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Morgenitz wird wieder zum Dorf der Töpfer

Morgenitz Morgenitz wird wieder zum Dorf der Töpfer

Am Wochenende gibt es die 26. Auflage des Töpfermarktes / Neben Keramikern haben Filmleute den reizvollen Ort entdeckt / Hier wurde der Usedom-Krimi gedreht

Morgenitz. Für zwei Tage wird die dörfliche Stille in Morgenitz unterbrochen. Und zwar für den Töpfermarkt, der die Dorfstraße in einen quirligen Markt verwandelt. Für Astrid Dannegger ist es inzwischen die 26. Veranstaltung. Wieder hätte sie viel mehr Aussteller auf die Insel holen können, denn der Morgenitzer Töpfermarkt ist inzwischen Kult. „Sechs Aussteller hatten wir bei der ersten Auflage. Inzwischen sind wir bei rund 40. Mehr geht auch nicht“, sagt die 76-Jährige, die auch diesmal wieder viele Helfer an ihrer Seite weiß.

Allen voran Bürgermeister Bernd Meier, der von einem „schönen Event“ spricht, das den Bekanntheitsgrad der Gemeinde enorm erhöht hat. Und das vor allem ins Konzept der Ortsteile passt – Mellenthin ist das kulturelle Zentrum, Dewichow mit der Badestelle das touristische und Morgenitz das künstlerische. Daran hat vor allem Astrid Dannegger einen großen Anteil, die Jahr für Jahr ihr altes Bauernhaus mit dem Hofgarten, den großen Terrakottaplastiken und den kleinen romantischen Sitzplätzen zum Mittelpunkt des Marktes macht. Die Frauen der Selbsthilfegruppe nach Krebs unterstützen sie mit Kaffee und Kuchen. Andere bringen die Flyer unters Volk, denn Handy und Computer sucht man im Haus von Astrid Dannegger vergebens.

Die Idee des Marktes brachte sie einst vom Angersee mit. „Das war damals der größte Töpfermarkt Deutschlands. Warum soll das nicht auch in Morgenitz klappen, in einem kleinen Nest, das niemand kennt.“ Inzwischen kennen es viele schon. Denn nicht nur die Keramiker haben das kleine Dorf für sich entdeckt, sondern auch die Filmleute. Auf der Morgenitzer Dorfstraße wird im zweiten Usedom-Krimi die ermittelnde Kommissarin über den Haufen gefahren. „Das war schon spannend, wie der Stuntman mit Perücke über das Auto flog“, beschreibt Astrid Dannegger die Szene, die mehrmals gedreht wurde. Sie war nämlich hautnah dabei. Denn ihr Bauernhaus ist im ersten Teil zum „Mörderhus“ geworden, dem Titel des ersten Usedom-Krimis. „An die vielen Filmleute im Haus musste ich mich erst gewöhnen“, so die Künstlerin, die inzwischen mit Hauptdarstellerin Katrin Sass befreundet ist. Schließlich wohnt die Mimin im Film im Dannegger-Haus, das sogar eine Leiche gesehen hat. „Hier lag sie“, sagt Astrid Dannegger und zeigt auf den Boden in ihrem Esszimmer. Dass Mitglieder der Filmcrew beim 25. Töpfermarkt dabei waren, ist fast selbstverständlich.

Von dem Markt profitieren inzwischen nicht nur die Aussteller, sondern auch Anbieter von Unterkünften. Anfangs seien viele Aussteller mit dem Kleinbus gekommen, in dem sie übernachteten. Inzwischen nutzen die meisten Händler Privatquartiere in der Gemeinde. Deshalb ist es für Bürgermeister Meier ein Muss, den Töpfermarkt auch in den nächsten Jahren stattfinden zu lassen. „Frau Dannegger bekommt auch weiter unsere Unterstützung. Die Straße ist unser Kapital“, betont Meier.

Dass der Markt, der immer am letzten Juli-Wochenende stattfindet, Jahr für Jahr die Massen anlockt, hätte sich Astrid Dannegger nicht gedacht, als sie Anfang der 80er Jahre auf die alte Ruine in der Dorfstraße aufmerksam wurde. Bis 1990 sei ihr Mann mit dem Ausbau beschäftigt gewesen – dann zog die Künstlerin von Berlin auf die Insel. „Sie haben uns damals alle einen Vogel gezeigt, als wir das Haus übernommen hatten.“ Laut Bürgermeister Meier wären in den 80er Jahren fast die „Puhdys“ hier eingezogen. „Die Musiker suchten einen ruhigen Ort, um ihr Studio einzurichten. Warum es nicht geklappt hat, weiß ich nicht“, so Meier, der die Hausherrin mit einer schönen Nachricht überrascht.

Weil die vielen Dorfstraßen in der Gemeinde vor allem für den Rettungsdienst zu einem Problem geworden sind, soll das gepflasterte Stück durch Morgenitz umbenannt werden. Ab 1. Januar 2018 heißt die Dorfstraße dann – na klar – Töpferstraße.

TV-Tipp: Morgen 20.15 Uhr, ARD, „Mörderhus – Der Usedom-Krimi“

Henrik Nitzsche

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