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Singkreis gibt es ein halbes Jahrhundert

Usedom Singkreis gibt es ein halbes Jahrhundert

Pastor blickt zurück auf die Chorrüstzeiten auf dem Zingsthof / Sonntag Konzert in Usedomer Kirche

Usedom. Der „Zingster Singkreis“ feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Gegründet wurde der Jugendchor der Pommerschen Evangelischen Kirche 1968 vom damaligen Landessing- und Landesposaunenwart Hans Peter Günther auf dem Zingsthof auf dem Darß. Der „Zingster Singkreis“ etablierte sich über die Jahrzehnte zu einer festen Gemeinschaft mit Chorproben, Konzerten und Begegnungen.

 

OZ-Bild

Christoph Tiede hat ein Blechschild mit der Aufschrift „Zingster Singkreis“ aufgestöbert.

Quelle: Foto: Dp

„Heute ist schon die dritte Generation dabei, also die Enkel der ersten Rüstzeitteilnehmer“, erklärt Christoph Tiede. Der Usedomer Pastor kam Anfang der 1980er Jahre als 16-Jähriger dazu. Ab diesem Alter durften Teenager an der Jugendsingwoche auf dem Zingsthof teilnehmen. „Heute sind die Altersgrenzen nicht mehr so streng“, weiß der Theologe. Er selbst begann als Chorsänger, wechselte aber bald zum 1982 gegründeten Orchester, das von da an bis heute den Chor begleitet.

„1982 sind wir mit Chor und Orchester durch Ungarn getourt und haben den ,Messias’ aufgeführt“, erinnert sich Tiede, der im Ensemble Trompete spielt. „Das Orchester war bestückt mit Leuten, die im Chor waren. Damals war Bernadette Wundrak als Schülerin dabei. Mittlerweile spielt sie schon viele Jahre im Gewandhausorchester Leipzig Violine“, lässt der Usedomer Pastor wissen.

Wie Tiede ist auch die Profimusikerin noch immer eng mit dem „Zingster Singkreis“ verbunden. Sie war es auch, die ihn fragte, ob eines der zwei Jubiläumskonzerte in der Usedomer Marienkirche stattfinden könnte. Wundrak lief offene Türen ein und so können sich die Usedomer nun freuen, am Sonntag Werke von Benjamin Britten, Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach zu hören.

Tiede erinnert sich gerne an die Rüstzeiten auf dem Zingsthof zurück. Es waren stets so um die dreißig Jugendliche dabei und neben dem Chorleiter Hans Peter Günther zwei Betreuer, unter anderem die ehemalige Usedomer Gemeindepädagogin Gundula Braun und immer ein Pastor aus der Region, mit von der Partie. „Es war eine riesengroße Gemeinschaft und geprägt durch bestimmte Rituale. Es gab gruppendynamische Spiele und verschiedene Dienste“, beschreibt der Usedomer Kirchenmann. Neben den Diensten prägten die Morgenandachten, Atemübungen und Chorproben die zehntägigen Singrüstzeiten, die aber auch Raum boten für Spiel und Spaß sowie das Baden in der Ostsee. Den Chorproben folgten damals zehntägige Chorfahrten, die bis ins Erzgebirge führten. „Die drei Kinder von Pastor Metz haben in früherer Zeit mitgesungen. Es waren aber nicht nur Pastorenkinder dabei, sondern auch andere Jugendliche aus den Kirchengemeinden“, betont Tiede.

„Der Singkreis war wohl eine der ersten gemischten Veranstaltungen auf dem Zingsthof. Das hat damals Furore gemacht. Es sind viele Freundschaften und auch Ehen entstanden“, berichtet der Seelsorger.

Was zudem im kollektiven Gedächtnis der früheren Teilnehmer hängen blieb, waren die legendären Bergfeste sowie die musikalische Begleitung der Sonntagsgottesdienste in Zingst.

Christoph Tiede denkt aber auch immer an den besonderen Geist des Zingsthofes zurück, der heute eine Familienferienstätte und ein Rüstzeitheim der Berliner Stadtmission ist. Denn hier hatte der Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer 1935 im Auftrag der Bekennenden Kirche ein Predigerseminar durchgeführt, das er trotz Verbot durch die Nationalsozialisten 1938 an diesem Ort wiederholte. Sein Wirken übertrug sich auch auf den „Zingster Singkreis“. Denn auf dem Zingsthof erinnert eine Holztafel an den mutigen Gottesmann.

Hier tritt der Singkreis auf: Samstag, 19.30 Uhr, Greifswalder Dom; Sonntag, 15 Uhr, Kirche Usedom

Dietmar Pühler

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