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Spotkanie heißt Begegnung

Heringsdorf Spotkanie heißt Begegnung

Konferenz von Deutschen und Polen zur Sprachausbildung / Politisches Bekenntnis eingefordert

Heringsdorf. Ende Juni bekommt die Europäische Gesamtschule Ahlbeck namhaften Besuch im Doppelpack: Zwei Staatssekretäre der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern werden dann das Gespräch mit Schulleiter Jürgen Räsch und seinem Team suchen. Einer der beiden Gäste wird Patrick Dahlemann sein, Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern. Er kündigte diesen Besuch am Donnerstagabend während einer Veranstaltung in der Aula der Heringsdorfer Grundschule an. Er werde, so Dahlemann, zusammen mit seinem Kollegen Steffen Freiberg aus dem Bildungsministerium nach Ahlbeck kommen. Eingeladen nach Heringsdorf hatte das Deutsch-Polnische Kulturforum Odermündung, und es ging um das Thema „Polnisch in unserer Region“, um die Möglichkeiten und Chancen der Vermittlung der Sprache der Nachbarn – von der Kindertagesstätte über die Grundschule bis zur weiterführenden Schule.

 

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„In der Sprachausbildung an den Schulen müssen Unterschiede zwischen den einzelnen Landesteilen gemacht werden. Das Polnische gehört nun mal in die Lehrpläne in der grenznahen Region.“ Dietger Wille, Beigeordneter der Landrätin des Kreises Vorpommern-Greifswald

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„Seit 2008 spielt die polnische Sprache eine wichtige Rolle in den Angeboten unserer Vollen Halbtagsschule, begonnen mit der Arbeitsgemeinschaft ,Spotkanie heißt Begegnung' “. Grit Vehreschild, Leiterin der Heringsdorfer Grundschule

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So schilderte die Leiterin der Grundschule Heringsdorf, Grit Vehreschild, wie seit dem Schuljahr 2008/09 die Arbeitsgemeinschaft „Spotkanie heißt Begegnung“ und der später eingeführte Polnischunterricht feste Bestandteile des Programms der Vollen Halbtagsschule geworden sind. Der Erfolg der Bemühungen habe sich in steigenden Anmeldezahlen gezeigt – so hätten sich von den 71 Schülerinnen und Schülern der jetzigen 1. Klassen 56 für den Polnischunterricht entschieden. Doch auch in den Ausführungen der Leiterin der Heringsdorfer Grundschule wurde ein Problem deutlich, das sich wie ein roter Faden durch die gesamte Beratung ziehen sollte: Dadurch, dass bisher immer nur auf der Grundlage zeitlich und finanziell begrenzter Projekte gearbeitet werden konnte, fehlt es an Stetigkeit und Sicherheit.

Dieser Aspekt wurde an weiteren Beiträgen sichtbar: Zunächst hatte Jürgen Räsch, Leiter der Europäischen Gesamtschule, geschildert, wie die seit 15 Jahren unternommenen Bemühungen des Kollegiums, nicht nur den Polnischunterricht, sondern auch Kontakte zur Nachbarregion fest in die Angebote der Schule zu integrieren, immer wieder durch das Auslaufen von Projekten unterbrochen und zurückgeworfen wurden. Daraus leitete Räsch seine Schlussfolgerung ab: „Es fehlt bislang der politische Wille, sich zu diesen Angeboten an der Grenze zu bekennen. Lob haben wir bekommen, aber keine politische Unterstützung!“

Über ähnliche Erfahrungen berichteten die Leiterin des Ahl-

becker AWO-Kindergartens, Edeltraud Glöckner, und ihre polnische Kollegin Lida Uttendorf. Auch in ihrer Einrichtung scheitere eine Vertiefung und Verstetigung des Vertrautmachens der Kinder mit der polnischen Sprache regelmäßig am Fehlen von finanziellen Mitteln, am zu knappen Budget für muttersprachliche Erzieherinnen.

Diesen Problemen will nun der Landkreis begegnen, indem er das Vorhaben „Maßnahmen des Landkreises Vorpommern-Greifswald zur Förderung der Nachbarsprache Polnisch von der Kindertagesstätte bis zum Schulabschluss“ auf den Weg gebracht hat. Wie Julia Bartels aus der Kreisverwaltung erläuterte, geht es dabei vor allem um durchgängige und langfristige Angebote. Durch die Einbeziehung zum Beispiel der Uni Greifswald oder der Stadt Stettin solle eine möglichst große Breite und theoretische Untermauerung des Projektes erreicht werden. Durch die Konzentration auf die bereits im östlichen Teil Usedoms gesammelten Erfahrungen werde zudem eine starke Praxisnähe angestrebt. Wenn eingangs der für Ahlbeck angekündigte Besuch genannt wurde, dann war er letztlich eine Reaktion auf den Beitrag von Räsch, aber auch auf eine in jüngerer Zeit wieder mehr in Bewegung gekommene Entwicklung, die Nutzung der Möglichkeiten einer Metropolregion Stettin nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch beim Näherrücken der Einwohner der grenznahen Gebiete. Dabei werde es an ideeller, finanzieller und materieller Unterstützung seitens der Landesregierung nicht fehlen, so Dahlemann.

Für die Initiatoren der Veranstaltung – mit im Boot war auch die Staatskanzlei – am Donnerstag, die beiden Ko-Vorsitzenden des Deutsch-Polnischen Kulturforums, Dr. Günther Jikeli und Andrzej Kotula, ist mit den jetzt in die Wege geleiteten Maßnahmen ein erster Schritt getan. „Wir haben uns, nicht zuletzt geleitet von unseren in den vergangenen fünf Jahren Vereinsarbeit gesammelten Erfahrungen, darum bemüht, mehr Stabilität in den Prozess des Zusammenwachsens zu bringen. Dazu ist nun einmal die Beschäftigung mit der Sprache des Nachbarn unverzichtbar.“ Jikeli und Kotula kündigten weitere Initiativen des Forums dazu an, auch im grenznahen Bereich der Nachbarregion Stettin.

Dietrich Butenschön

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