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Oscarpreisträger Ingmar Bergman privat

Usedom Oscarpreisträger Ingmar Bergman privat

Lesungen und Konzerte am Tag der deutschen Einheit

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Johann von Bülow

Usedom. Zwei Männer, eine Frau oder ein Mann, zwei Frauen – das sind Konstellationen, die den Stoff für große Geschichten liefern. Beim Usedomer Musikfestival kann man sie am Montag erleben: Im Benzer Konzert mit den drei herausragenden Musikerinnen des Boulanger Trios und dem Schauspieler Johann von Bülow steht „Schloss Gripsholm“, das berühmte Sommermärchen einer Liebe zu dritt des Berliner Schriftstellers Kurt Tucholsky im Mittelpunkt. Der Ur-Berliner mit goldenem Herzen und eiserner Schnauze liebte den Norden. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Schweden, wohin er vor den Nazis geflohen war.

OZ-Bild

Lesungen und Konzerte am Tag der deutschen Einheit

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Festivalsplitter

Die Kirche Benz stammt aus dem 15. Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie vorübergehend als Pferdestall genutzt. Der schwedische Amtshauptmann Peter Ampelmann ließ die Kirche aber 1663 renovieren und vollkommen neu ausstatten.

Kurt Tucholsky stirbt 1935 in Hindas. Er wird in Mariefred bei Gripsholm, dem Romanort, begraben.

Sein dort verfasster Roman „Schloss Gripsholm“ handelt von einem Sommerurlaub in Schweden, den der Erzähler Kurt, genannt Peter, mit seiner Freundin Lydia verbringt. Humorvoll nimmt der Autor Kurt Tucholsky dabei auch das Plattdeutsche auf die Schippe. Begleitet wird die Lesung vom Boulanger Trio, das Stücke der Komponisten Elfrieda Andrée, Ludvig Norman und des deutschen Komponisten Franz Schubert spielt. „Bereits 2015 hat uns das Trio mit nahezu unbekannten Komponisten restlos begeistert. Wir dürfen also sehr auf die neuen Namen gespannt sein“, sagt Thomas Hummel, Intendant des Usedomer Musikfestivals, vorab.

Lüttenort . Am Vormittag um 11.30 Uhr wird Jüri Reinvere erstmals öffentlich über seine Zeit mit Ingmar Bergman und dessen damaliger Ehefrau im Atelier Niemeyer-Holstein in Lüttenort berichten. Der estnische Komponist, Pianist und Essayist war bereits Gastkünstler des Usedomer Musikfestivals. Er lebte über 15 Jahre in nächster Nähe zu ihnen und plaudert aus dieser Zeit.

„Beide verband die Philosophie, dass alles im Leben befristet ist und man deswegen die Gelegenheit beim Schopfe packen muss, wenn sie sich ergibt. Das galt auch für mich“, sagt Reinvere.

Info/Karten unter ☎ 038378/34647 oder www.usedomer-musikfestival.de

Deutsch-schwedische Klassik

Eigentlich kennt man das Ensemble eher in Kammerorchesterbesetzung und als umwerfend inspirierten Propagandisten sogenannter „alter“, vorzugsweise barocker Musik.

Nun also Klassik bis vorsichtig Romantisches.

Die kaum unerwartete Erkenntnis: Die Akademie für Alte Musik Berlin kann das natürlich auch. In Usedoms Evangelischer Kirche Sankt Marien präsentierten Mitglieder dieser weltweit in variablen Besetzungen gefeierten Vereinigung ein schwedisch-deutsches Programm. Mit dem Streichquartett op. 1 Nr. 3 von Joseph Martin Kraus (1783), Franz Berwalds klassisch besetztem B-Dur-Septett (1828) – beide haben in Schweden gewirkt – und Schuberts berühmtem Oktett (1824) wurden Einblicke in die Wirksamkeit Jahrhunderte zurückliegender europäischer musikkultureller Beziehungen ermöglicht: Wiener Klassik als länderübergreifendes Vorbild, und „deutsche Schweden“ als kompositorisch meisterliche, mit eigenem Profil ernst zu nehmende Transporteure klassischer Errungenschaften in den Norden. Diese Demonstration geriet stilistisch beeindruckend authentisch: mit historischem Instrumentarium bei Streichern wie Bläsern (mit Darmsaiten, alten Bögen, Bogenhaltung und sparsamem Vibrato) sowie ausgefeilter, „redender“ Artikulation. Ein Musizieren, das mit spielerischer Lockerheit und hinreißender Stringenz, scheinbar mühelos und doch höchst intensiv in die Tiefen großer Ausdruckskunst eindringt. Bei Schuberts 60-Minuten-Koloss sowieso, aber auch bei den mit originellen, zurückhaltend Empfindsames wie handfest Musikantisches munter mischenden Einfällen nicht sparenden Kraus (spannende Fuge!) oder Berwald; Letzterer mit deutlicher Beethoven-Affinität. Ein Abend, bei dem keine Wünsche offen blieben! Ekkehard Ochs

OZ

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