Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Schau zeigt 700 Jahre alte Dokumente
Vorpommern Usedom Schau zeigt 700 Jahre alte Dokumente
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:25 26.08.2013
Jahrhunderte altes Schriftstück: Der Kurator des Staatsarchivs Stettin, Pawel Gut, zeigt eine Urkunde aus dem Jahr 1338. Quelle: Stefan Sauer

Polnische und deutsche Archive haben ihre Magazine geöffnet, um in einer gemeinsamen Ausstellung kostbare Zeugnisse zum Verhältnis des Herzogtums Pommern zum Königreich Polen zu präsentieren. Das Pommersche Landesmuseum in Greifswald zeigt rund 200 Urkunden, Inkunabeln, Drucke und Gemälde von der Christianisierung über die Reformation bis zum Aussterben des Pommerngeschlechtes.

Die Ausstellung „Nachbarn in Europa. Herzogtum Pommern und Königreich Polen (1000-1648)“ hatte zuvor rund 36 000 Besucher in Stettin und Krakau begeistert, wie der Kurator des Staatsarchivs Stettin, Pawel Gut, sagt. In Greifswald ist sie nun eröffnet worden. Sie ist hier bis zum 29. September zu sehen. Das Verhältnis zwischen dem Königreich Polen und dem Herzogtum Pommern sei im Wesentlichen ein „Zweckbündnis“ gewesen, in dem Pommern die Rolle eines „Juniorpartners“ übernommen habe, sagt der Museologe des Pommerschen Landesmuseums, Heiko Wartenberg. Nicht nur politisch, sondern auch familiär pflegten die Herrschaftshäuser Kontakte. Pommernherzog Bogislaw X. heiratete 1491 die Tochter des polnischen Königs Kasimir des Jagiellonen.

Mit der Ausstellung werden erstmals in großem Umfang Dokumente aus polnischen und deutschen Archiven zusammengeführt, wie der Kurator des Landesarchivs, Uwe Rodig, sagt. Neben dem Staatsarchiv Stettin und dem Landesarchiv in Greifswald haben Archive in Warschau, Krakau und Breslau Leihgaben zur Verfügung gestellt. Gezeigt werden Bündnisverträge, Heirats- und Lehensurkunden, Briefe polnischer Könige an die pommerschen Herzöge, aufwendig gestaltete Genealogien, Siegelstempel oder auch Gemälde.

Ältestes gezeigtes Dokument ist eine Papstbulle aus dem Jahr 1140, die in einer Abschrift aus dem 13. Jahrhundert präsentiert wird. Papst Innozenz II. bestätigt darin Bischof Adalbert das Bistum Pommern und seinen päpstlichen Schutz. Gezeigt wird auch ein vom deutschen Kaiser Ludwig IV. unterzeichneter Vertrag zur Übertragung von Lehen an die Herzöge Otto I. und Barnim IV. von Pommern aus dem Jahr 1338.

Historiker setzen die Anfänge Pommerns um das Jahr 1000 an. Die älteste bekannte Überlieferung ist eine Chronik des Merseburger Bischofs Thietmar, der den Besuch von Kaiser Otto III. in dem Jahr in Pommern beschreibt. Mit dem Tod des letzten Pommern-Herzogs im Jahr 1637 starb das Geschlecht aus. Von der politischen Landkarte verschwand das Herzogtum mit dem Westfälischen Frieden im Jahr 1648. Der Norden Pommerns fiel an Schweden, der Süden und Osten an Preußen. Nach Kriegsende wurden die Archivalienbestände des Pommern-Reiches getrennt gelagert — in den polnischen Staatsarchiven Stettin und Köslin sowie im Landesarchiv Greifswald. Zu DDR-Zeiten sei eine Zusammenarbeit der Archive zur Pommerngeschichte politisch unerwünscht gewesen, sagte Rodig. Erst nach 1990 konnten die Archive gemeinsame Findbücher herausgeben und Bestände digitalisieren.

Die Ausstellung jetzt öffnet einen erweiterten Blick auf den Nachbarn Polen sowie nach Westen zum Heiligen Römischen Reich deutscher Nation und ins Baltikum. „Eine vergleichbare Ausstellung wird sicher in den nächsten 100 Jahren nicht mehr gezeigt“, sagte Wartenberg.

Martina Rathke

Rund 1000 Besucher entdeckten Wolgast bei der Langen Nacht der Denkmäler und Museen von einer anderen Seite.

26.08.2013

Im Demmler-Verlag ist ein Bildband von Erwin Rosenthal über Usedom und Wollin erschienen.

26.08.2013

Bekannte Greifswalder Rechtsanwalts- und Steuerberatungskanzlei hatte Gäste um Spenden gebeten.

26.08.2013
Anzeige