heidelberger Plakatkünstler Klaus Staeck eine Gemeinschaftsausstellung. Von ihr stammen so genannte „Multiples“, das sind Kunstobjekte, die wie bei einer Druckgrafik, in größerer Serie produziert und vom Künstler als Multiple autorisiert werden. Kirsten Klöckner sagt: „Jedes Multiple ist ein Original, das man mit anderen Leuten teilt: Kunst für alle.“

Die Besucher im Kunstpavillon forderte sie dazu auf, Wünsche zu äußern. „Ich frage die Leute, was sie sich wünschen, dann mach’ ich eventuell daraus ein Bild, ein Aquarell“, sagt sie und nimmt später einige Wunschkarten mit nach Hause. Kirsten Klöckner ist mit 15 Objekten bei der Ausstellung „Kunst für alle“ vertreten.

Klaus Staeck hingegen zeigt rund 50 Plakate aus seiner mittlerweile 45-jährigen Schaffenszeit als Grafiker und Karikaturist. Der in Bitterfeld geborene Staeck flüchtete am 4. August 1956 aus der DDR, also exakt 60 Jahre vor dem Tag der Ausstellungseröffnung in Heringsdorf. Er machte zweimal sein Abitur, zuerst in Bitterfeld, und, da dieses in der BRD nicht anerkannt wurde, dann noch einmal in Heidelberg, wo er heute noch lebt.

Nach erfolgreichem Jura-Studium kam Staeck als Autodidakt zur Kunst und begann Anfang der 70er Jahre mit satirischen Plakaten und Postkarten, die sich hauptsächlich gegen die CDU/CSU-Politik richteten. Bereits Mitte der 60er-Jahre gründete er einen Verlag, der Auflagenobjekte, sprich Multiple, herausgab.

Aus der damaligen „Edition Tangente“ wurde der heutige Verlag „Edition Staeck“. Zu den Künstlern, mit denen der Heidelberger zusammenarbeitete, gehören Joseph Beuys, Panamarenko, Daniel Spoerri und viele andere.

„Die Themen sind geblieben“, sagt Staeck im Rückblick auf seine Anfänge. Sein zentrales Thema ist die Umwelt. So heißt es auf einem Plakat „Und macht euch die Erde untertan“, darunter ist ein halber Globus auf einer Zitronenpresse dargestellt. „Nichts ist erledigt“ ist sein Leitspruch und deshalb sagt der 75-Jährige auch: „Der Kampf geht weiter – es gibt keine Resignation“ und fordert die Besucher im Kunstpavillon auf, sich einzumischen, wählen zu gehen und Haltung zu zeigen in diesen politisch nicht so einfachen Zeiten.

Ausstellung im Kunstpavillon an der Heringsdorfer Promenade ist mittwochs bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Dietmar Pühler

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