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Pleinair-Maler auf Usedomer Motivsuche

Heringsdorf Pleinair-Maler auf Usedomer Motivsuche

„7 malen am Meer“: Sonntag präsentiert die „Villa Irmgard“ die Ausstellung, heute die Diskussion über die Freiheit der Kunst

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Von links: hinten Carlos Farinha, Regina Diedrich, Sigurd Wendland, Alex Zwalen Curriculum, Pat Noser, Jörg Menge. Und vorn: Arnulf Rating, Karin Lehmann, Sibylle Bross und Marianne Schubert.

Quelle: Angelika Gutsche

Heringsdorf. „Wann kommen denn die Maler in diesem Jahr wieder?“ hatte ein Heringsdorfer Fischer kürzlich ungeduldig bei Karin Lehmann im Eigenbetrieb der Kaiserbäder nachgefragt.

Jetzt sind sie da! Gestern begegneten sich die Teilnehmer des diesjährigen Kaiserbäder-Pleinairs zum ersten Mal beim Frühstück in dem gegenüber ihrem Usedomer Mal-Zuhause, der Heringsdorfer „Villa Irmgard“, gelegenen „Hotel Neptun“. Mit den sieben Malern aus der Schweiz, Portugal, Österreich und Deutschland begeben sich zum 12. Mal beim internationalen Kaiserbäder-Pleinair „7 malen am Meer“

Künstler mit Malutensilien an die schönsten Plätze des Seebades und der Insel Usedom.

Pat Noser aus Biel im Schweizer Kanton Bern geht zum ersten Mal zum Malen in die Landschaft. Andere, wie Mitorganisator Sigurd Wendland oder der Falkenseer Jörg Menge, begeben sich beim Pleinair-Malen auf vertrautes Terrain. Sie freuen sich auf die Begegnungen mit Neugierigen. Nicht zuletzt, weil diese mitunter für Kaufinteresse sorgte. „Ich habe schon zwei Bilder an Vorbeikommende verkauft“, berichtet Wendland.

Alle freuen sich auf die kreative Atmosphäre und den Austausch mit Kollegen. Dabei geht es unter anderem darum, was Kunst heute leisten darf und muss. In ihre öffentlichen Diskussion heute Abend um 20 Uhr in der „Villa Irmgard“bringt sich auch der Kabarettist Arnulf Rating ein, der die Maler auf Usedom zum ersten Mal literarisch begleitet. „Die Notwendigkeit der Kunst in der Gesellschaft ist genau mein Thema“, sagte der Berliner gestern beim Pressefrühstück. Die Gesellschaft lebe von der Kunst, doch kaum jemand interessiere, ob die Künstler davon leben könnten. „Mich interessiert vor allem die suchende Kunst, die noch keinen festen Markt gefunden hat“, so Rating, der zum Pleinair eine Kolumne der Zeitschrift des Deutschen Kulturrates „Politik und Kultur“ vorbereitet und eine Verknüpfung von Malerei und Texten versuchen will. Und wohl nicht ganz ernst gemeint, fügt er an, dass er ja eigentlich Satiriker sei, sich aber als Beobachter der Freilandmalerei als solcher zurückhalten wolle.

Das Pleinair in den Kaiserbädern erfreut sich allerdings großer öffentlicher Unterstützung. Marianne Schubert ist eine von vier Vermietern, in deren Häusern die Künstler kostenfrei übernachten dürfen. „Ich unterstütze das Pleinair seit elf Jahren. Ich freue mich, dass die Künstler die Insel malen. Das zu fördern, macht mir einfach Freude“, sagte die Heringsdorferin gestern. Familie Diedrich vom Hotel „Neptun“ pflichtet dem bei. Karsten Diedrich schildert eine fruchtbare Nachbarschaft mit dem Museum: „Wir schicken uns gegenseitig die Gäste.“

Übrigens malen die sieben Künstler auch in diesem Jahr frei und ohne Themenvorgabe. Die Ergebnisse der letzten Jahre hatten gezeigt, dass die anfangs vorgegebenen Themen, wie „Kaiserbäderarchitektur“

oder „Strand“ künstlerisch einengten.

Am Samstag werden die Bilder katalogisiert. Am Sonntag um 17 Uhr wird in der Villa eine Ausstellung eröffnet, die eine kleine Auswahl zeigt. Im September treten die Bilder geschlossen die Reise nach Berlin an, wo sie Sigurd Wendland in seiner „Galerie im Fahrradbüro“ zeigt. 2017 sollen die Arbeiten dann durch weitere Usedomer Ansichten ergänzt werden und auf Initiative vonSibylle Bross in einer Stuttgarter Galerie ausgestellt werden. Die Beobachtung ihrer Entstehung bleibt den Usedomern und deren Gästen vorbehalten. Bis zum Wochenende sehen sie die Künstler bei ihrer Arbeit an beliebten Plätzen der Insel.

Die sieben Akteure

Sigurd Wendland (Berlin) ist künstlerischer Leiter des internationalen Projektes „7 malen am Meer“. Er lebt und arbeitet seit 1991 in Templin-Gross Dölln als Maler und Grafiker und betreibt ein Atelier in Berlin.

Sibylle Bross (Stuttgart) nimmt zum zweiten Mal am Pleinair in Heringsdorf teil. Die freischaffende Künstlerin hat an der Fachschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd studiert und kam über das Aktzeichnen zur Malerei. Sie zeigte ihre Bilder in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen und arbeitete für Aufträge aus dem In- und Ausland.

Clemens Kindermann (Wien) fertigt zumeist Stillleben, Porträts oder Akte in verfremdeten Farben. Neben der Malerei widmet er sich der Fertigung von Holzplastiken.

Alex Zwalen Curriculum (geboren in Manila) lebt und arbeitet in Zürich (Schweiz). Der Künstler hat unter anderem Kunst an der Chelsea School of Art studiert. Er fertigt große expressive Bilder aus der Fantasie in Öl, Kohle und Tusche und Plastiken aus Stein und Gips. Häufig arbeitet er gemeinsam mit Kollegen an Projekten. Sein künstlerischer Ursprung war die Ab-

straktmalerei aus der Fantasy, heute bevorzugt er zur Motivsuche die Arbeit „auf der Straße“.

Carlos Farinha (Lissabon/Portugal) studierte Malerei an der Kunst-Universität in Lissabon und zeigte seine Bilder unter anderem in Ausstellungen in London, Kurdistan und Berlin.

Pat Noser (Biel/Schweiz) hat Zeichenlehrerin studiert, aber nie unterrichtet, und anfangs nach Fotografien gemalt. Ihre Bilder füllten zahlreiche Ausstellungen, sie engagiert sich in Kunstvereinen und als Kuratorin. Auf Usedom versucht sie sich zum ersten Mal als Freilandmalerin.

Jörg Menge (Falkensee bei Berlin) wurde in Leipzig geboren und hat an der Kunsthochschule Berlin/Weißensee studiert, wo er die Usedomer Maler kennenlernte. Er ist freiberuflicher Maler.

Als freier Dozent gibt er seine Erfahrungen aus der Trickfilmproduktion an der Mediendesignschule Berlin weiter. Auf Usedom sammelt er erstmals Erfahrungen als Pleinairmaler.

Angelika Gutsche

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